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… tief verborgen

20. Juni 2011

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Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus … Gott, was liebe ich diesen Feiertag. Es ist für mich, als fielen Ostern, Pfingsten und Weihnachten auf ein und denselben Tag.

Fronleichnam … ich bin immer schon Tage im Voraus nervös, weil ich es einfach liebe, mit meinem Gott durch die Straßen zu ziehen, ihm Hymnen singend.

Fronleichnam: Alles wird herausgeputzt, die Gärten, die Straßen, Flaggen und Fähnchen werden aufgehangen, die Messdiener geschniegelt und gestriegelt, die Kommunionkinder dürfen ein zweites Mal ihre festliche Kommunionkleidung anziehen, die edelsten und schönsten liturgischen Geräte und Gewänder werden vom Messner aus dem Schrank geholt, die Straßen werden im Blütenmeere verwandelt, … Alles nur für IHN.

Es ist mittlerweile schon 20 Jahre her, da hatte ich das Vergnügen, im Rahmen eines Praktikums innerhalb meines Studiums in einer Kölner Pfarrei die Ministrantenstunde zu übernehmen. Ich ging mit der kleinen zappelnden Schar, von denen die Hälfte wenige Wochen vorher zur Erstkommunion gegangen war,  in die Kirche, um sie etwas zu beruhigen. Ich wollte mich über ihren Wissensstand informieren und fragte sie daher, was sie denn im Altarraum alles erkennen würden. „Altar, Kerzen, Kruzifix, Blumen, … Tabernakel“.

„Prima“, belohnte ich ihre Antworten. „Und was ist IN dem Altar?“

Schweigen – bis dass eines der Kinder sich auf den Kommunionunterricht besann und mutig  antwortete: „Brot“, was die anderen Ministranten murmelnd bestätigten.

Die Enttäuschung, die Verwirrung, der Schock war groß, als ich den Kindern sagen musste, dass sie leider nicht Recht hatten.

„Aber das hat der Herr Pastor uns so gesagt“, verteidigten die Kleinen Ihr Wissen.

„Es ist trotzdem falsch“. Es tat mir fast Leid, die Kinder davon zu überzeugen, dass man ihnen etwas Falsches beigebracht hatte, aber dennoch musste ich ihnen erklären, dass wir es hier nicht mit einer Bäckerei zu tun hatten, in der Brot gelagert wird, sondern mit einem goldenen Tabernakel in einer Kirche, in dem Gott „wahrhaft, wirklich und wesentlich unter der Gestalt des Brotes“ anwesend ist.

Es versteht sich von selbst, dass dies meine bis heute LETZTE Ministrantenstunde gewesen sein soll …

Gerade vor wenigen Wochen habe ich in einem anderen Zusammenhang mit der Verteidigung unserer Glaubenswahrheiten gelesen, dass man den Menschen des 21. Jahrhunderts nicht zumuten könne, an bestimmte, schwer zu verstehende Dogmen zu Glauben. Also habe sich seit einigen Jahren in Deutschland Bischöfe darauf geeinigt, KEINE Wahrheiten mehr zu verkünden. Erzbischof Zollitsch zum Beispiel meinte ja, Christus sei ja „nur aus Solidarität mit uns Menschen“ am Kreuz gestorben, während einige Bischöfe die Meinung vertreten, dass Christus nicht WAHRHAFT, sondern nur symbolisch von den Toten auferstanden sei.

20 Jahrhunderte konnte man dem Menschen zumuten, an die Glaubenswahrheiten zu glauben, doch nun, wo der Mensch irriger Weise der Überzeugung ist, aufgeklärt zu sein, darf man es ihm nicht mehr zumuten. Die Hirten der Kirche sollten sich schämen!!!

Fronleichnam, ein Fest, das für mich eines der schönsten Feiertage des gesamten Kirchenjahres ist; kein Wunder, dass ich immer einige Tage im Vorfeld schon nervös bin, denn ich darf mit meinen Glaubensschwestern und –brüder Hymnen singend durch die Straßen ziehen, IHM, dem König der Könige huldigend, meinen Glauben an IHN, den Dreifaltig Einen stolz zu bekennen.

