Posts Tagged ‘Glauben’

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Gebetsnovene zur Libanonreise des Papstes

5. September 2012

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Liebe Schwestern und Brüder,

liebe Freunde,

 

Vom 14. bis 16. September 2012 reist das Oberhaupt der Christenheit, Papst Benedikt XVI., zu einem Pastoralbesuch in den Libanon. Vor allem möchte der Stellvertreter Christi auf Erden  in der gesamten Region des Nahen Ostens für Frieden werben, nachdem der sogenannte „Arabische Frühling“ sehr viel unnötiges Blutvergießen mit sich gebracht hat. Sowohl für den Nahen Osten als auch die sich im Aufbruch befindlichen Länder Nordafrikas, alles Länder, in denen sich die Christen als erstes ausbreiteten, scheint der Arabische Frühling zu einer Eizzeit zwischen den Religionen und Kulturen zu entwickeln, so dass nach den Revolutionen in Ägypten und Libyen der Begriff „Aufbruch“ eher mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet wird.

Während nun selbst die Medien, die sich stolz als christenfeindlich geben, nun nicht mehr umhin kommen, die zunehmende Gewalt gegen die Christen in unzähligen Ländern der Welt, vor allem in den Ländern des „Aufbruchs“, beim Namen zu nennen, ist es immer wieder das Oberhaupt des kleinsten Staates der Welt, der unermüdlich seine Hand zum Frieden reicht.

Es sei mir nun gestattet, eine Initiative bzw. einen Aufruf von Vaticanista News zur Gebetsnovene zur Reise des Heiligen Vaters in den Libanon aufzugreifen. Wie Monsignore Joachim Schroedel (Priester für die deutschsprachigen Katholiken in Kairo und geistlicher Beirat für Vaticanista) in dem Artikel schreibt, sind „alle Menschen guten Willens […] eingeladen, das untenstehende Gebet an den neun folgenden Tagen, als Novene, täglich zu beten und Gott um seinen Schutz für Papst Benedikt XVI. zu bitten sowie um ein gutes Gelingen dieser Reise.“

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GEBETSNOVENE

AUS ANLASS DES BESUCHS SEINER HEILIGKEIT,

PAPST BENEDIKTS XVI IM LIBANON

(ab Mittwoch, den 5. September 2012)

Herr, unser Gott; als Nachfolger des Apostels Petrus, als oberster Brückenbauer und Stellvertreter Deines Sohnes, wird unser Heiliger Vater, Papst Benedikt XVI., in das christliche Herz des Nahen Ostens, in den Libanon reisen.

Wir bitten Dich:

Gib ihm eine stabile Gesundheit.

Hilf ihm, die Strapazen der Reise zu tragen.

Beschütze ihn auf allen Wegen.

Lass ihn offene Ohren finden für das, was er den Christen des Nahen Ostens sagen will.

Schenke ihm aber auch, dass die Nichtchristen, besonders die Muslime, ihm mit Offenheit und Bereitschaft zum Frieden begegnen.

Herr und Gott, Dein Sohn, unser Herr Jesus Christus, hat die Gestade von Sidon und Tyrus besucht (Math 15,21; Mk 7,24; Luk 4,26) und viele kamen aus diesem Gebiet, um ihn zu hören (Mk 3,8; Lk 6,17).

Wir bitten Dich:

Gib allen Christen des Nahen Ostens Mut und Zuversicht, gerade im Hinblick auf die großen Herausforderungen, vor denen sie stehen.

Schenke ihnen Geduld und Hoffnung, dass Dein Sohn Jesus Christus selbst den Tod besiegt hat und in Deiner Herrlichkeit ist.

Und lass Sie auf die unbesiegbare Kraft des Heiligen Geistes vertrauen .

Das erbitten wir, durch Christus, unseren Herrn. Amen

Es folgt das „Vater Unser“, ein „Ehre sei dem Vater“. Mit dem Gruß an die Gottesmutter (Gegrüßet seist Du, Maria) endet das tägliche Gebet der Novene.

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Mit einem herzlichen Dank an Frau Michaela Koller von Vaticanista News für den Hinweis auf diese Gebetsnovene.

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Ritter des Templerordens

27. Juli 2011

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„non nobis Domine, non nobis, sed nomine Tuo da gloriam.“

Mit der musikalischen Variante unseres für uns Tempelritter omnipräsenten Mottos, des ersten Verses des 115. Psalms „Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen sei die Ehre“, habe ich vor, die schrecklichen Ereignisse des vergangenen Freitags, an dem im Königreich Norwegen unzählige Menschen getötet wurden, auf meine Weise zu verarbeiten.

Ein offensichtlich psychisch kranker Mensch wird von der Presse in die Schublade „christlicher Fundamentalist, Rechtsradikaler, Anti-Islamist, Tempelritter“ gesteckt, obwohl die Tat mit der christlichen Lehre, dem konservativen Gedankengut und mit den Idealen und Prinzipien eines (Tempel-)Ritters aber auch nichts im Geringsten gemeinsam haben. Das schrieb auch der Großmeister des Tempelritter-Ordens der Armen Ritter Christi (OPMC), Berthold Möller, im Blog unseres Ordens. Hierin bezieht er auch deutlich Stellung, dass der Attentäter von Norwegen, Herr Anders Behring Breivik, in irgendeinen Zusammenhang mit dem Tempelritterordens gebracht werden kann und darf.

Die Tempelritter-Orden des 21. Jahrhunderts beziehen sich vollkommen in der Tradition und in den Idealen des Tempelritter-Ordens, der vor knapp 900 Jahren in Jerusalem gegründet worden ist. Der Orden war von vorneherein hierarchisch strukturiert, Demut und Gehorsam ist das Fundament des brüderlichen Zusammenseins innerhalb dieses Ordens. Der Orden ist vor allem christlich geprägt, wurde die Ur-Regel unseres Ordens doch vom einflussreichsten Kirchenmann des 13. Jahrhunderts, dem heiligen Bernhard von Clairvaux geschrieben, der wir uns auch heute noch verpflichtet fühlen. Schon alleine das Wort „Tempelritter-Orden“ zeigt ganz deutlich, dass es sich bei uns um Ritter in einem (Laien-)Orden, man kann vielleicht auch sagen, um (Laien-)Mönche in einem Ritterbund, handelt, deren Grundlagen bis auf den heiligen Benedikt von Nursia, dem Vater des abendländischen Mönchtums, zurückgehen, wenn wir uns des „Betens und Arbeitens“ [ora et labora] in unserem täglichen kontemplativen und caritativen Dienst hingeben.

