Posts Tagged ‘Kirche’

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Gebetsnovene zur Libanonreise des Papstes

5. September 2012

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Liebe Schwestern und Brüder,

liebe Freunde,

 

Vom 14. bis 16. September 2012 reist das Oberhaupt der Christenheit, Papst Benedikt XVI., zu einem Pastoralbesuch in den Libanon. Vor allem möchte der Stellvertreter Christi auf Erden  in der gesamten Region des Nahen Ostens für Frieden werben, nachdem der sogenannte „Arabische Frühling“ sehr viel unnötiges Blutvergießen mit sich gebracht hat. Sowohl für den Nahen Osten als auch die sich im Aufbruch befindlichen Länder Nordafrikas, alles Länder, in denen sich die Christen als erstes ausbreiteten, scheint der Arabische Frühling zu einer Eizzeit zwischen den Religionen und Kulturen zu entwickeln, so dass nach den Revolutionen in Ägypten und Libyen der Begriff „Aufbruch“ eher mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet wird.

Während nun selbst die Medien, die sich stolz als christenfeindlich geben, nun nicht mehr umhin kommen, die zunehmende Gewalt gegen die Christen in unzähligen Ländern der Welt, vor allem in den Ländern des „Aufbruchs“, beim Namen zu nennen, ist es immer wieder das Oberhaupt des kleinsten Staates der Welt, der unermüdlich seine Hand zum Frieden reicht.

Es sei mir nun gestattet, eine Initiative bzw. einen Aufruf von Vaticanista News zur Gebetsnovene zur Reise des Heiligen Vaters in den Libanon aufzugreifen. Wie Monsignore Joachim Schroedel (Priester für die deutschsprachigen Katholiken in Kairo und geistlicher Beirat für Vaticanista) in dem Artikel schreibt, sind „alle Menschen guten Willens […] eingeladen, das untenstehende Gebet an den neun folgenden Tagen, als Novene, täglich zu beten und Gott um seinen Schutz für Papst Benedikt XVI. zu bitten sowie um ein gutes Gelingen dieser Reise.“

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GEBETSNOVENE

AUS ANLASS DES BESUCHS SEINER HEILIGKEIT,

PAPST BENEDIKTS XVI IM LIBANON

(ab Mittwoch, den 5. September 2012)

Herr, unser Gott; als Nachfolger des Apostels Petrus, als oberster Brückenbauer und Stellvertreter Deines Sohnes, wird unser Heiliger Vater, Papst Benedikt XVI., in das christliche Herz des Nahen Ostens, in den Libanon reisen.

Wir bitten Dich:

Gib ihm eine stabile Gesundheit.

Hilf ihm, die Strapazen der Reise zu tragen.

Beschütze ihn auf allen Wegen.

Lass ihn offene Ohren finden für das, was er den Christen des Nahen Ostens sagen will.

Schenke ihm aber auch, dass die Nichtchristen, besonders die Muslime, ihm mit Offenheit und Bereitschaft zum Frieden begegnen.

Herr und Gott, Dein Sohn, unser Herr Jesus Christus, hat die Gestade von Sidon und Tyrus besucht (Math 15,21; Mk 7,24; Luk 4,26) und viele kamen aus diesem Gebiet, um ihn zu hören (Mk 3,8; Lk 6,17).

Wir bitten Dich:

Gib allen Christen des Nahen Ostens Mut und Zuversicht, gerade im Hinblick auf die großen Herausforderungen, vor denen sie stehen.

Schenke ihnen Geduld und Hoffnung, dass Dein Sohn Jesus Christus selbst den Tod besiegt hat und in Deiner Herrlichkeit ist.

Und lass Sie auf die unbesiegbare Kraft des Heiligen Geistes vertrauen .

Das erbitten wir, durch Christus, unseren Herrn. Amen

Es folgt das „Vater Unser“, ein „Ehre sei dem Vater“. Mit dem Gruß an die Gottesmutter (Gegrüßet seist Du, Maria) endet das tägliche Gebet der Novene.

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Mit einem herzlichen Dank an Frau Michaela Koller von Vaticanista News für den Hinweis auf diese Gebetsnovene.

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Willkommen in Deutschland, Papst Benedikt!

21. September 2011

Gedanken eines Monarchisten

zum Besuch des Papstes in Deutschland

 

 

Die monarchistische Bewegung Deutschlands hält sich aus der Diskussion um den Papstbesuch vom 22. bis 25. September 2011, also eine Woche vor dem in Büdingen statt findenden Monarchieforum, dezent zurück, das ist insofern auch gut so, als konfessionelle Diskussionen dem monarchistischen Gedanken schaden, soll doch die Einführung der Monarchie in Deutschland von allen Gesellschaftsschichten und allen Konfessionen begrüßt und getragen werden, gleichgültig, aus welchem Bundesland sie kommen, welchen Dialekt sie sprechen und in welche Kirche sie gehen.
Doch verfolgen auch Monarchisten beider christlichen Konfessionen voller Sorge die hitzige und in weiten Teilen unfaire Diskussion um den Besuch des Oberhauptes des Vatikanstaates, der ja bekanntlich eines der letzten absoluten Monarchien der Welt ist, auch wenn der Vatikan im Jahre 1968 den päpstlichen Hofstaat und alles, was an Prunk und Protz erinnerte (inklusive der dreifachen Krone, des Triregnums bzw. der Tiara) erinnerte, abgeschafft hatte. Doch Papst Benedikt kommt auf Einladung der Staatsführung, und er hat die Einladung auch sehr gerne angenommen, auch wenn er sich dessen vollkommen bewusst ist, dass die Begrüßung im recht kühlen Deutschland, seiner Heimat, anders ausfallen wird als in den südlicheren Ländern.
Es haben sich nun viele Würdenträger aus Gesellschaft, Kultur und Kirche zu Wort gemeldet, das unverantwortliche und vollkommen unrepräsentative Verhalten von Dutzenden von Bundestagsabgeordneten des Berliner Reichstages zu verurteilen, so dass wir dazu nicht mehr viel sagen brauchen. Dass jedoch Bundespräsident Christian Wulff als der offizielle Gastgeber keine deutlichen Worte findet, seine Landsleute zu ermahnen, Würde und Achtung vor dem Oberhaupt eines ausländischen Staates zu zeigen, zeigt wieder nur ZU deutlich, dass er seiner Aufgabe als Staatsoberhaupt nicht gewachsen ist. Wie soll er auch, repräsentiert er doch eine Gesellschaft, die sich selbst nicht mehr im Griff hat, die keinen Halt und kein Fundament hat, deren Vergangenheit aus dem Gedächtnis gestrichen wurde und deren Zukunft alles andere als rosig ist. Und dann kommt ein Kirchenführer mit den Worten: „Wo Gott ist, da ist Zukunft.“ Ein Faustschlag in die Magengrube für all jene, deren Jahrzehnte lange Arbeit an einer gottlosen Gesellschaft nun in Gefahr ist. Ein im 85. Lebensjahr stehender Mann kann – so scheint es – doch tatsächlich das Weltgefüge auseinanderbrechen, so wie es einstmals Papst Johannes Paul II. geschafft hatte, ein ganzes sozialistisches System zusammen stürzen zu lassen.