Denn das, was wie ein kleines Stückchen Brot ausschaut, ist in Wahrheit derjenige, der vor aller Zeit war und der in Ewigkeit sein wird, der in Nazareth von der Jungfrau empfangen, der in Bethlehem von der Jungfrau geboren, der mit 12 Jahren von seiner Mutter und von seinem Ziehvater in Jerusalem verloren und gesucht und im Tempel wiedergefunden wurde, der Wasser in Wein gewandelt, der über den See Genezareth gewandelt, der den Sturm beruhigt, der auf Petrus, dem Felsen, die Kirche gegründet, der am Gründonnerstag mit den Worten „Dies ist MEIN LEIB“ die Eucharistie eingesetzt hat, der am Karfreitag am Kreuz den Opfertod auf sich genommen und am dritten Tage wieder auferstanden, der vor den Augen seiner Apostel in den Himmel aufgefahren,  der den Heiligen Geist gesandt, … und der wieder kommen wird in Herrlichkeit. … Aber es ist KEIN Brot!

Es ist der, von dem der Engel Gabriel in Nazareth verkündet hat, sie werde den Sohn Gottes empfangen, es ist derjenige, von dem die Engel den Hirten von Bethlehem verkündet hatten, dass der Heiland geboren wurde, es ist der, bei dessen Taufe im Jordan sich der Himmel geöffnet und die Stimme des Vaters verkündet hatte „Dies ist mein geliebter Sohn“, es ist derjenige, von dem der Soldat unter dem Kreuz bekannte, dass dieser wahrhaft Gottes Sohn sei, es ist derjenige, über den der Engel vor dem leeren Grab zu Jerusalem gemahnt hatte, dass sie den Lebenden nicht bei den Toten suchen sollten, … es ist derjenige, für den eine riesige Schar Märtyrer lieber ihr Leben gelassen haben als ihr Glauben an ihn zu verraten. Hätten sie ihr Leben auch für ein Stück Brot gelassen?

Fronleichnam: „Singt dem König Freudenpsalmen!!!“ Selbst wenn alle Kaiser, Könige und Fürsten der Welt an diesem Tag an einem Ort versammelt wären, sie müssten ALLE sich in Ehrfurcht verneigen, weil es Gott ist, der durch die Straßen getragen wird, es ist der Schöpfer des Himmels und der Erde, es ist der Allherrscher und Allweise, es ist der, von dem sie alle ihre Macht erhalten. Es ist derjenige, von dem der ungläubige Thomas fassungslos und den Tränen nahe, doch nun der felsenfesten Überzeugung bekannte: „Mein Herr und mein Gott!“ Aber es ist kein Brot!

Wenn man den (Kommunion-)Kindern natürlich beibringt, dass sie an ihrem Festtag der Erstkommunion NUR ein Stück Brot empfangen, dann darf man sich nicht wundern, dass sie nicht viel von ihrem Glauben halten werden, denn – wer glaubt denn an ein Stück Brot?

Es ist Gott! – Ganz simpel und einfach, wahrhaft, wirklich und wesentlich! Doch wir beobachten, dass die „streitende Kirche“ sich mit der Zeit zur schlaffen, feigen und allzeit „dialogisierenden Kirche“ entwickelt hat, die es jedem Recht machen will nur nicht den Rechtgläubigen, die an den Wahrheiten zweier Jahrtausende festhalten wollen. Wenn also die Hirten der Kirche der Ansicht sind, dass man von den Menschen des 21. Jahrhunderts nicht mehr zumuten könne, an den wahrhaften Gott zu glauben, dann werden sie ihre Gründe haben. Wenn sie der Ansicht sind, man könne den Kindern zumuten, an ein Stück Brot zu glauben, dann werde sie es mit ihrem Gewissen und vor dem letzten Richterspruch am Ende der Zeiten vereinbaren müssen. Ich jedenfalls habe ein SEHR gutes Gewissen, voller Glücksgefühl und voller Stolz an Fronleichnam mit meinem Herrn und meinem Gott, mit meinem Heiland und meinem König durch die Straßen zu ziehen, die schönsten Hymnen ihm zu Ehren singend, und mich vor IHM ehrfürchtig in den Staub werfend, DEN anbetend und verherrlichend, auf dessen Namen ich getauft wurde. Es wäre mir neu, dass ich auf ein Stück Brot getauft worden wäre …

[Hochgelobt und gebenedeit

sei das allerheiligste Sakrament des Altares]

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Zum Mariendogma

9. Dezember 2009

Ex cathedra


Ein neues Marien-Dogma soll verkündet werden!

Als ich diese Nachricht vor einigen Jahren das erste Mal hörte, war ich mehr als glücklich; ich war selig. Die Vorstellung, dass ich es eines Tages erleben darf, wie der Heilige Vater, der Stellvertreter Christi auf Erden von der Loggia der Petersbasilika, im vollen Ornat und mit der heilgen dreifachen Krone, der Tiara, auf das Allerfeierlichste verkündet, was die Kirche seit Alters her geglaubt HAT und was hinfort jeder Christ zu glauben verpflichtet ist, lässt mich mein Glück gar nicht fassen!