„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ [Mk 8, 34b] DAS ist es, was wir nicht nur predigen, sondern auch in die Tat umsetzen. Ein leuchtend rotes Kreuz ziert unseren weißen Umhang. Damit bekunden wir – für alle sichtbar – unsere körperliche und geistige Zugehörigkeit zu Jesus von Nazareth, von dem nun wirklich nicht behauptet werden kann, dass er ein Verfechter der Gewalt war bzw. ist ist. Die Tempelritter des Mittelalters, das lässt sich ja nun nicht leugnen, waren Ritter, die dem Aufruf der Kirche zum Kreuzzug gefolgt waren, um die heiligen Stätten im heiligen Land, um die Pilger des heiligen Landes zu schützen. Man kann sie nicht mit Söldnerheeren vergleichen.

Was WIR Ritter des 21. Jahrhunderts unseren Vorfahren aus denKreuzzügen jedoch auf ewig hoch anrechnen werden, was die Tempelritter des Mittelalters aber sehr in Verruf gebracht hatte, was dem Tempelritterorden Neid einbrachte war, dass zwischen ihnen und dem sogenannten Feind ein reger Austausch statt gefunden hatte. Die Araber/Sarazenen waren den Christen in vielerlei Dingen um einiges voraus, vor allem auf kulturellem und wissenschaftlichem – und hier vor allem dem medizinischen – Gebiet. Die Frage sei nun erlaubt, ob genau HIER „der Schatz der Templer“ begraben liegt, weil die durch die kulturellen/wissenschaftlichen Bereicherungen dem noch im „dunklen Zeitalter“ befindlichen Europa einen bis dahin vollkommen unbekannten Dienst erweisen konnten, von dem vor allem die christlichen Monarchen  – übrigens bis zum heutigen Zeitpunkt – dem Tempelritterorden unendlich vieles zu verdanken haben. Dass dem Tempelritterorden aufgrund seiner raschen Ausbreitung und seines (vermeintlichen) Reichtums Argwohn, Neid und Zweifel anhafteten, so dass man ihm die skurrilsten Ordenspraktiken andichtete, rundet das traurige Kapitel des Tempelritterordens, in dessen Ende wir nur noch von Habsucht, Niederträchtigkeit und Feigheit von Seiten des Königs Philips des Schönen und des von ihm abhängigen Papstes Clemens II. lesen, in dessen Ende wir nur noch von Verfolgung, Zerstörung und Scheiterhaufen lesen, ab.

Nun soll aber, um auf die Kreuzritter zurück zu kommen, der Gerechtigkeit genüge getan werden, wenn wir offen zugeben, dass es auch unter den Rittern schwarze Schafe gegeben hatte, die eher brandschatzend und raubend durch die Lande zogen. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass es sich hierbei um einen Templer, einen Johanniter, einen Deutschordensritter oder Grabesritter gehandelt haben soll, aber das steht hier auch nicht zur Diskussion. Was aber ganz deutlich herausgestellt werden muss ist folgendes: Der Tempelritterorden wurde im Jahre 1314 infolge eines der größten Justizskandale der Weltgeschichte aufgehoben und sein Großmeister Jacques de Molay mit seinen treuen Gefolgsleuten dem Scheiterhaufen überlassen. Es hat sich aber gezeigt, dass der Tempelritterorden rehabilitiert und von allen Beschuldigungen freigesprochen wurde [Chinon-Dokument]- es fehlt nur noch die offizielle Rehabilitation des heiligen Vaters in Rom. Inzwischen haben sich überall neue Ordensniederlassungen des Templerordens gegründet, die sich demütig und treu dem Dienst im Namen der Gottes- und Nächstenliebe hingeben …

Hier muss ich leider inne halten, denn nun beginnt leider ein für die Geschichte und das Ansehen des Ordens der Templerritter recht trauriges Kapitel, denn auch hier gilt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“. Unter dem Zeichen des Templerkreuzes haben sich überall auf der Welt Kongragationen gebildet, die eher dem Okkulten anhangen und die sich vollkommen dem freimaurerischen Gedankengut verschrieben haben. Durch die historische Verfolgung der Tempelritter und den skurrilen Vorwürfen, die ihnen zu Last gelegt wurden, haftete den Templern seit dem 14. Jahrhundert der Glorienschein der „Gralshüter“ und der „Hüter des Schatzes, des Geheimnisses, des Lichtes“ an. Dass sich von daher die Anfang des 18. Jahrhunderts aufkommenden Freimaurer vor allem dieses geheimnisumwobenen Auras angenommen haben, kann man nachvollziehen, denn es lastete ja zu dem Zeitpunkt immernoch der Fluch der Unwahrheit auf dem aufgelösten Ritterorden.