Auch der Blick der gesamten monarchistischen Bewegung ist auf eine Zukunft gerichtet, und wir sind uns dessen bewusst, dass es ohne Gott keine Zukunft geben KANN. Der Monarch übernimmt eine Art Mittlerfunktion zwischen Gott und dem Menschen. Der Monarch an der Spitze der Nation teilt mit uns Freude und Leid, er spendet Worte des Trostes, der Hoffnung und der Zuversicht. Der Monarch vertritt die Geschichte des Volkes und er ist das Symbol für eine segensreiche Zukunft. Der Monarch ist der Vater, zu dem alle Kinder aufschauen in Stunden der nationalen Trauer und der Freude. Im Monarchen entwickelt das Volk das Edle und Gute, der Monarch verleiht dem ganzen Volk Würde, Stolz, (Selbst-)Respekt und Selbstachtung – und Identität.
Wenn der Vertreter der ältesten Institution Europas, die diesen Kontinent maßgeblich geprägt hat, Perspektiven für eine Zukunft bieten kann, mit der wir uns der Kultur des Todes entreißen und in der Familien, Kinder, Frauen, Alte und Kranke in Würde und in Zufriedenheit leben können, dann wäre es eine Unverschämtheit, ihm das Wort zu verbieten. Immerhin preisen doch die Repräsentanten aller Parteien Deutschlands gebetsmühlenartig ihre Weltoffenheit und Toleranz … Doch der einzige, der sich in seiner bisher sechsjährigen Amtszeit als weltoffen und tolerant gezeigt hat, ist derjenige, den Medien und „Volksvertreter“ als den Gralshüter verkrusteter Strukturen und mittelalterlichen Ansichten versuchen hinzustellen, aber auch nur deshalb, weil die Kirche, die der Papst repräsentiert, mit dem Begriff „Zeit“ nicht zu erfassen ist, genau so wenig, wie Gott und die Wahrheit selbst nicht auf ein Gestern, ein Heute oder auf ein Morgen beschränkt werden können.
Nur Monarchisten wissen um den Wert der Geschichte, sie wissen um Erhaltens- und Liebenswertes. Sie wissen um die Figur an des Volkes Spitze, dem es von seinen Vorvätern her gelegen ist, das Althergebrachte in eine Zukunft hinein zu tragen, damit die Menschen, die der Monarch repräsentiert, Orientierung und Halt haben. Sie wissen um die Verantwortung des Monarchen vor der Geschichte, der Verantwortung des Monarchen vor einer Macht, die höher ist als er, gibt SIE ihm doch erst die Gabe und die Macht, Recht von Unrecht, Gut von Böse zu unterscheiden. Der Monarch weiß, dass Geschichte in einem Entwicklungsprozess ist und auf die nicht mit Gewalt von heute auf morgen nach einem gottlosen und (damit auch) menschenverachtenden Weltbild eingegriffen werden kann, ohne das der Mensch an sich Schaden davon trägt.
Papst Benedikt XVI. ist ein Monarch, auf dessen Schultern eine zweitausendjährige Tradition lastet. Die größten Geister der Geschichte haben an dieser Tradition gearbeitet, und manche haben sogar ihr Leben dafür gelassen. Auch ein Papst, mag er NOCH so modern eingestellt sein, kann beim besten Willen nicht von heute auf morgen diese Traditionen aufgeben, ohne Verrat an seinem Amt und an Gott, den er ja (traditionsgemäß) auf Erden vertritt, zu begehen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist sich desen eingedenk, dass nicht jede Forderung, mögen noch so viele „fortschrittlich“ gesonnene Menschen noch so laut schreien, der Wahrheit und der Tradition entspricht. So bleibt ihm einzig, überall auf der Welt als Anwalt für die Vernunft einzutreten, eine Vernunft, die mit Wahrheit und Glaube einhergeht.
Glaube, Wahrheit und Vernunft sind nun aber Begriffe, mit denen sich die „Diktatur des Relativismus“ nun GAR nicht identifizieren kann. Der Glaube an den Dreienen wurde ausgemerzt, die Unvernunft regiert unseren Staat, während wir mit Unwahrheiten gefüttert werden. Wer soll sich da wundern, dass der alte Mann aus Rom hier in seiner Heimat nun nicht so phrenetisch gefeiert und dessen Begrüßung in Deutschland nicht so herzlich ausfallen wird, ist er einer der wenigen, wenn nicht sogar der einzige, der unserer Gesellschaft den Spiegel der Selbsterkenntnis vorzuhalten in der Lage ist, indem er den Begriff der „Freiheit“, der unserer Gesellschaft ja so lieb und teuer ist, als wertlos betrachtet, wenn er nicht mit Solidarität einher geht. Freiheit, die auf Kosten anderer ausgelebt wird (und das ist ja in unserem Land der Fall), „ist keine Freiheit, sondern schuldhaftes Handeln“. Und die Leidtragenden an unserer „heiligen Freiheit“ sind die Ungeborenen, die Alten, Kranken und alle, die am Rand unserer Gesellschaft stehen.
Als Monarchist UND als Katholik (das eine schließt ja das andere nicht aus), freue ich mich über den Besuch des Oberhauptes des Vatikanstaates. Ich schließe mich den Millionen an, die Papst Benedikt aufs Herzlichste Willkommen heißen. Hören wir auf das, was er uns zu sagen hat – es wird ja keinem Schaden. Es sei denn, man befürchtet, dass Benedikt XVI. dem einen oder anderen die Wahrheit um die Ohren hauen könnte; und was gibt es Schlimmeres, als die Wahrheit zu erfahren?

Herzlich Willkommen, Papst Benedikt!

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Ritter des Templerordens

27. Juli 2011

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„non nobis Domine, non nobis, sed nomine Tuo da gloriam.“

Mit der musikalischen Variante unseres für uns Tempelritter omnipräsenten Mottos, des ersten Verses des 115. Psalms „Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen sei die Ehre“, habe ich vor, die schrecklichen Ereignisse des vergangenen Freitags, an dem im Königreich Norwegen unzählige Menschen getötet wurden, auf meine Weise zu verarbeiten.

Ein offensichtlich psychisch kranker Mensch wird von der Presse in die Schublade „christlicher Fundamentalist, Rechtsradikaler, Anti-Islamist, Tempelritter“ gesteckt, obwohl die Tat mit der christlichen Lehre, dem konservativen Gedankengut und mit den Idealen und Prinzipien eines (Tempel-)Ritters aber auch nichts im Geringsten gemeinsam haben. Das schrieb auch der Großmeister des Tempelritter-Ordens der Armen Ritter Christi (OPMC), Berthold Möller, im Blog unseres Ordens. Hierin bezieht er auch deutlich Stellung, dass der Attentäter von Norwegen, Herr Anders Behring Breivik, in irgendeinen Zusammenhang mit dem Tempelritterordens gebracht werden kann und darf.

