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Andreas Hofer († 20. Februar 1810)

20. Februar 2010

Große Persönlichkeiten der Geschichte sind ja dazu da, als Beispiel, als Vorbild hingestellt zu werden. Zugegebenermaßen ist die Geschichte eine recht untreue Gesellin, stellt sie doch im Laufe der Zeit so manches Vorbild in einem Licht dar, welches ihm ganz und gar nicht gerecht wird. Gerade im Fall Andreas Hofer, der – wie man sich 200 Jahre nach seinem Tod sehr gut vorstellen kann – so gar nicht recht in die heutige politische Situation und Gedankenwelt passen will, weil so gut wie ALLE seine Tugenden (wie Ehre, Mut, Frömmigkeit, Standhaftigkeit, …) einen recht tranigen Beigeschmack bekommen haben. Das liegt aber nicht an den ewig geltenten Werten, das liegt an der Gesellschaft, die mittlerweile schon so dermaßen verkommen ist, dass sie sich nicht mehr zu ihrem Glauben, zu ihrem Heimatland und ihrem rechtmäßigen Herrscher bekennen KANN und MÖCHTE.

Wenn ich so meine Gedanken bei Andreas Hofer schweifen lasse, so war er IMMER ein großes Vorbild für mich – jedoch absolut unbewusst. Ich hatte mich zwar schon öfters mit ihm befasst, aber in meinem täglichen Denken und Handeln war er eigentlich nie so richtig präsent. Aber ich liebe mein Heimatland und würde alles tun, es zu verteidigen. Ich liebe meine heilige Mutter Kirche, die – wen wunderts – durch den weltumspannenden Werteverlust mit vielen Problemen zu tun hat, was meinen Beistand, mein Gebet und meiner Einsatzbereitschaft erst recht erfordert. Und dann wäre es ja nur noch ein kleiner Schritt zu meinem Interesse für die Monarchie …

Aber wir wollen uns mit Andreas Hofer beschäftigen, über den das katholische „Magazin für Kirche und Kultur“ Katholisches.info einen sehr guten Bericht geschrieben hat, den ich hier reinzusetzen mir erlaube. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich viele fragen, was der Kirche einfällt, Andreas Hofer für sich zu vereinnahmen. Wer aber  aus dem Glauben heraus den Anlass seines Tun und Handelns sieht, der ist es wert, von der Kirche als Beispiel hingestellt zu werden. Denn die Kirche ist zeitlos – was man von den politischen Verhältnissen nicht behaupten kann. Hier tun sich die politischen Verantwortungsträger schwer, einen der Ihren, einen Nationalhelden zu verehren, weil sein Gedenken vielleicht andere verärgern könnte, seien es die Italiener, seien es die Franzosen, die Juden, die Moslems, oder wen auch immer. Andreas Hofer:  Ehre, wem Ehre gebührt – zur größeren Ehre Gottes.

Hofer – ein katholischer Held.

Zum 200. Jahrestag seiner Hinrichtung

von Johannes Thiel

Über katholische Persönlichkeiten wird heute wenig gesprochen. Eine solche war der Tiroler Andreas Hofer, dessen Hinrichtung sich am 20. Februar 1810 zum 200. Mal jährt. Seiner Bedeutung wegen widmete ihm Kardinal Albino Luciani, der spätere Papst Johannes Paul I. im Dezember 1974 einen fiktiven Brief, der 1978 mit Briefen an weitere katholische Persönlichkeiten in Buchform veröffentlicht wurde.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hingegen dichtete Andreas Hofer zum „bigotten Frömmler“, zum „Rauf- und Saufbold“, zum „Nationalhelden rechter Tiroler“ und „blinden Anhänger des Ancien régime“ um. Da der Glaube eine zentrale Triebfeder seines Handelns war, deklassieren ihn die Grünen heute zum „Fundamentalisten“ und „Alpentaliban“. Damit erweisen sie sich als „würdige“ Erben ihrer geistigen Ahnherren, der Revolutionäre mit der „menschenfreundlichen“ Guillotine.

Ganz anders sahen es Hofers Zeitgenossen. Seine starke Persönlichkeit, seine Integrität und Redlichkeit und seine Führungsqualitäten machten ihn in ganz Europa bekannt als jenen, der Napoleon, dem scheinbar unbesiegbaren Franzosenkaiser die Stirn bot.