Auch heute finden wir allerorts eine beängstigende Symbiose von Freimaurertum und den Symbolen des Tempelritters, so auch im Fall des von Breivik – laut seinen eigenen Aussagen in seinem „Manifest“ – im Jahre 2002 selbst gegründeten „Tempelritterordens, welcher sich zwar auch auf die Urtempler berufen soll, de aber alles andere als christliche Merkmale aufweist, von den ritterlichen Prinzipien ganz zu schweigen. Vielmehr finden wir hier einen Zusammenhang mit einer besonders in den skandinavischen Ländern weit verbreiteten „Kirche Satans“ und die Strukturen des Freimaurertums. Der zumindest namentliche und symbolische Zusammenhang mit dem „Tempelritterorden“ ist für uns in der Tradition der Tempelritter des Jahres 1118 stehenden Nachfolger ärgerlich, aber nun nicht mehr rückgängig zu machen. Hier muss aber die Medienwelt sehr wohl zu unterscheiden wissen, ob es sich um wahre Tempelritter, die einem christlichen, caritativen (Laien-)Orden, oder ob es sich um Freimauerer oder „Freizeitritter“ handelt, deren Interesse einzig und alleine darin liegt, sich auf Mittelaltermärkten oder Ritterfetspielen zu vergnügen, oder ob es sich um anti-christliche, freimaurerische, gegen alle Ordnung (auch die göttliche) und Werte agierende und propagierende Gemeinschaft von „Neue-Welt-Ordnung“-Kämpfern handelt. Mit den beiden letztgenannten Exemplaren von „Tempelrittern“ hat der Tempelritterorden als solches absolut nichts zu tun, weil wir uns offen zu unseren christlichen Fundamenten bekennen, weil wir zu unserer hierarchischen Struktur unseres Ordens stehen, weil wir in der Mehrheit eine Staatsform Monarchie bevorzugen, weil wir für konservative Werte und Ideale einstehen – alles, was der Freimaurer bis aufs Blut hasst und bekämpft – notfalls auch mit Gewalt. Es ist nicht die Aufgabe des Tempelritter-Ordens Stellung zu den tagespolitischen Begebenheiten zu beziehen, wir sind keine politische Institution und streben von daher auch kein politisches Mitspracherecht an. Das bedeutet nun nicht, dass einzelne Angehörige unseres Ordens nicht in der Politik aktiv werden darf – das ist seine Privatsache, und da haben wir nur indirekt Einfluss darauf. Wenn aber festgestellt wird, dass ein Ordensangehöriger Positionen bezieht, die den Prinzipien des christlichen Glaubens und den Idealen des Rittertums entgegen stehen, dann muss ggf. eingegriffen werden und auf seine Gehorsamspflicht gegenüber dem/den Ordensoberen hingewiesen werden; denn extremistisches Gedankengut, sei es aus dem linken oder dem rechten Spektrum, kann und darf in einem Ritterorden nicht geduldet werden.

Wenn nun ein Herr Anders Behring Breivik ein mehr als 1500-Seiten großes Manifest (ab)schreibt und das Templerkreuz drauf setzt, dann ist das für die Medienwelt noch lange kein Grund, den Tempelritter-Orden als solches für die schrecklichen Attentate von Oslo und Utoya in Zusammenhang zu bringen. Der Ritter, der Christ und der Mensch in uns verurteil die grausame Tat dieses psychisch kranken Menschen mindestens so sehr wie der Rest der Welt, denn die Tat war eine aus reinem Hass – und dies ist ein vollkommenes Fremdwort für uns. Hass hat mit der christlichen Idee, der Lehre Christi nichts zu tun, genauso wenig wie Mord.

Wie Großmeister Berthold Möller OPMC geschrieben hat, kann Anders Behring Breivik auch kein Christ als solches gewesen sein, weil er wider die 10 Gebote und wider das Göttlichen Gebot von der Gottes- und Nächstenliebe gehandelt hat – in Gedanken, Worten und Werken. Das Zusammenwerfen der neuen europäischen Feindbilder „Christ“, „Rechtsradikaler“, „Freimaurer“ und „Tempelritter“ in EINEM Topf ist unüberlegt – und vollkommen unlogisch noch dazu, weil diese Begriffe und die damit verbundenen Weltanschauungen sich teilweise vollkomen widersprechen. Aber wir Christen und Tempelritter sehen unsere Reputation zumindest angekratzt, wenn nicht sogar zerstört, und es wird – wenn die Entwicklung der Medien und der politischen Landschaft in dem ehemals christlichen Europa weiter so geht – darauf hinaus laufen, dass auch der Papst in Rom für solche bestialischen Taten verantwortlich gemacht wird. Aber auch IHN werden wir verteidigen, weil er der Stellvertreter Christi auf Erden ist. Und DER war bzw. IST nun wirklich nicht dafür bekannt gewesen, dass er Gewalt verherrlicht hat.

non nobis Domine, non nobis …

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Das Erbe des Vaters (Michaela Koller interviewt Karl von Habsburg-Lothringen)

18. Juli 2011

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Erzherzog Otto und Erzherzogin Regina von Österreich

„Otto, ein sterblicher, sündiger Mensch“ hat seine letzte Ruhestätte in der Kaisergruft der Wiener Kapuzinerkirche gefunden. Nicht Kronen und Titel, nicht Orden und Ehrenzeichen, nicht Ämter und Auszeichnungen haben ihm, Dr. Otto von Habsburg-Lothringen und seiner Frau Regina, die Tore zur Kaisergruft geöffnet, sondern Bescheidenheit und Demut vor dem, der weitaus größer ist als alles zusammen.

Auch wenn es schwer fällt, wieder zur Tagesordnung über zu gehen, so werden wir es dennoch tun. Unsere Tagesordnung wird aber nicht die gleiche sein wie bisher, denn wir sind etwas sensibler geworden für das Wort „Verantwortung“. Das GANZE Leben des Erzherzogs Dr. Otto von Österreich war vom Augenblick seiner Geburt am 20. November 1912 bis zu dem Tag, an dem er im Kreise seiner Kinder am 4. Juli 2011 für immer die Augen geschlossen hat, von dem ihm von seinem Vater, dem seligen Kaiser Karl, und von seiner Mutter, Kaiserin Zita, vererbten Verantwortungsbewusstsein geprägt: Verantwortung vor seiner Familie, Verantwortung vor seinen Vorfahren, Verantwortung vor Gott,vor den Mitmenschen und vor der Geschichte. Und dieser Verantwortung war sich der Sohn des letzten Kaisers der Donau-Monarchie in jeder Hinsicht bewusst.