Die Tempelritter-Orden des 21. Jahrhunderts beziehen sich vollkommen in der Tradition und in den Idealen des Tempelritter-Ordens, der vor knapp 900 Jahren in Jerusalem gegründet worden ist. Der Orden war von vorneherein hierarchisch strukturiert, Demut und Gehorsam ist das Fundament des brüderlichen Zusammenseins innerhalb dieses Ordens. Der Orden ist vor allem christlich geprägt, wurde die Ur-Regel unseres Ordens doch vom einflussreichsten Kirchenmann des 13. Jahrhunderts, dem heiligen Bernhard von Clairvaux geschrieben, der wir uns auch heute noch verpflichtet fühlen. Schon alleine das Wort „Tempelritter-Orden“ zeigt ganz deutlich, dass es sich bei uns um Ritter in einem (Laien-)Orden, man kann vielleicht auch sagen, um (Laien-)Mönche in einem Ritterbund, handelt, deren Grundlagen bis auf den heiligen Benedikt von Nursia, dem Vater des abendländischen Mönchtums, zurückgehen, wenn wir uns des „Betens und Arbeitens“ [ora et labora] in unserem täglichen kontemplativen und caritativen Dienst hingeben.

„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ [Mk 8, 34b] DAS ist es, was wir nicht nur predigen, sondern auch in die Tat umsetzen. Ein leuchtend rotes Kreuz ziert unseren weißen Umhang. Damit bekunden wir – für alle sichtbar – unsere körperliche und geistige Zugehörigkeit zu Jesus von Nazareth, von dem nun wirklich nicht behauptet werden kann, dass er ein Verfechter der Gewalt war bzw. ist ist. Die Tempelritter des Mittelalters, das lässt sich ja nun nicht leugnen, waren Ritter, die dem Aufruf der Kirche zum Kreuzzug gefolgt waren, um die heiligen Stätten im heiligen Land, um die Pilger des heiligen Landes zu schützen. Man kann sie nicht mit Söldnerheeren vergleichen.

Was WIR Ritter des 21. Jahrhunderts unseren Vorfahren aus denKreuzzügen jedoch auf ewig hoch anrechnen werden, was die Tempelritter des Mittelalters aber sehr in Verruf gebracht hatte, was dem Tempelritterorden Neid einbrachte war, dass zwischen ihnen und dem sogenannten Feind ein reger Austausch statt gefunden hatte. Die Araber/Sarazenen waren den Christen in vielerlei Dingen um einiges voraus, vor allem auf kulturellem und wissenschaftlichem – und hier vor allem dem medizinischen – Gebiet. Die Frage sei nun erlaubt, ob genau HIER „der Schatz der Templer“ begraben liegt, weil die durch die kulturellen/wissenschaftlichen Bereicherungen dem noch im „dunklen Zeitalter“ befindlichen Europa einen bis dahin vollkommen unbekannten Dienst erweisen konnten, von dem vor allem die christlichen Monarchen  – übrigens bis zum heutigen Zeitpunkt – dem Tempelritterorden unendlich vieles zu verdanken haben. Dass dem Tempelritterorden aufgrund seiner raschen Ausbreitung und seines (vermeintlichen) Reichtums Argwohn, Neid und Zweifel anhafteten, so dass man ihm die skurrilsten Ordenspraktiken andichtete, rundet das traurige Kapitel des Tempelritterordens, in dessen Ende wir nur noch von Habsucht, Niederträchtigkeit und Feigheit von Seiten des Königs Philips des Schönen und des von ihm abhängigen Papstes Clemens II. lesen, in dessen Ende wir nur noch von Verfolgung, Zerstörung und Scheiterhaufen lesen, ab.

Nun soll aber, um auf die Kreuzritter zurück zu kommen, der Gerechtigkeit genüge getan werden, wenn wir offen zugeben, dass es auch unter den Rittern schwarze Schafe gegeben hatte, die eher brandschatzend und raubend durch die Lande zogen. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass es sich hierbei um einen Templer, einen Johanniter, einen Deutschordensritter oder Grabesritter gehandelt haben soll, aber das steht hier auch nicht zur Diskussion. Was aber ganz deutlich herausgestellt werden muss ist folgendes: Der Tempelritterorden wurde im Jahre 1314 infolge eines der größten Justizskandale der Weltgeschichte aufgehoben und sein Großmeister Jacques de Molay mit seinen treuen Gefolgsleuten dem Scheiterhaufen überlassen. Es hat sich aber gezeigt, dass der Tempelritterorden rehabilitiert und von allen Beschuldigungen freigesprochen wurde [Chinon-Dokument]- es fehlt nur noch die offizielle Rehabilitation des heiligen Vaters in Rom. Inzwischen haben sich überall neue Ordensniederlassungen des Templerordens gegründet, die sich demütig und treu dem Dienst im Namen der Gottes- und Nächstenliebe hingeben …

Hier muss ich leider inne halten, denn nun beginnt leider ein für die Geschichte und das Ansehen des Ordens der Templerritter recht trauriges Kapitel, denn auch hier gilt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“. Unter dem Zeichen des Templerkreuzes haben sich überall auf der Welt Kongragationen gebildet, die eher dem Okkulten anhangen und die sich vollkommen dem freimaurerischen Gedankengut verschrieben haben. Durch die historische Verfolgung der Tempelritter und den skurrilen Vorwürfen, die ihnen zu Last gelegt wurden, haftete den Templern seit dem 14. Jahrhundert der Glorienschein der „Gralshüter“ und der „Hüter des Schatzes, des Geheimnisses, des Lichtes“ an. Dass sich von daher die Anfang des 18. Jahrhunderts aufkommenden Freimaurer vor allem dieses geheimnisumwobenen Auras angenommen haben, kann man nachvollziehen, denn es lastete ja zu dem Zeitpunkt immernoch der Fluch der Unwahrheit auf dem aufgelösten Ritterorden.