Die preußische Königin und Protestantin [Luise von Preußen, deren 200. Todestag dieses Jahr ebenfalls gedacht wird] war von ihm angetan: „Welch ein Mann, dieser Andreas Hofer! Ein Bauer wird Feldherr, und was für einer! Seine Waffe – Gebet; sein Bundesgenosse – Gott. Er kämpft mit gebeugten Knien und schlägt wie mit dem Flammenschwert des Cherubs.“ Nicht minder die katholische Bürgerschaft der italienischen Stadt Mantua, wohin Hofer von den Franzosen in Ketten geschleppt wurde. Für die Hälfte sei er „ein Heiliger“ und für die andere „ein Held“, wie sein Pflichtverteidiger seinem Tagebuch anvertraute. Die 24jährige Bettina von Arnim schrieb an Johann Wolfgang von Goethe über Hofer als einem „Beispiel von Unschuld und Heldenthum, innerlich groß, ein heiliger deutscher Charakter“.

Andreas Hofer wurde am 22. November 1767 in der Grafschaft Tirol, am Sandhof bei St. Leonhard in Passeier geboren. Er wurde Bauer, Wirt und Pferdehändler. Noch jung an Jahren entsandte ihn seine Talschaft bereits als Abgeordneten zum Tiroler Landtag. Es war das Jahr 1792. Der französische König und seine österreichische Gemahlin starben unter der Guillotine. Die Französische Revolution tobte seit drei Jahren. Deren Folgen sollte bald auch Tirol zu spüren bekommen, als der freimaurerische Revolutionswahn zum Angriff gegen ganz Europa ausholte. Der Bischof von Brixen rief auf dem Landtag zur Bekämpfung der „gottlosen französischen Grundsätze“ auf.

1796 – Tirol verlobt sich dem Herzen Jesu

1796 marschierten die Revolutionstruppen auf Tirol vor. Der Landtag suchte göttliche Hilfe. Klerus, Adel, Bürger und Bauern gelobten dem Herzen Jesu die „ewige Treue“. Die Herz-Jesu-Verehrung hatte im Land an Inn und Etsch tiefe Wurzeln geschlagen. In der Kirche von Mellaun bei Brixen befindet sich eine Herz-Jesu-Darstellung aus dem Jahr 1464. Sie dürfte wohl die älteste weltweit sein. Die Aufklärung unter Kaiser Joseph II. stellte in rationalistischer Verblendung jede Form der Herz-Jesu-Verehrung unter Strafe. Liberale Professoren gaben das Herz Jesu und seine Verehrung dem Gespött preis. Wenn die Tiroler Landstände also gerade zum Herzen Jesu ihre Zuflucht nahmen, so bedeutete dies nicht nur ein Zeichen des Widerstandes gegen das revolutionäre Paris, sondern ebenso gegen das aufgeklärte Wien. Zudem gab es im antirevolutionären Aufstand der Vendée seit 1793 ein herausragendes Beispiel. Unter dem Symbol des Sacre Coeur und dem Motto „Gott und König“ erhoben sich die Katholiken gegen den menschenverachtenden Maximalismus der Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder den Tod“. Es gibt noch keine einschlägigen Untersuchungen über die Auswirkungen der Vendée auf Tirol. Aufgrund der raschen Verbreitung der Nachrichten zur damaligen Zeit darf jedoch davon ausgegangen werden, daß man in Tirol unterrichtet war. Andreas Hofer faßte sein Programm prägnant im Motto „Für Gott, Kaiser und Vaterland“ zusammen. Es entstand samt seiner programmatischen Erweiterung eigenständig von jenem der Vendée. Beide Aufstände werden jedoch vom selben katholischen und patriotischen Geist genährt.

1796 gehen die Tiroler siegreich aus dem Kampf hervor, an dem Hofer als einfacher Landesverteidiger beteiligt war. Die Errettung aus aussichtslos erscheinender Lage vertiefte die Herz-Jesu-Verehrung.