Es fällt uns außerordenlich schwer, unsere Dankbarkeit für diesen großen Mann, für diesen „Hohen Herrn“ (S. Em. Dr. Christoph Card. Graf von Schönborn beim Requiem im Wiener Stephansdom) auszudrücken, wir können nicht die passenden Worte finden. Die Bilder der verschiedenen Trauerveranstaltungen in Bayern und Österreich sprechen aber Bände: Alle kamen sie zu seinem Sarg, um Abschied zu nehmen: die, die ihn liebten, und die, die seit fast 100 Jahren eine Heidenangst vor ihm hatten. Angst, weil Dr. Otto von Habsburg-Lothringen etwas bewegen konnte und etwas bewegt HAT, auch wenn man so kurz nach seinem Tod auch den Eindruck vermittelt bekommt, als sei er Zeit seines Lebens von Misserfolg begleitet gewesen.

Lassen wir Erzherzog Dr. Otto von Österreich aber erst einmal in Frieden ruhen, um nach einer gewissen Zeit erkennen und all seinen Feinden in der fest im Sattel sich wähnenden „Republik“ beweisen zu können, dass er auf ganzer Linie erfolgreich war: Als kaiserlicher und königlicher Prinz, als Erzherzog, als Präsident der Paneuropa-Union, als Politiker, als Familienvater, als „sterblicher, sündiger Mensch“.

Lassen wir Otto von Habsburg-Lothringen in Frieden ruhen und richten unsere Gedanken, unsere Gebete und unsere Hoffnungen auf SKKH Erzherzog Karl von Österreich, mit dem Frau Michaela Koller in Vaticanista News folgendes Interview geführt hatte (für dessen Veröffentlichung mir die freundliche Genehmigung von Frau Michaela Koller vor liegt – herzlichen Dank an dieser Stelle):

H.H.

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„Die Europäische Idee ist eine

logische Konsequenz der Reichsidee“

Publiziert am Juli 16, 2011 von michaela in Vaticanista News

Interview mit Karl von Habsburg, Chef des Hauses Habsburg, über das Erbe des Vaters und die Zukunft der Familie

WIEN, 16. Juli 2011 (Vaticanista/dapd).- Nach dem Tod von Otto von Habsburg erwägt die Familie die Einrichtung eines Gedenkorts für den CSU-Politiker und ältesten Sohn des letzten Kaisers von Österreich. “Es gibt natürlich einige Überlegungen in diese Richtung”, sagte Karl von Habsburg, der Nachrichtenagentur dapd. “Aber was sich davon manifestiert, wird man sehen.” Michaela Koller sprach mit dem Chef des Hauses Habsburg am Rande der Trauerfeierlichkeiten.

Karl von Habsburg vor dem Gebet in der Synagoge; Foto: Koller
Karl von Habsburg vor dem Gebet in der Synagoge; Foto: Koller

Aus der ganzen Welt erreichten Sie eine große Anteilnahme am Tod Ihres Vaters. Was bedeutet dies für Sie und die Familie?

Habsburg: Für mich bedeutet das einfach auch eine Würdigung seines Lebenswerkes. Eine vergleichbare Spannbreite in einem aktiven politischen Leben wie bei meinem Vater gibt es ja wohl kaum: Er hatte in der Monarchie noch eine offizielle Funktion, engagierte sich während des Zweiten Weltkriegs und später im Europäischen Parlament. An den medialen und persönlichen Reaktionen sehe ich, dass sie seinem Einsatz Rechnung tragen.

Sie haben beim Trauerempfang in München betont, dass Ihr Vater sich wirklich in Bayern heimisch gefühlt hat. Welche Verbindung wird es denn in Zukunft zwischen Bayern und dem Haus Habsburg geben?

Habsburg: Viele meiner nahen Verwandten leben noch in Bayern. Die Verbindungen sind weiterhin so intensiv wie früher, da sehe ich keinen Bruch. Wir Kinder sind halt auch gebürtige Bayern.

Wer lebt konkret in der alten Heimat?

Habsburg: Meine Schwester Gabriela. Sie lebt als georgische Botschafterin zum Teil in Berlin, aber auch in Bayern.

Wird es dort auch einen Gedenkort geben?

Habsburg: Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen. Es gibt natürlich einige Überlegungen in diese Richtung. Aber was sich davon manifestiert, wird man sehen.

Ihr Vater war einst Kronprinz von Österreich-Ungarn, der Letzte in einer langen Reihe. Ist mit seinem Tod eine Ära zu Ende gegangen?

Habsburg: Mit dem Tod eines jeden Menschen geht eine Ära zu Ende. Einige Leute sagen aber, das sei das Ende der Habsburger. Das sehe ich natürlich nicht so. Ich meine, dass wir, in dem Sinne, wie wir erzogen wurden und hinsichtlich der Dinge, für die wir uns als Familie einsetzen, gar nicht so schlecht aufgestellt sind. Wenn man sieht, in wie vielen verschiedenen Ländern und in welchen Bereichen wir politisch vertreten sind, muss ich darüber nicht besorgt sein.

Hans-Gert Pöttering, ehemals Präsident des EU-Parlaments, rief bei seiner Rede beim Münchner Trauerempfang dazu auf, dem Vermächtnis Ihres Vaters treu zu bleiben. Was bedeutet dies für Sie persönlich?

Habsburg: Wir alle, besonders wir Kinder, sind sowieso von seinem europäischen Geist und seiner Überzeugung schon immer sehr geimpft gewesen, haben seine Tätigkeit seit jeher gerne unterstützt und unglaublich gerne mit ihm zusammengearbeitet. Und es ist klar, dass wir das in einer anderen Form als Tradition fortsetzen werden.

Können Sie das konkreter benennen, inwiefern pflegt Ihre Familie nun das Erbe?

Habsburg: Meine Schwester Walburga sitzt als Abgeordnete im schwedischen Parlament und führt auch in der OSZE die Ideen meines Vaters weiter fort, mein Bruder Georg ist ungarischer Sonderbotschafter und Präsident des ungarischen Roten Kreuzes und meine Schwester Gabriela erwähnte ich schon. Meine Haupttätigkeit ist die für die Stiftung Blue Shield, in deren Rahmen wir uns um den Schutz von Kulturgütern in Konfliktgebieten einsetzen. Wir alle sind im Umfeld der Politik tätig und können da die Ideale, die mein Vater verkörpert hat, mit einbringen. Sogar die nächste Generation beginnt sich zu engagieren, wie einer der Söhne meiner Schwester in Spanien. Das Interesse an der Politik reißt also nicht ab.