Auch heute finden wir allerorts eine beängstigende Symbiose von Freimaurertum und den Symbolen des Tempelritters, so auch im Fall des von Breivik – laut seinen eigenen Aussagen in seinem „Manifest“ – im Jahre 2002 selbst gegründeten „Tempelritterordens, welcher sich zwar auch auf die Urtempler berufen soll, de aber alles andere als christliche Merkmale aufweist, von den ritterlichen Prinzipien ganz zu schweigen. Vielmehr finden wir hier einen Zusammenhang mit einer besonders in den skandinavischen Ländern weit verbreiteten „Kirche Satans“ und die Strukturen des Freimaurertums. Der zumindest namentliche und symbolische Zusammenhang mit dem „Tempelritterorden“ ist für uns in der Tradition der Tempelritter des Jahres 1118 stehenden Nachfolger ärgerlich, aber nun nicht mehr rückgängig zu machen. Hier muss aber die Medienwelt sehr wohl zu unterscheiden wissen, ob es sich um wahre Tempelritter, die einem christlichen, caritativen (Laien-)Orden, oder ob es sich um Freimauerer oder „Freizeitritter“ handelt, deren Interesse einzig und alleine darin liegt, sich auf Mittelaltermärkten oder Ritterfetspielen zu vergnügen, oder ob es sich um anti-christliche, freimaurerische, gegen alle Ordnung (auch die göttliche) und Werte agierende und propagierende Gemeinschaft von „Neue-Welt-Ordnung“-Kämpfern handelt. Mit den beiden letztgenannten Exemplaren von „Tempelrittern“ hat der Tempelritterorden als solches absolut nichts zu tun, weil wir uns offen zu unseren christlichen Fundamenten bekennen, weil wir zu unserer hierarchischen Struktur unseres Ordens stehen, weil wir in der Mehrheit eine Staatsform Monarchie bevorzugen, weil wir für konservative Werte und Ideale einstehen – alles, was der Freimaurer bis aufs Blut hasst und bekämpft – notfalls auch mit Gewalt. Es ist nicht die Aufgabe des Tempelritter-Ordens Stellung zu den tagespolitischen Begebenheiten zu beziehen, wir sind keine politische Institution und streben von daher auch kein politisches Mitspracherecht an. Das bedeutet nun nicht, dass einzelne Angehörige unseres Ordens nicht in der Politik aktiv werden darf – das ist seine Privatsache, und da haben wir nur indirekt Einfluss darauf. Wenn aber festgestellt wird, dass ein Ordensangehöriger Positionen bezieht, die den Prinzipien des christlichen Glaubens und den Idealen des Rittertums entgegen stehen, dann muss ggf. eingegriffen werden und auf seine Gehorsamspflicht gegenüber dem/den Ordensoberen hingewiesen werden; denn extremistisches Gedankengut, sei es aus dem linken oder dem rechten Spektrum, kann und darf in einem Ritterorden nicht geduldet werden.

Wenn nun ein Herr Anders Behring Breivik ein mehr als 1500-Seiten großes Manifest (ab)schreibt und das Templerkreuz drauf setzt, dann ist das für die Medienwelt noch lange kein Grund, den Tempelritter-Orden als solches für die schrecklichen Attentate von Oslo und Utoya in Zusammenhang zu bringen. Der Ritter, der Christ und der Mensch in uns verurteil die grausame Tat dieses psychisch kranken Menschen mindestens so sehr wie der Rest der Welt, denn die Tat war eine aus reinem Hass – und dies ist ein vollkommenes Fremdwort für uns. Hass hat mit der christlichen Idee, der Lehre Christi nichts zu tun, genauso wenig wie Mord.

Wie Großmeister Berthold Möller OPMC geschrieben hat, kann Anders Behring Breivik auch kein Christ als solches gewesen sein, weil er wider die 10 Gebote und wider das Göttlichen Gebot von der Gottes- und Nächstenliebe gehandelt hat – in Gedanken, Worten und Werken. Das Zusammenwerfen der neuen europäischen Feindbilder „Christ“, „Rechtsradikaler“, „Freimaurer“ und „Tempelritter“ in EINEM Topf ist unüberlegt – und vollkommen unlogisch noch dazu, weil diese Begriffe und die damit verbundenen Weltanschauungen sich teilweise vollkomen widersprechen. Aber wir Christen und Tempelritter sehen unsere Reputation zumindest angekratzt, wenn nicht sogar zerstört, und es wird – wenn die Entwicklung der Medien und der politischen Landschaft in dem ehemals christlichen Europa weiter so geht – darauf hinaus laufen, dass auch der Papst in Rom für solche bestialischen Taten verantwortlich gemacht wird. Aber auch IHN werden wir verteidigen, weil er der Stellvertreter Christi auf Erden ist. Und DER war bzw. IST nun wirklich nicht dafür bekannt gewesen, dass er Gewalt verherrlicht hat.

non nobis Domine, non nobis …

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Das Erbe des Vaters (Michaela Koller interviewt Karl von Habsburg-Lothringen)

18. Juli 2011

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Erzherzog Otto und Erzherzogin Regina von Österreich

„Otto, ein sterblicher, sündiger Mensch“ hat seine letzte Ruhestätte in der Kaisergruft der Wiener Kapuzinerkirche gefunden. Nicht Kronen und Titel, nicht Orden und Ehrenzeichen, nicht Ämter und Auszeichnungen haben ihm, Dr. Otto von Habsburg-Lothringen und seiner Frau Regina, die Tore zur Kaisergruft geöffnet, sondern Bescheidenheit und Demut vor dem, der weitaus größer ist als alles zusammen.

Auch wenn es schwer fällt, wieder zur Tagesordnung über zu gehen, so werden wir es dennoch tun. Unsere Tagesordnung wird aber nicht die gleiche sein wie bisher, denn wir sind etwas sensibler geworden für das Wort „Verantwortung“. Das GANZE Leben des Erzherzogs Dr. Otto von Österreich war vom Augenblick seiner Geburt am 20. November 1912 bis zu dem Tag, an dem er im Kreise seiner Kinder am 4. Juli 2011 für immer die Augen geschlossen hat, von dem ihm von seinem Vater, dem seligen Kaiser Karl, und von seiner Mutter, Kaiserin Zita, vererbten Verantwortungsbewusstsein geprägt: Verantwortung vor seiner Familie, Verantwortung vor seinen Vorfahren, Verantwortung vor Gott,vor den Mitmenschen und vor der Geschichte. Und dieser Verantwortung war sich der Sohn des letzten Kaisers der Donau-Monarchie in jeder Hinsicht bewusst.

Es fällt uns außerordenlich schwer, unsere Dankbarkeit für diesen großen Mann, für diesen „Hohen Herrn“ (S. Em. Dr. Christoph Card. Graf von Schönborn beim Requiem im Wiener Stephansdom) auszudrücken, wir können nicht die passenden Worte finden. Die Bilder der verschiedenen Trauerveranstaltungen in Bayern und Österreich sprechen aber Bände: Alle kamen sie zu seinem Sarg, um Abschied zu nehmen: die, die ihn liebten, und die, die seit fast 100 Jahren eine Heidenangst vor ihm hatten. Angst, weil Dr. Otto von Habsburg-Lothringen etwas bewegen konnte und etwas bewegt HAT, auch wenn man so kurz nach seinem Tod auch den Eindruck vermittelt bekommt, als sei er Zeit seines Lebens von Misserfolg begleitet gewesen.

Lassen wir Erzherzog Dr. Otto von Österreich aber erst einmal in Frieden ruhen, um nach einer gewissen Zeit erkennen und all seinen Feinden in der fest im Sattel sich wähnenden „Republik“ beweisen zu können, dass er auf ganzer Linie erfolgreich war: Als kaiserlicher und königlicher Prinz, als Erzherzog, als Präsident der Paneuropa-Union, als Politiker, als Familienvater, als „sterblicher, sündiger Mensch“.