Gestern feierten wir das herrrliche Fest der „Conception“, der ohne Makel empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Auch dieses Dogma, 1854 feierlich von Seiner Heiligkeit, dem seligen Papst Pio Nono verkündet, wurde eigentlich Jahrhunderte bis hin zu den ersten Kirchenlehrern geglaubt, so dass es nur folgerichtig war, dass es zum Dogma erhoben wird. Doch wenn heute – Anfang des 21. Jahrhunderts – jemand das Wort „Dogma“ hört, steigt in ihm Beklemmung, Unverständnis, zum Teil sogar Zorn und Hass auf die Kirche auf, die den Gläubigen in eine Zwangsjacke stecken will, der NUR an das zu glauben hat, was man ihm – ex cathedra – vorgibt. Dabei ist die Kirche äußerst behutsam und vorsichtig mit der feierlichen Verkündigung von Dogmen. Es hat sich noch nie ein Papst prunkvoll ans Fenster gestellt und mal eben aus Lust und Laune ein Dogma verkündet. Auch die ersten Konzilien hatten heftigste Diskussionen geführt, bis dass sie sich zur Verkündigung eines Dogmas entschieden.

„Dogmen engen ein, beschneiden die persönliche Freiheit!“, mag eigentlich nur einer denken, der sich weder mit den Dogmen noch mit der heiligen Kirche beschäftigt hat. Die Kirche hat explizit die Lehrgewalt übertragen bekommen, genau so wie die Binde- und Lösegewalt. Wir Gläubige sind die Kinder der Kirche, denen es obliegt, demütig UND voll kindlichen Vertrauens das anzunehmen, was uns die Kirche, die Braut des Heiligen Geistes, uns zu glauben anempfiehlt. Dabei übersieht man immer, dass ein „Neues Dogma“ ein Glaubensgut ist, das schon immer geglaubt WURDE, im Prinzip also nichts Neues ist. Das Neue ist nur, dass es sehr behutsam formuliert, von etwaigen Irrlehren befreit, und dann in einem äußerst feierlichen Akt verkündet und damit für die Weltkirche bestätigt wird wird – und normalerweise freut sich darüber die ganze Christenheit, weil es ja auch ein Grund zur Freude IST. Mit der Akzeptanz, also der bedingungslosen Annahme dessen, was mir die Kirche zu glauben vorgibt, habe ich als gläubiger Christ sozusagen die Gewissheit, dass ich auf dem richtigen Weg bin: auf dem Weg, wo ich nämlich hin will: zur ewigen Glückseligkeit!

Doch mit dem 20. Jahrhundert änderte sich einiges. Seine Heiligkeit, der (fast) selige Papst Pius XII., verkündete im Heiligen Jahr 1950 das feierliche Dogma von der „Aufnahme Mariens in den Himmel“, eine folgerichtige Entscheidung, zu der der gesamte Weltepiskopat gut daran tat, Seine Heiligkeit zu diesem historischen  Schritt zu bewegen, man kann schon fast sagen zu drängen. Denn einige Jahre später wäre es – dem „Aggiornamento“ sei’s gedankt – nicht mehr zur Verkündigung dieser herrlichen Glaubenswahrheit, was schon bis zu den Aposteln zurückzuführen war, gekommen. Schon 1950 kamen Proteste der Protestanten und der Orthodoxen, die sich erbost zeigten, weil sie an der Entscheidung nicht beteiligt gewesen seien. Bei den Brüdern der Orthodoxen Kirche kann ich den Protest ja noch nachvollziehen, aber bei den Protestanten? …