Ihr Vater sagte einmal, er danke Gott dafür, dass er Parlamentarier geworden ist. Im EU-Parlament erzählt man sich noch, dass leidenschaftlich gerne Abgeordneter war. Wie ist dieses Bekenntnis Monarchisten zu vermitteln?

Habsburg: Mein Vater hat stets klar gemacht, dass seine politische Tätigkeit in der Tradition seiner Vorfahren steht, aber unter modernen Umständen. Die Familie hat eine lange Tradition als Berufspolitiker. Mein Vater hat erkannt, dass aus dem, was man früher die Reichsidee bezeichnet hat, eine logische Konsequenz die Europäische Idee ist. Mit denselben Idealen und demselben Enthusiasmus hat er sich für Europa eingesetzt. Deswegen war es für ihn wichtig, dass er in den letzten Wochen noch mitbekommen hat, was sich zwischen Kroatien, das einmal zum Habsburgerreich gehörte, und der Europäischen Union getan hat.

Was machte die Reichsidee aus?

Habsburg: Es bedeutet eine übernationale Rechtsordnung mit dem Prinzip des Vorrangs der Eigenverantwortung sowie mit christlichen Wertvorstellungen. Das war für meinen Vater wesentlich.

Die Art und Weise, wie die Trauerfeierlichkeiten gestaltet werden, zeigen aber, dass Ihr Vater weit mehr als ein Parlamentarier war. Hätte er sich diese Dimension so gewünscht?

Habsburg: Das weiß ich nicht, aber ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass wir das nicht einschränken konnten: In Bayern, Österreich und in Ungarn, wo mein Vater unglaublich aktiv war, gibt es viele Leute, die absolut nicht verstehen würden, wenn dort nichts stattfinden würde.

Nach jedem Requiem für Ihren Vater wird die Kaiserhymne gesungen, einschließlich der Zeilen „Innig bleibt mit Habsburgs Throne Österreichs Geschick vereint“. Wie legen Sie diese Worte gegenüber Ihren Kindern aus?

Habsburg: Man muss den Kindern selbstverständlich auch beibringen, was ihre Familiengeschichte ist. Man darf dabei aber nicht Zeile für Zeile wörtlich nehmen, sondern muss diese im historischen Zusammenhang sehen.

[Erstveröffentlichung: © dapd, 14. Juli 2011]

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Petition Pro Ecclesia

9. Februar 2011

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Petition Pro Ecclesia


Für die Kirche und den Glauben in unserem Land haben wir, die Unter­zeichner, diese Petition verfasst. Wir legen sie vor, um zu bekräftigen, dass der Glaube an den Dreifaltigen Gott, wie ihn uns die Apostel und ihre Nachfolger überliefert haben, lebendig ist.
Nachdem sich einige Spitzenpolitiker der CDU vor wenigen Wochen mit einem Offenen Brief an die Bischöfe gewandt haben, haben nun über 200 Theologieprofessoren ein Memorandum mit ähnlichen und noch weiter ge­henden Forderungen unterzeichnet.

Wir wollen darauf ebenfalls öffentlich antworten und mit dieser Petition an unsere Bischöfe dem verzerrten Bild von der Kirche in der Öffentlichkeit entgegentreten.

Diese Forderungen an die Bi­schöfe fügen der Kirche großen Schaden zu. Gläubige werden verunsichert, getäuscht und in die Irre geführt. Diesem unredlichen Verhalten von Theo­logen und Politikern treten wir entgegen, indem wir uns deutlich und ver­nehmbar an die Seite unserer Bischöfe stellen und unsere Einheit mit dem Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., bekunden.

Darum richten wir an Sie, liebe Bischöfe, die folgenden Bitten:

  1. Treten Sie bitte diesen Forderungen von Politikern, Theologieprofes­soren, Pressevertretern und anderen mit aller Entschiedenheit entgegen. Die Katholiken, die sich in ihrem Alltag fortwährend mit solchen An­würfen konfrontiert sehen, brauchen den sicht- und hörbaren Bei­stand ihrer Hirten.
  2. Bitte geben Sie den Priestern und Priesteramtskandidaten ein deutliches Signal der Unterstützung, dass der Zölibat, die Lebensform, auf die sie sich vorbereiten oder die sie gewählt haben, kein altmodisches Auslaufmodell, sondern die dem Priester angemessene Lebensform ist. Gerade jetzt, in dieser schweren Zeit, brauchen die Priester den Rückhalt ihrer Bischöfe.
  3. Stellen Sie bitte als Hirten sicher, dass Forschung und Lehre an den Theologischen Fakultäten und Instituten bei allem Respekt vor der notwendigen Freiheit der Wissenschaft im Einklang mit der Lehre der Kirche erfolgt. Wir brauchen Dozenten und Professoren, die den Glauben intellek­tuell redlich untermauern und unserer säkularisierten Gesellschaft auch im wissenschaftlichen Diskurs an den Universitäten etwas zu sagen haben.
  4. Zeigen Sie sich bitte auch für die Studentinnen und Studenten in allen Bereichen der Theologie (Priesteramtskandidaten, Lehramtsanwär­ter, angehende Pastoral- und Gemeindereferenten) verantwortlich. Geben Sie ihnen durch Bestellung geeigneter Seelsorger ein deutli­ches Signal, dass ein Theologiestudium nur mit der Kirche – niemals aber gegen die Kirche – sinnvoll sein kann.
  5. Halten Sie bitte die Liturgie in Ihrem Bistum im Blick. Sorgen Sie dafür, dass liturgische Experimente beendet werden. Wir Gläubigen haben ein Recht auf eine Liturgie, wie sie in den Riten der Kirche festge­legt ist. Der Priester ist nicht Herr der Liturgie, sondern ihr Diener. Liturgie ist Ausdruck der Einheit der Kirche. Wer die Einheit des Betens der Kirche aufkündigt, bringt die Einheit der Kirche selbst in Ge­fahr.
  6. Geben Sie bitte ein deutliches Bekenntnis zu Ehe und Familie im Sinne der Kirche. Bei allem Respekt vor der Entscheidung des Einzelnen, andere Lebensformen zu wählen, soll aber in der Gesellschaft deut­lich werden, dass die christliche Ehe ein Sakrament ist. Gleichge­schlechtliche und nichteheliche Partnerschaften können der Ehe niemals gleichgestellt sein.
  7. Der angekündigte Dialog darf kein Dialog zwischen den obersten Etagen von Elfenbeintürmen sein. Es ist eine gute Sache, miteinan­der zu reden. Doch die Grundfeste der Kirche dürfen im Dialog nicht zur Disposition gestellt werden.