Lassen wir Otto von Habsburg-Lothringen in Frieden ruhen und richten unsere Gedanken, unsere Gebete und unsere Hoffnungen auf SKKH Erzherzog Karl von Österreich, mit dem Frau Michaela Koller in Vaticanista News folgendes Interview geführt hatte (für dessen Veröffentlichung mir die freundliche Genehmigung von Frau Michaela Koller vor liegt – herzlichen Dank an dieser Stelle):

H.H.

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„Die Europäische Idee ist eine

logische Konsequenz der Reichsidee“

Publiziert am Juli 16, 2011 von michaela in Vaticanista News

Interview mit Karl von Habsburg, Chef des Hauses Habsburg, über das Erbe des Vaters und die Zukunft der Familie

WIEN, 16. Juli 2011 (Vaticanista/dapd).- Nach dem Tod von Otto von Habsburg erwägt die Familie die Einrichtung eines Gedenkorts für den CSU-Politiker und ältesten Sohn des letzten Kaisers von Österreich. “Es gibt natürlich einige Überlegungen in diese Richtung”, sagte Karl von Habsburg, der Nachrichtenagentur dapd. “Aber was sich davon manifestiert, wird man sehen.” Michaela Koller sprach mit dem Chef des Hauses Habsburg am Rande der Trauerfeierlichkeiten.

Karl von Habsburg vor dem Gebet in der Synagoge; Foto: Koller
Karl von Habsburg vor dem Gebet in der Synagoge; Foto: Koller

Aus der ganzen Welt erreichten Sie eine große Anteilnahme am Tod Ihres Vaters. Was bedeutet dies für Sie und die Familie?

Habsburg: Für mich bedeutet das einfach auch eine Würdigung seines Lebenswerkes. Eine vergleichbare Spannbreite in einem aktiven politischen Leben wie bei meinem Vater gibt es ja wohl kaum: Er hatte in der Monarchie noch eine offizielle Funktion, engagierte sich während des Zweiten Weltkriegs und später im Europäischen Parlament. An den medialen und persönlichen Reaktionen sehe ich, dass sie seinem Einsatz Rechnung tragen.

Sie haben beim Trauerempfang in München betont, dass Ihr Vater sich wirklich in Bayern heimisch gefühlt hat. Welche Verbindung wird es denn in Zukunft zwischen Bayern und dem Haus Habsburg geben?

Habsburg: Viele meiner nahen Verwandten leben noch in Bayern. Die Verbindungen sind weiterhin so intensiv wie früher, da sehe ich keinen Bruch. Wir Kinder sind halt auch gebürtige Bayern.

Wer lebt konkret in der alten Heimat?

Habsburg: Meine Schwester Gabriela. Sie lebt als georgische Botschafterin zum Teil in Berlin, aber auch in Bayern.

Wird es dort auch einen Gedenkort geben?

Habsburg: Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen. Es gibt natürlich einige Überlegungen in diese Richtung. Aber was sich davon manifestiert, wird man sehen.

Ihr Vater war einst Kronprinz von Österreich-Ungarn, der Letzte in einer langen Reihe. Ist mit seinem Tod eine Ära zu Ende gegangen?

Habsburg: Mit dem Tod eines jeden Menschen geht eine Ära zu Ende. Einige Leute sagen aber, das sei das Ende der Habsburger. Das sehe ich natürlich nicht so. Ich meine, dass wir, in dem Sinne, wie wir erzogen wurden und hinsichtlich der Dinge, für die wir uns als Familie einsetzen, gar nicht so schlecht aufgestellt sind. Wenn man sieht, in wie vielen verschiedenen Ländern und in welchen Bereichen wir politisch vertreten sind, muss ich darüber nicht besorgt sein.

Hans-Gert Pöttering, ehemals Präsident des EU-Parlaments, rief bei seiner Rede beim Münchner Trauerempfang dazu auf, dem Vermächtnis Ihres Vaters treu zu bleiben. Was bedeutet dies für Sie persönlich?

Habsburg: Wir alle, besonders wir Kinder, sind sowieso von seinem europäischen Geist und seiner Überzeugung schon immer sehr geimpft gewesen, haben seine Tätigkeit seit jeher gerne unterstützt und unglaublich gerne mit ihm zusammengearbeitet. Und es ist klar, dass wir das in einer anderen Form als Tradition fortsetzen werden.

Können Sie das konkreter benennen, inwiefern pflegt Ihre Familie nun das Erbe?

Habsburg: Meine Schwester Walburga sitzt als Abgeordnete im schwedischen Parlament und führt auch in der OSZE die Ideen meines Vaters weiter fort, mein Bruder Georg ist ungarischer Sonderbotschafter und Präsident des ungarischen Roten Kreuzes und meine Schwester Gabriela erwähnte ich schon. Meine Haupttätigkeit ist die für die Stiftung Blue Shield, in deren Rahmen wir uns um den Schutz von Kulturgütern in Konfliktgebieten einsetzen. Wir alle sind im Umfeld der Politik tätig und können da die Ideale, die mein Vater verkörpert hat, mit einbringen. Sogar die nächste Generation beginnt sich zu engagieren, wie einer der Söhne meiner Schwester in Spanien. Das Interesse an der Politik reißt also nicht ab.

Ihr Vater sagte einmal, er danke Gott dafür, dass er Parlamentarier geworden ist. Im EU-Parlament erzählt man sich noch, dass leidenschaftlich gerne Abgeordneter war. Wie ist dieses Bekenntnis Monarchisten zu vermitteln?

Habsburg: Mein Vater hat stets klar gemacht, dass seine politische Tätigkeit in der Tradition seiner Vorfahren steht, aber unter modernen Umständen. Die Familie hat eine lange Tradition als Berufspolitiker. Mein Vater hat erkannt, dass aus dem, was man früher die Reichsidee bezeichnet hat, eine logische Konsequenz die Europäische Idee ist. Mit denselben Idealen und demselben Enthusiasmus hat er sich für Europa eingesetzt. Deswegen war es für ihn wichtig, dass er in den letzten Wochen noch mitbekommen hat, was sich zwischen Kroatien, das einmal zum Habsburgerreich gehörte, und der Europäischen Union getan hat.

Was machte die Reichsidee aus?

Habsburg: Es bedeutet eine übernationale Rechtsordnung mit dem Prinzip des Vorrangs der Eigenverantwortung sowie mit christlichen Wertvorstellungen. Das war für meinen Vater wesentlich.

Die Art und Weise, wie die Trauerfeierlichkeiten gestaltet werden, zeigen aber, dass Ihr Vater weit mehr als ein Parlamentarier war. Hätte er sich diese Dimension so gewünscht?

Habsburg: Das weiß ich nicht, aber ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass wir das nicht einschränken konnten: In Bayern, Österreich und in Ungarn, wo mein Vater unglaublich aktiv war, gibt es viele Leute, die absolut nicht verstehen würden, wenn dort nichts stattfinden würde.

Nach jedem Requiem für Ihren Vater wird die Kaiserhymne gesungen, einschließlich der Zeilen „Innig bleibt mit Habsburgs Throne Österreichs Geschick vereint“. Wie legen Sie diese Worte gegenüber Ihren Kindern aus?