Maria, die demütige Magd aus dem Hause David, wußte nicht, wie Ihr geschah, als ein Engel ihr die Botschaft brachte, dass Gott selbst sie von Anbeginn der Zeiten auserwählt hatte, sie zu Seinem goldenen Gefäß zu machen. Ein Schatz, ein Diamant, ein goldener Ring gehört in eine edle Schatulle, ein erlesenes Behältnis. Doch für GOTT, der sich entscheidet, auf die Welt zu kommen, Mensch zu werden, muss das edelste Gefäß gefunden werden, das es gibt – und das war und ist Maria, die demütige Magd aus dem Hause David. Es versteht sich von selbst, das eben dieses edelste Gefäß, das edelste Geschöpf Gottes, schon vom allerersten Moment ihrer Zeugung bzw. der Empfängnis durch Anna, absolut ohne Makel war (immakulata conception – 1854), vollkommen befreit von der drückenden Last der Erbsünde. Denn Maria war die Neue Eva. „Fiat“ – „Es geschehe“, waren die Worte, die Maria dem Engel antwortete. „Es soll genau so geschehen, wie Du gesagt – und wie Gott es will“. Die Worte klingen eigentlich nicht mehr nach einem Mädchen, nicht mehr nach einer Magd. Wußte sie denn, dass sie genau in diesem Augenblick, da der Herr, der Schöpfer Himmels und der Erde, sich in ihr sein Zelt aufschlagen würde, zur Gottesmutter, zur Gottesgebärerin, zur Königin aller Engel und Heiligen, aller Apostel und Märtyrer werden würde? Ich denke nicht, dass sie sich in genau diesem Augenblick, in dem sie ihr „FIAT“ sprach, von der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst war; aber sie hatte eine Ahnung, die sie in ihrem Herzen bewahrte …

Maria wurde ohne Sünde (bzw. ohne Makel) empfangen, sie war in dem Augenblick, da sie der Engel grüßte, makellos, bis hin zu dem Moment, da sie entschlafen war. Schon die Apostel glaubten und wussten, dass der Leib, die irdische Hülle Marias, von Gott nicht dazu ausersehen war, der Verwesung anheimzufallen. Immerhin war es das edelste Gefäß, dass sich Gott ausgesucht hatte. Schon seit den Zeiten der Apostel bis hin zur feierlichen Verkündigung des Dogmas im Jahre 1950 war es Glaubensgut der Kirche, das Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde – wie schon gesagt, eine folgerichtige und absolut logische Entscheidung.

Genau so logisch und folgerichtig ist die Überlegung, ein neues Dogma zu verkünden, nämlich dass Maria durch ihr „Fiat“ und von dem Moment an, in dem sie dem Engel ihr „Es werde“ gab, Anteil hatte an der Erlösung der Menschheit durch und MIT ihrem Sohn Jesus Christus: Maria wird durch diesen „neuen“ Titel „Miterlöserin“, „Coredemptrix„, woran die Kirche schon seit ewigen Zeiten glaubt(e), nicht zur Göttin oder etwas in der Art erhoben. Ihr steht immer noch nicht das Privileg zu, dass sie angebetet wird – das steht nur Gott zu. Ihr steht es aber zu, dass ihr die größte nur denkbare Verehrung zuteil werde, ist sie, die demütige Magd aus dem Hause David, doch das edelste Gefäß, das sich Gott hat aussuchen können …

Ein Dogma im 3. Jahrtausend? Wie glücklich wäre ich. Mein Glück wäre gar nicht zu fassen!

Doch wird es jemals dazu kommen? Die Kirche ist so sehr mit dem „Dialog“ mit anderen Religionen und Religiosgemeinschaften beschäftigt, dass sie Rücksicht auf sie nehmen werden wird, sie die Gefühle der anderen achten muss. Die Heilige Kirche hat in den letzten 40 Jahren – und wird es auch weiterhin in verstärktem Maße – ihr Profil verwischt, damit das friedliche Nebeneinander und Miteinander der Religionen gewährleistet werde. Friede unter den Religionen, Freude unter den Menschen, und Eierkuchen für alle!

Als Christ ist man sich noch nicht einmal sicher, ob man von einem Bischof, einem Nachfolger der Apostel, erwarten kann, dass er sich seines Glaubens und seiner Treue zu Christus und zur Kirche, der Braut Christi sicher ist. Auf öffentlichen Kundgebungen, Fernseh- und Zeitungsinterviews wird der Glauben relativiert bis hin zur Leugnung der Heilswirkung des Kreuzestodes Christi, womit der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche vollkommen ihres Sinnes und ihrer Daseinsberechtigung beraubt wäre. Solche Bischöfe werden dem Aufruf, für die Verkündigung des Dogmas ihre Unterstützung anzubieten, nie folgen, denn es könnten sich ja Moslems, Juden, Hindus oder Protestanten daran stören, womit der liebgewonnene und fast schon zum Dogma erhobene „Dialog“ in Mitleidenschaft gezogen würde.

Das darf den Christen aber nicht stören. Auch wenn das Dogma nicht verkündet werden sollte – wovon ich ausgehe – so glauben wir dennoch dran, so wie seit Jahrhunderten daran geglaubt wurde. Das Dogma wäre nur eine feierliche Bestätigung unseres Glaubens, sozusagen der Siegel und der Stempel der Weltkirche und des Heiligen Vaters.

HH