Wir legen Ihnen diese Bitten vor und sind der festen Überzeugung, bei Ih­nen, wie der Volksmund sagt, offene Türen einzurennen. Dennoch haben wir diese Bitten an Sie formuliert, um unsere Solidarität mit Ihnen, den Priestern in unseren Gemeinden und gläubigen Katholiken im Land deut­lich zu machen. Es ist nicht unsere Absicht, Unerfüllbares zu verlangen. Die Wirklichkeit, die das Leben der Kirche in unserem Land prägt, ist auch uns sehr wohl bewusst. Nehmen Sie diese Petition als Ausdruck unserer Sorge entgegen. Wir versichern Sie unseres Gebetes für Ihr schweres Hir­tenamt in dieser Zeit.

 

aus: http://petitionproecclesia.wordpress.com/

Die Liste derjenigen, die bisher unterschrieben haben, siehen sie HIER
Wenn auch SIE diese wichtige Petition unterstützen möchten, senden Sie bitte eine e-Mail an petitionproecclesia@web.de

Geben Sie Ihren vollen Namen, Ihren Wohnort, Ihr Heimatbistum und wenn Sie möchten Ihren Beruf an.
Wir veröffentlichen Ihren Namen dann auf der Unterzeichnerliste auf dieser Webseite.

Wenn Sie die Petition unterschreiben, aber Ihren Namen nicht im Internet veröffentlich haben möchten, teilen Sie uns auch dies bitte mit.

Wir leiten die Petition mit den Namen aller Unterzeichner an die Deutschen Bischöfe weiter.

Lesen Sie auch HIER.

 

Vielen Dank – Vergelt’s Gott

 

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Zita

10. Dezember 2009

„Mein Beitrag ist gering,

aber meine Unterstützung kommt von Herzen.“

Ihre Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät

Zita

von Gottes Gnaden Kaiserin von Österreich,

Königin von Ungarn und Böhmen, von Dalmatien, Kroatien, Slawonien, Galizien, Lodomerien und Illyrien;

Königin von Jerusalem etc.;

Erzherzogin von Österreich;

Großherzogin von Toskana und Krakau;

Herzogin von Lothringen, von Salzburg, Steyer, Kärnten, Krain und der Bukowina;

Großfürstin von Siebenbürgen, Markgräfin von Mähren;

Herzogin von Ober- und Niederschlesien, von Modena, Parma, Piacenza und Guastalla, von Auschwitz und Zator, von Teschen, Friaul, Ragusa und Zara;

Gefürstete Gräfin von Habsburg und Tirol, von Kyburg, Görz und Gradisca;

Fürstin von Trient und Brixen;

Markgräfin von Ober- und Niederlausitz und in Istrien;

Gräfin von Hohenems, Feldkirch, Bregenz, Sonnenberg etc.;

Herrin von Triest, von Cattaro und auf der Windischen Mark;

Großwojwodina der Wojwodschaft Serbien

etc., etc.

Ouverture du procès en béatification de l’impératrice Zita d’Autriche

Le 10 décembre s’ouvre le procès de béatification et canonisation de l’impératrice Zita d’Autriche auprès de l’évêché du Mans. Le travail officiel de la commission historique comprend notamment l’audition de témoins.

[Am (heutigen) 10. Dezember (2009) wird unter dem Vorsitz des Bischofs von Mans das Seligsprechungsverfahren für die Kaiserin Zita von Östrereich eröffnet. Die Historische Kommission beginnt ihre Arbeit mit der Vernehmung von (Zeit-)Zeugen]

aus: Noblesse et Royautés

Kaiserin & Königin Zita (9. Mai 1892 – 14. März 1989)

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Zum Mariendogma

9. Dezember 2009

Ex cathedra


Ein neues Marien-Dogma soll verkündet werden!

Als ich diese Nachricht vor einigen Jahren das erste Mal hörte, war ich mehr als glücklich; ich war selig. Die Vorstellung, dass ich es eines Tages erleben darf, wie der Heilige Vater, der Stellvertreter Christi auf Erden von der Loggia der Petersbasilika, im vollen Ornat und mit der heilgen dreifachen Krone, der Tiara, auf das Allerfeierlichste verkündet, was die Kirche seit Alters her geglaubt HAT und was hinfort jeder Christ zu glauben verpflichtet ist, lässt mich mein Glück gar nicht fassen!

Gestern feierten wir das herrrliche Fest der „Conception“, der ohne Makel empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Auch dieses Dogma, 1854 feierlich von Seiner Heiligkeit, dem seligen Papst Pio Nono verkündet, wurde eigentlich Jahrhunderte bis hin zu den ersten Kirchenlehrern geglaubt, so dass es nur folgerichtig war, dass es zum Dogma erhoben wird. Doch wenn heute – Anfang des 21. Jahrhunderts – jemand das Wort „Dogma“ hört, steigt in ihm Beklemmung, Unverständnis, zum Teil sogar Zorn und Hass auf die Kirche auf, die den Gläubigen in eine Zwangsjacke stecken will, der NUR an das zu glauben hat, was man ihm – ex cathedra – vorgibt. Dabei ist die Kirche äußerst behutsam und vorsichtig mit der feierlichen Verkündigung von Dogmen. Es hat sich noch nie ein Papst prunkvoll ans Fenster gestellt und mal eben aus Lust und Laune ein Dogma verkündet. Auch die ersten Konzilien hatten heftigste Diskussionen geführt, bis dass sie sich zur Verkündigung eines Dogmas entschieden.