Habsburg: Man muss den Kindern selbstverständlich auch beibringen, was ihre Familiengeschichte ist. Man darf dabei aber nicht Zeile für Zeile wörtlich nehmen, sondern muss diese im historischen Zusammenhang sehen.

[Erstveröffentlichung: © dapd, 14. Juli 2011]

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… tief verborgen

20. Juni 2011

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Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus … Gott, was liebe ich diesen Feiertag. Es ist für mich, als fielen Ostern, Pfingsten und Weihnachten auf ein und denselben Tag.

Fronleichnam … ich bin immer schon Tage im Voraus nervös, weil ich es einfach liebe, mit meinem Gott durch die Straßen zu ziehen, ihm Hymnen singend.

Fronleichnam: Alles wird herausgeputzt, die Gärten, die Straßen, Flaggen und Fähnchen werden aufgehangen, die Messdiener geschniegelt und gestriegelt, die Kommunionkinder dürfen ein zweites Mal ihre festliche Kommunionkleidung anziehen, die edelsten und schönsten liturgischen Geräte und Gewänder werden vom Messner aus dem Schrank geholt, die Straßen werden im Blütenmeere verwandelt, … Alles nur für IHN.

Es ist mittlerweile schon 20 Jahre her, da hatte ich das Vergnügen, im Rahmen eines Praktikums innerhalb meines Studiums in einer Kölner Pfarrei die Ministrantenstunde zu übernehmen. Ich ging mit der kleinen zappelnden Schar, von denen die Hälfte wenige Wochen vorher zur Erstkommunion gegangen war,  in die Kirche, um sie etwas zu beruhigen. Ich wollte mich über ihren Wissensstand informieren und fragte sie daher, was sie denn im Altarraum alles erkennen würden. „Altar, Kerzen, Kruzifix, Blumen, … Tabernakel“.

„Prima“, belohnte ich ihre Antworten. „Und was ist IN dem Altar?“

Schweigen – bis dass eines der Kinder sich auf den Kommunionunterricht besann und mutig  antwortete: „Brot“, was die anderen Ministranten murmelnd bestätigten.

Die Enttäuschung, die Verwirrung, der Schock war groß, als ich den Kindern sagen musste, dass sie leider nicht Recht hatten.

„Aber das hat der Herr Pastor uns so gesagt“, verteidigten die Kleinen Ihr Wissen.

„Es ist trotzdem falsch“. Es tat mir fast Leid, die Kinder davon zu überzeugen, dass man ihnen etwas Falsches beigebracht hatte, aber dennoch musste ich ihnen erklären, dass wir es hier nicht mit einer Bäckerei zu tun hatten, in der Brot gelagert wird, sondern mit einem goldenen Tabernakel in einer Kirche, in dem Gott „wahrhaft, wirklich und wesentlich unter der Gestalt des Brotes“ anwesend ist.

Es versteht sich von selbst, dass dies meine bis heute LETZTE Ministrantenstunde gewesen sein soll …

Gerade vor wenigen Wochen habe ich in einem anderen Zusammenhang mit der Verteidigung unserer Glaubenswahrheiten gelesen, dass man den Menschen des 21. Jahrhunderts nicht zumuten könne, an bestimmte, schwer zu verstehende Dogmen zu Glauben. Also habe sich seit einigen Jahren in Deutschland Bischöfe darauf geeinigt, KEINE Wahrheiten mehr zu verkünden. Erzbischof Zollitsch zum Beispiel meinte ja, Christus sei ja „nur aus Solidarität mit uns Menschen“ am Kreuz gestorben, während einige Bischöfe die Meinung vertreten, dass Christus nicht WAHRHAFT, sondern nur symbolisch von den Toten auferstanden sei.

20 Jahrhunderte konnte man dem Menschen zumuten, an die Glaubenswahrheiten zu glauben, doch nun, wo der Mensch irriger Weise der Überzeugung ist, aufgeklärt zu sein, darf man es ihm nicht mehr zumuten. Die Hirten der Kirche sollten sich schämen!!!

Fronleichnam, ein Fest, das für mich eines der schönsten Feiertage des gesamten Kirchenjahres ist; kein Wunder, dass ich immer einige Tage im Vorfeld schon nervös bin, denn ich darf mit meinen Glaubensschwestern und –brüder Hymnen singend durch die Straßen ziehen, IHM, dem König der Könige huldigend, meinen Glauben an IHN, den Dreifaltig Einen stolz zu bekennen.

Denn das, was wie ein kleines Stückchen Brot ausschaut, ist in Wahrheit derjenige, der vor aller Zeit war und der in Ewigkeit sein wird, der in Nazareth von der Jungfrau empfangen, der in Bethlehem von der Jungfrau geboren, der mit 12 Jahren von seiner Mutter und von seinem Ziehvater in Jerusalem verloren und gesucht und im Tempel wiedergefunden wurde, der Wasser in Wein gewandelt, der über den See Genezareth gewandelt, der den Sturm beruhigt, der auf Petrus, dem Felsen, die Kirche gegründet, der am Gründonnerstag mit den Worten „Dies ist MEIN LEIB“ die Eucharistie eingesetzt hat, der am Karfreitag am Kreuz den Opfertod auf sich genommen und am dritten Tage wieder auferstanden, der vor den Augen seiner Apostel in den Himmel aufgefahren,  der den Heiligen Geist gesandt, … und der wieder kommen wird in Herrlichkeit. … Aber es ist KEIN Brot!

Es ist der, von dem der Engel Gabriel in Nazareth verkündet hat, sie werde den Sohn Gottes empfangen, es ist derjenige, von dem die Engel den Hirten von Bethlehem verkündet hatten, dass der Heiland geboren wurde, es ist der, bei dessen Taufe im Jordan sich der Himmel geöffnet und die Stimme des Vaters verkündet hatte „Dies ist mein geliebter Sohn“, es ist derjenige, von dem der Soldat unter dem Kreuz bekannte, dass dieser wahrhaft Gottes Sohn sei, es ist derjenige, über den der Engel vor dem leeren Grab zu Jerusalem gemahnt hatte, dass sie den Lebenden nicht bei den Toten suchen sollten, … es ist derjenige, für den eine riesige Schar Märtyrer lieber ihr Leben gelassen haben als ihr Glauben an ihn zu verraten. Hätten sie ihr Leben auch für ein Stück Brot gelassen?

Fronleichnam: „Singt dem König Freudenpsalmen!!!“ Selbst wenn alle Kaiser, Könige und Fürsten der Welt an diesem Tag an einem Ort versammelt wären, sie müssten ALLE sich in Ehrfurcht verneigen, weil es Gott ist, der durch die Straßen getragen wird, es ist der Schöpfer des Himmels und der Erde, es ist der Allherrscher und Allweise, es ist der, von dem sie alle ihre Macht erhalten. Es ist derjenige, von dem der ungläubige Thomas fassungslos und den Tränen nahe, doch nun der felsenfesten Überzeugung bekannte: „Mein Herr und mein Gott!“ Aber es ist kein Brot!