„Dogmen engen ein, beschneiden die persönliche Freiheit!“, mag eigentlich nur einer denken, der sich weder mit den Dogmen noch mit der heiligen Kirche beschäftigt hat. Die Kirche hat explizit die Lehrgewalt übertragen bekommen, genau so wie die Binde- und Lösegewalt. Wir Gläubige sind die Kinder der Kirche, denen es obliegt, demütig UND voll kindlichen Vertrauens das anzunehmen, was uns die Kirche, die Braut des Heiligen Geistes, uns zu glauben anempfiehlt. Dabei übersieht man immer, dass ein „Neues Dogma“ ein Glaubensgut ist, das schon immer geglaubt WURDE, im Prinzip also nichts Neues ist. Das Neue ist nur, dass es sehr behutsam formuliert, von etwaigen Irrlehren befreit, und dann in einem äußerst feierlichen Akt verkündet und damit für die Weltkirche bestätigt wird wird – und normalerweise freut sich darüber die ganze Christenheit, weil es ja auch ein Grund zur Freude IST. Mit der Akzeptanz, also der bedingungslosen Annahme dessen, was mir die Kirche zu glauben vorgibt, habe ich als gläubiger Christ sozusagen die Gewissheit, dass ich auf dem richtigen Weg bin: auf dem Weg, wo ich nämlich hin will: zur ewigen Glückseligkeit!

Doch mit dem 20. Jahrhundert änderte sich einiges. Seine Heiligkeit, der (fast) selige Papst Pius XII., verkündete im Heiligen Jahr 1950 das feierliche Dogma von der „Aufnahme Mariens in den Himmel“, eine folgerichtige Entscheidung, zu der der gesamte Weltepiskopat gut daran tat, Seine Heiligkeit zu diesem historischen  Schritt zu bewegen, man kann schon fast sagen zu drängen. Denn einige Jahre später wäre es – dem „Aggiornamento“ sei’s gedankt – nicht mehr zur Verkündigung dieser herrlichen Glaubenswahrheit, was schon bis zu den Aposteln zurückzuführen war, gekommen. Schon 1950 kamen Proteste der Protestanten und der Orthodoxen, die sich erbost zeigten, weil sie an der Entscheidung nicht beteiligt gewesen seien. Bei den Brüdern der Orthodoxen Kirche kann ich den Protest ja noch nachvollziehen, aber bei den Protestanten? …

Maria, die demütige Magd aus dem Hause David, wußte nicht, wie Ihr geschah, als ein Engel ihr die Botschaft brachte, dass Gott selbst sie von Anbeginn der Zeiten auserwählt hatte, sie zu Seinem goldenen Gefäß zu machen. Ein Schatz, ein Diamant, ein goldener Ring gehört in eine edle Schatulle, ein erlesenes Behältnis. Doch für GOTT, der sich entscheidet, auf die Welt zu kommen, Mensch zu werden, muss das edelste Gefäß gefunden werden, das es gibt – und das war und ist Maria, die demütige Magd aus dem Hause David. Es versteht sich von selbst, das eben dieses edelste Gefäß, das edelste Geschöpf Gottes, schon vom allerersten Moment ihrer Zeugung bzw. der Empfängnis durch Anna, absolut ohne Makel war (immakulata conception – 1854), vollkommen befreit von der drückenden Last der Erbsünde. Denn Maria war die Neue Eva. „Fiat“ – „Es geschehe“, waren die Worte, die Maria dem Engel antwortete. „Es soll genau so geschehen, wie Du gesagt – und wie Gott es will“. Die Worte klingen eigentlich nicht mehr nach einem Mädchen, nicht mehr nach einer Magd. Wußte sie denn, dass sie genau in diesem Augenblick, da der Herr, der Schöpfer Himmels und der Erde, sich in ihr sein Zelt aufschlagen würde, zur Gottesmutter, zur Gottesgebärerin, zur Königin aller Engel und Heiligen, aller Apostel und Märtyrer werden würde? Ich denke nicht, dass sie sich in genau diesem Augenblick, in dem sie ihr „FIAT“ sprach, von der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst war; aber sie hatte eine Ahnung, die sie in ihrem Herzen bewahrte …

Maria wurde ohne Sünde (bzw. ohne Makel) empfangen, sie war in dem Augenblick, da sie der Engel grüßte, makellos, bis hin zu dem Moment, da sie entschlafen war. Schon die Apostel glaubten und wussten, dass der Leib, die irdische Hülle Marias, von Gott nicht dazu ausersehen war, der Verwesung anheimzufallen. Immerhin war es das edelste Gefäß, dass sich Gott ausgesucht hatte. Schon seit den Zeiten der Apostel bis hin zur feierlichen Verkündigung des Dogmas im Jahre 1950 war es Glaubensgut der Kirche, das Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde – wie schon gesagt, eine folgerichtige und absolut logische Entscheidung.

Genau so logisch und folgerichtig ist die Überlegung, ein neues Dogma zu verkünden, nämlich dass Maria durch ihr „Fiat“ und von dem Moment an, in dem sie dem Engel ihr „Es werde“ gab, Anteil hatte an der Erlösung der Menschheit durch und MIT ihrem Sohn Jesus Christus: Maria wird durch diesen „neuen“ Titel „Miterlöserin“, „Coredemptrix„, woran die Kirche schon seit ewigen Zeiten glaubt(e), nicht zur Göttin oder etwas in der Art erhoben. Ihr steht immer noch nicht das Privileg zu, dass sie angebetet wird – das steht nur Gott zu. Ihr steht es aber zu, dass ihr die größte nur denkbare Verehrung zuteil werde, ist sie, die demütige Magd aus dem Hause David, doch das edelste Gefäß, das sich Gott hat aussuchen können …

Ein Dogma im 3. Jahrtausend? Wie glücklich wäre ich. Mein Glück wäre gar nicht zu fassen!

Doch wird es jemals dazu kommen? Die Kirche ist so sehr mit dem „Dialog“ mit anderen Religionen und Religiosgemeinschaften beschäftigt, dass sie Rücksicht auf sie nehmen werden wird, sie die Gefühle der anderen achten muss. Die Heilige Kirche hat in den letzten 40 Jahren – und wird es auch weiterhin in verstärktem Maße – ihr Profil verwischt, damit das friedliche Nebeneinander und Miteinander der Religionen gewährleistet werde. Friede unter den Religionen, Freude unter den Menschen, und Eierkuchen für alle!

Als Christ ist man sich noch nicht einmal sicher, ob man von einem Bischof, einem Nachfolger der Apostel, erwarten kann, dass er sich seines Glaubens und seiner Treue zu Christus und zur Kirche, der Braut Christi sicher ist. Auf öffentlichen Kundgebungen, Fernseh- und Zeitungsinterviews wird der Glauben relativiert bis hin zur Leugnung der Heilswirkung des Kreuzestodes Christi, womit der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche vollkommen ihres Sinnes und ihrer Daseinsberechtigung beraubt wäre. Solche Bischöfe werden dem Aufruf, für die Verkündigung des Dogmas ihre Unterstützung anzubieten, nie folgen, denn es könnten sich ja Moslems, Juden, Hindus oder Protestanten daran stören, womit der liebgewonnene und fast schon zum Dogma erhobene „Dialog“ in Mitleidenschaft gezogen würde.

Das darf den Christen aber nicht stören. Auch wenn das Dogma nicht verkündet werden sollte – wovon ich ausgehe – so glauben wir dennoch dran, so wie seit Jahrhunderten daran geglaubt wurde. Das Dogma wäre nur eine feierliche Bestätigung unseres Glaubens, sozusagen der Siegel und der Stempel der Weltkirche und des Heiligen Vaters.

HH

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Katholisches.info: Wir schauen tatenlos zu, wie man versucht, unsere Kirche zu zerstören.

6. Oktober 2009

Warum schaut Ihr zu?

Warum argumentiert Ihr nicht?

Warum verkündet Ihr nicht die Wahrheit?

(Stift Heiligenkreuz bei Wien) Der Autor, ein afrikanischer Christ, registriert mit Entsetzen das kirchenfeindliche Klima in Europa und ist erstaunt, mit welcher Passivität die Christen sich darin fügen. Nweke Kizito Chinedu, Priesterseminarist aus Nigeria, studiert an der Päpstlichen Hochschule in Stift Heiligenkreuz bei Wien. Hier sein Text:

In Westeuropa, nehmen wir Österreich als Fallbeispiel, gibt es seit längerem einen heftigen Sturm der Kritik am Christentum, eine antichristliche Strömung. Gläubig zu sein, wird als eine bemitleidenswerte Situation angesehen.

Um es milde auszudrücken: Die meisten Christen warten hilf- und tatenlos auf die vollkommene Zerstörung des bereits angeschlagenen Christentums.

Was mir Sorgen macht, ist nicht etwa, daß die Kirche schwierige Situationen nicht überleben (Mt 16:18) oder daß Christus Seine Kirche verlassen würde (Mt 28:20). Ich mache mir über den Grad der Gleichgültigkeit Sorgen, mit der die Christen in diesem Land mit dieser Situation umgehen.

Es ist die totale Passivität, mit der die Christen der sich zerstörerisch aufbauenden Welle eines Antichristentums begegnen. Durch die Medien, vor allem durch die Tagespresse, die Magazine, das Fernsehen und das Radio, sind die Menschen tagtäglich mit Ideologien konfrontiert, denen nur starke, unterscheidende Geister und tiefwurzelnder Glaube standhalten können. Die Frage ist: Wie gehen die Christen damit um? Was haben sie bis jetzt dagegen unternommen?

Ich lese die Tagespresse und bin bestürzt über den offensichtlichen Eifer, mit dem Journalisten und Redakteure unbegründete Behauptungen aufstellen, unlogische Schlüsse ziehen und feindselige Kritik an der Kirche und ihrer Führung üben. Die Passivität, mit der die Christen auf diese Angriffe reagieren, ohne Gewissensbisse zu haben, ist alarmierend.

Warum entscheidet man sich dafür, zuzuschauen, wie Wertvolles zerstört wird, statt zu argumentieren, zu verteidigen und die Wahrheit zu verkünden – und zwar von einem rationalen Standpunkt aus? Warum sollte man sein natürliches Potential, auf negative Entwicklungen zu reagieren, nicht ausschöpfen, besonders wenn diese auf einer lähmenden Ideologie gedeihen?

Jetzt ist die Zeit aufzuwachen, jeder soll auf seine Weise und in seinem Lebensumfeld sprechen. Lest! Schreibt! Sprecht laut! Wir müssen uns vorbereiten, weil Christus uns schon gewarnt hat:  „… denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.“  (Lk 16:8)

Wir können diese Entwicklung nicht aufhalten, indem wir auf ein Wunder von Gott warten. Warum sollte Er ein Wunder tun, wenn Er uns schon die Fähigkeit dazu durch unseren Glauben und unseren Verstand gegeben hat?
Das Gebet ist zweifellos der erste Schritt, den wir tun müssen, aber wir dürfen es nicht beim Knien belassen. Wir müssen handeln. Wir schulden das unseren Nachkommen. Die Menschen treten aus der Kirche aus, weil sie die falschen Antworten auf ihre Fragen bekommen, und sie bekommen die falschen Antworten von den falschen Leuten.

Ein Durchschnittsösterreicher, der die Tageszeitungen liest, wird eher dazu neigen, seinen Glauben zu verlieren, als ein Glaubender zu bleiben. Es ist Zeit, Christus führen zu lassen. Laßt alle in eurer Umgebung merken, das hier ein Christ ist. Wo seid ihr? Was seht ihr? Was hört ihr? Was wißt ihr? Sprecht laut! Unser Schweigen ist unser Schmerz!“

(europe4christ.net/news.stjosef.at)

Aus katholisches.info vom 05. Oktober 2009