Wenn man den (Kommunion-)Kindern natürlich beibringt, dass sie an ihrem Festtag der Erstkommunion NUR ein Stück Brot empfangen, dann darf man sich nicht wundern, dass sie nicht viel von ihrem Glauben halten werden, denn – wer glaubt denn an ein Stück Brot?

Es ist Gott! – Ganz simpel und einfach, wahrhaft, wirklich und wesentlich! Doch wir beobachten, dass die „streitende Kirche“ sich mit der Zeit zur schlaffen, feigen und allzeit „dialogisierenden Kirche“ entwickelt hat, die es jedem Recht machen will nur nicht den Rechtgläubigen, die an den Wahrheiten zweier Jahrtausende festhalten wollen. Wenn also die Hirten der Kirche der Ansicht sind, dass man von den Menschen des 21. Jahrhunderts nicht mehr zumuten könne, an den wahrhaften Gott zu glauben, dann werden sie ihre Gründe haben. Wenn sie der Ansicht sind, man könne den Kindern zumuten, an ein Stück Brot zu glauben, dann werde sie es mit ihrem Gewissen und vor dem letzten Richterspruch am Ende der Zeiten vereinbaren müssen. Ich jedenfalls habe ein SEHR gutes Gewissen, voller Glücksgefühl und voller Stolz an Fronleichnam mit meinem Herrn und meinem Gott, mit meinem Heiland und meinem König durch die Straßen zu ziehen, die schönsten Hymnen ihm zu Ehren singend, und mich vor IHM ehrfürchtig in den Staub werfend, DEN anbetend und verherrlichend, auf dessen Namen ich getauft wurde. Es wäre mir neu, dass ich auf ein Stück Brot getauft worden wäre …

[Hochgelobt und gebenedeit

sei das allerheiligste Sakrament des Altares]

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Petition Pro Ecclesia

9. Februar 2011

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Petition Pro Ecclesia


Für die Kirche und den Glauben in unserem Land haben wir, die Unter­zeichner, diese Petition verfasst. Wir legen sie vor, um zu bekräftigen, dass der Glaube an den Dreifaltigen Gott, wie ihn uns die Apostel und ihre Nachfolger überliefert haben, lebendig ist.
Nachdem sich einige Spitzenpolitiker der CDU vor wenigen Wochen mit einem Offenen Brief an die Bischöfe gewandt haben, haben nun über 200 Theologieprofessoren ein Memorandum mit ähnlichen und noch weiter ge­henden Forderungen unterzeichnet.

Wir wollen darauf ebenfalls öffentlich antworten und mit dieser Petition an unsere Bischöfe dem verzerrten Bild von der Kirche in der Öffentlichkeit entgegentreten.

Diese Forderungen an die Bi­schöfe fügen der Kirche großen Schaden zu. Gläubige werden verunsichert, getäuscht und in die Irre geführt. Diesem unredlichen Verhalten von Theo­logen und Politikern treten wir entgegen, indem wir uns deutlich und ver­nehmbar an die Seite unserer Bischöfe stellen und unsere Einheit mit dem Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., bekunden.

Darum richten wir an Sie, liebe Bischöfe, die folgenden Bitten:

  1. Treten Sie bitte diesen Forderungen von Politikern, Theologieprofes­soren, Pressevertretern und anderen mit aller Entschiedenheit entgegen. Die Katholiken, die sich in ihrem Alltag fortwährend mit solchen An­würfen konfrontiert sehen, brauchen den sicht- und hörbaren Bei­stand ihrer Hirten.
  2. Bitte geben Sie den Priestern und Priesteramtskandidaten ein deutliches Signal der Unterstützung, dass der Zölibat, die Lebensform, auf die sie sich vorbereiten oder die sie gewählt haben, kein altmodisches Auslaufmodell, sondern die dem Priester angemessene Lebensform ist. Gerade jetzt, in dieser schweren Zeit, brauchen die Priester den Rückhalt ihrer Bischöfe.
  3. Stellen Sie bitte als Hirten sicher, dass Forschung und Lehre an den Theologischen Fakultäten und Instituten bei allem Respekt vor der notwendigen Freiheit der Wissenschaft im Einklang mit der Lehre der Kirche erfolgt. Wir brauchen Dozenten und Professoren, die den Glauben intellek­tuell redlich untermauern und unserer säkularisierten Gesellschaft auch im wissenschaftlichen Diskurs an den Universitäten etwas zu sagen haben.
  4. Zeigen Sie sich bitte auch für die Studentinnen und Studenten in allen Bereichen der Theologie (Priesteramtskandidaten, Lehramtsanwär­ter, angehende Pastoral- und Gemeindereferenten) verantwortlich. Geben Sie ihnen durch Bestellung geeigneter Seelsorger ein deutli­ches Signal, dass ein Theologiestudium nur mit der Kirche – niemals aber gegen die Kirche – sinnvoll sein kann.
  5. Halten Sie bitte die Liturgie in Ihrem Bistum im Blick. Sorgen Sie dafür, dass liturgische Experimente beendet werden. Wir Gläubigen haben ein Recht auf eine Liturgie, wie sie in den Riten der Kirche festge­legt ist. Der Priester ist nicht Herr der Liturgie, sondern ihr Diener. Liturgie ist Ausdruck der Einheit der Kirche. Wer die Einheit des Betens der Kirche aufkündigt, bringt die Einheit der Kirche selbst in Ge­fahr.
  6. Geben Sie bitte ein deutliches Bekenntnis zu Ehe und Familie im Sinne der Kirche. Bei allem Respekt vor der Entscheidung des Einzelnen, andere Lebensformen zu wählen, soll aber in der Gesellschaft deut­lich werden, dass die christliche Ehe ein Sakrament ist. Gleichge­schlechtliche und nichteheliche Partnerschaften können der Ehe niemals gleichgestellt sein.
  7. Der angekündigte Dialog darf kein Dialog zwischen den obersten Etagen von Elfenbeintürmen sein. Es ist eine gute Sache, miteinan­der zu reden. Doch die Grundfeste der Kirche dürfen im Dialog nicht zur Disposition gestellt werden.

Wir legen Ihnen diese Bitten vor und sind der festen Überzeugung, bei Ih­nen, wie der Volksmund sagt, offene Türen einzurennen. Dennoch haben wir diese Bitten an Sie formuliert, um unsere Solidarität mit Ihnen, den Priestern in unseren Gemeinden und gläubigen Katholiken im Land deut­lich zu machen. Es ist nicht unsere Absicht, Unerfüllbares zu verlangen. Die Wirklichkeit, die das Leben der Kirche in unserem Land prägt, ist auch uns sehr wohl bewusst. Nehmen Sie diese Petition als Ausdruck unserer Sorge entgegen. Wir versichern Sie unseres Gebetes für Ihr schweres Hir­tenamt in dieser Zeit.

 

aus: http://petitionproecclesia.wordpress.com/

Die Liste derjenigen, die bisher unterschrieben haben, siehen sie HIER
Wenn auch SIE diese wichtige Petition unterstützen möchten, senden Sie bitte eine e-Mail an petitionproecclesia@web.de

Geben Sie Ihren vollen Namen, Ihren Wohnort, Ihr Heimatbistum und wenn Sie möchten Ihren Beruf an.
Wir veröffentlichen Ihren Namen dann auf der Unterzeichnerliste auf dieser Webseite.

Wenn Sie die Petition unterschreiben, aber Ihren Namen nicht im Internet veröffentlich haben möchten, teilen Sie uns auch dies bitte mit.

Wir leiten die Petition mit den Namen aller Unterzeichner an die Deutschen Bischöfe weiter.

Lesen Sie auch HIER.

 

Vielen Dank – Vergelt’s Gott

 

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Lebens(un)wert

17. Mai 2010

Nun ja, man ist ja als Mensch mittlerweile schon so dermaßen abgestumpft, dass man – wenn man morgens die Zeitung aufschlägt oder abends die Nachrichten einschaltet – absolut nichts mehr empfindet, wenn man solche Neuigkeiten wie folgende aus Katholisches.info zu lesen bekommt:

Großbritannien: Euthanasie soll Organspende-Problem lösen – Bioethiker plädiert für Tod von Wachkoma-Patienten zwecks Organentnahme

(London) Die Transplantation des Organs eines Verstorbenen ist für viele Menschen die letzte Hoffnung aufs Überleben. Weltweit herrscht jedoch ein Mangel an Spenderorganen, auch in Großbritannien. Nach einem ethisch gut begründeten internationalen Konsens gelten Menschen dann als tot, wenn das gesamte Gehirn vollständig und irreversibel erloschen ist („Hirntod“).

Einem potenziellen Organspender dürfen erst dann Organe entnommen werden, wenn der Hirntod endgültig festgestellt wurde. Wachkomapatienten fallen nicht darunter. Doch nun plädieren der britische Bioethiker Julian Savulescu, Ethikprofessor an der Oxford University, und sein Mitarbeiter Dominic Wilkinson für einen radikal utilitaristischen Ansatz: Um die Zahl und Qualität der Organe für Transplantationen zu maximieren, sollte in Zukunft Euthanasie an Wachkoma-Patienten, irreversibel Bewußtlosen und Terminalpatienten auf Intensivstationen möglich sein.

So könnte man in Großbritannien jährlich an ca. 2.200 weitere, dringend benötigte Spenderorgane gelangen, schreiben sie in Bioethics. Ihr Argument: Intensivmedizin ist teuer, mit dem rechtzeitigen Abbruch von lebenserhaltenden Maßnahmen bei Terminal- oder Wachkomapatienten könnten Organe für andere Patienten gerettet werden, die sonst „vergeudet“ würden. Terminalpatienten sollten der aktiven Sterbehilfe für Organspenden („Organ Donation Euthanasia“) noch bei Bewußtsein zugestimmt haben. Wachkoma-Patienten wären auch eine beachtenswerte Organquelle, ihren Zustand definieren die Autoren als rein vegetativ und irreversibel.

Sie geben zu, daß die Umsetzung dieses Vorschlags eine Revolution des medizinischen Ethos bedeuten würde, wonach es Ärzten immer verboten war, Menschen zu töten. Doch wenn dadurch „auch nur ein einziges Leben gerettet werden könnte“, wäre diese Vorgangsweise gerechtfertigt. Töten, um Leben zu retten?

Es sei erschreckend, daß diese radikal utilitaristische Logik immer salonfähiger werde, sagt Susanne Kummer, stellvertretente IMABE-Geschäftsführerin. Die Nutzung des Menschen, der im Stadium des Embryos für Forschungszwecke zerstört werden darf, soll nun offenbar konsequent auch am Lebensende durchgesetzt werden: „Der überzählig produzierte Embryo, den niemand mehr will, der Sterbende, den niemand mehr braucht: Beide sollen noch ‚für irgendetwas gut sein’ und Teil einer Heilsindustrie werden“, kritisiert Kummer und betont: „Keine noch so gut gemeinte Intention, kein noch so erhabener Zweck kann jemals das Mittel der Tötung heiligen.“

(IMABE)

Katholisches.info

Mein Kommentar:

Es war ja schon lange klar, dass früher oder später eine „auserwählte Schar“ entscheiden darf, wer leben darf oder nicht. Ungeborenes Leben ist nicht lebenswert, ältere Menschen, die am Produktionsprozess nicht mehr teilnehmen und dem Staat nur noch Kosten verursachen, haben keine Daseinsberechtigung mehr. Wachkomapatienten oder andere kranke Menschen kann man mit gutem Gewissen die lebenserhaltenden Maschinen abschalten, da sie eh mehr tot sind als lebendig – auch wenn sich gezeigt hat, dass solche Menschen sehr wohl am Leben sind und sogar alles um sie herum wahr nehmen.

Beim Lesen des Artikels kam mir ganz spontan ein Buch von H.G. Wells in den Sinn: „Die Zeitmaschine“, denn dort wird prognostiziert, dass in (weiter) Zukunft der Mensch nur noch eine bestimmte Altersgrenze erreichen darf, ganz egal, ob er krank oder vollkommen gesund ist. Während in dem Roman die Altersgrenze bei 30 Jahren liegt, so ist es gar nicht mal so abwegig, dass in unserer Zukunft der Mensch nicht älter als – sagen wir mal – 50 Jahren liegt, denn so wird gewährleistet, dass er noch genügend Steuern einzahlen kann, denn: Auch das Töten kostet Geld. Und sollte der Mensch behindert oder krank sein, dann ist das umso erfreulicher, dann braucht man das Problem ja nicht auf die lange Bank zu schieben. Aber das Problem mit den Behinderten wird sich in Zukunft ja recht selten stellen, da man solche  lebensunwerten Subjekte ja im Mutterleib schon recht schnell und problemlos entfernen kann.

Und wenn man den Gedankengang weiter spinnt … dann kann man doch glatt auch in Erwägung ziehen, ob man Langzeitarbeitslose nicht auch unter die Kategorie „Lebensunwert“ einstufen kann, denn erstens liegen sie dem Staat nur noch auf der Tasche, und zweitens sind ihre Organe meistens noch lecker frisch und gesund – und so können wir uns alle auf eine herrliche Zukunft einstellen.

Es ist doch einfach klasse, dass wir mehr und mehr abgestumpft werden und uns solche Meldungen gar nicht mehr interessieren. Am allerbesten ist jedoch, dass seit wenigen Jahrzehnten die ehemals heilige katholische Kirche ihre moralische Stimme nicht mehr zu erheben in der Lage ist, auf dass das Gewissen der Nation, das Gewissen der Menschheit wieder etwas aufgerüttelt wird. Soll sich die Kirche doch weiter damit beschäftigen, sich selbst zu zerstören, soll sie doch weiter den netten „Dialog“ mit anderen Religionen pflegen, denn so können wir uns in aller Ruhe dran machen zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht – denn wir brauchen die Organe.

Heinrich Hoffmann