1805 – Die Erben der Revolution tilgen das Land aus

1805 bezwang jedoch das militärische Genie Napoleon Österreich. Europas Landkarte wurde drastisch umgebaut. Tirol wurde vom Korsen aus der Kriegsbeute an das verbündete Bayern weitergereicht und von der Landkarte gestrichen. Dort herrschte das französische Marionettenregiment eines Staatsministers Graf Montgelas, einem überzeugten Verfechter der gottlosen Aufklärung, der bis zu dessen Verbot dem Illuminatenorden angehört hatte. Die Tiroler Landesverfassung wurde außer Kraft gesetzt und die Wirtschaft durch Handelsverbote und harten Abgaben- und Steuerdruck abgewürgt. Der Unterhalt der Besatzungstruppen wurde dem Land auferlegt. Dem Geist „des wahren Fortschritts“ entsprechend wurde eine radikale antiklerikale Politik eingeleitet. Die Kirche hatte sich zur Gänze dem Staat zu beugen und unterzuordnen. Zwei von vier Tiroler Bischöfen wurden verbannt, zahlreiche Priester eingesperrt und deportiert. Von der Abschaffung von Feiertagen und Prozessionen, über das Verbot des Glockengeläuts und der Christmette, von Klosteraufhebungen und deren Ausplünderung, von der Einschränkung von Gebeten bis zur Absicht, den Zölibat abzuschaffen, reichte die Bandbreite dieser ersten „modernen“ Diktatur.

1809 – Tirols Erhebung als Absage an die Revolution

Im Untergrund begann sich Widerstand zu regen. Die Kontakte zu Österreich waren nie abgebrochen. In Absprache mit Wien, vor allem Erzherzog Johann, legte man Waffen- und Munitionslager an und bereitete sich auf den Kampf vor. Einer der führenden Männer war Andreas Hofer, der auch an den Besprechungen in Wien teilnahm. Als junge Tiroler für die Feldzüge Napoleons zwangsrekrutiert wurden, kam es im April 1809 zum Aufstand. Hofer, der zunächst im Südteil des Landes kommandierte, stieg bald zum Oberkommandanten auf. Die Tiroler hatten 1511 das Privileg erhalten, ihr Land verteidigen, aber nicht außerhalb des Landes Kriegsdienst leisten zu müssen. Sie kämpften als Freiwillige für ihre Heimat und wählten die Offiziere aus den eigenen Reihen.

Hofer kämpfte mit seinen Tiroler Landsleuten für die freie Glaubensausübung, die Tiroler Freiheiten, den rechtmäßigen Landesherrn aus dem Hause Habsburg und die Abschüttelung der Fremdherrschaft. Als er das erstemal mit seinen Schützen Richtung Innsbruck zog, ließ er am Brenner eine Heilige Messe zelebrieren und erneuerte mit seinen Männern das Herz-Jesu-Gelöbnis von 1796.

Der zunächst erfolgreiche Aufstand war von großer geostrategischer Bedeutung. Damit konnte die Vereinigung oder rasche Verschiebung der nördlich bzw. südlich der Alpen operierenden französischen Truppen und ihrer Verbündeten unterbunden werden. Drei Mal befreiten die Tiroler das Land von den immer neu anrückenden Feinden. Hofer, der nie ein politisches Amt angestrebt hatte, regierte im Herbst 1809, einer Notsituation folgend, persönlich, aber nur stellvertretend für seinen Kaiser das Land. Tirol und sein Oberkommandant Hofer werden „im ganzen damaligen Europa zum Begriff und auch als klare weltanschauliche Absage an die französische Revolution und als Gefahr für das buonapartistische System verstanden“.¹ Napoleon erkannte die Gefahr, die von diesem Leuchtfeuer auf andere von ihm unterworfene Länder ausgehen konnte. Hofer, ein Mann aus dem Volk, war zum Volkshelden geworden. Er verhinderte Ausschreitungen gegen die besiegten Feinde. Die Überlieferung kennt keine Kriegsgreuel, die auf ihn zurückgingen. Vielmehr kümmerte er sich in landesväterlicher Fürsorge um die Armen, Frauen und Kriegswaisen. Das ihm folgende und ihn verehrende Volk bezeichneten ihn vielfach einfach als „Vater“.

Andreas Hofers Ende – Der letzte Gang eines Helden

Nachdem die Tiroler sogar einen seiner Marschälle besiegt hatten, setzte Napoleon seinen Stiefsohn mit einem für die Verhältnisse enormen Heer gegen die Tiroler ein. Österreich war zu dieser Zeit erneut besiegt worden und konnte keine Hilfe mehr leisten. Alleine auf sich gestellt war es den Tirolern auf Dauer nicht möglich die napoleonische Dampfwalze aufzuhalten. Diese Phase zeigt Andreas Hofer erstmals zögernd. Er erkennt die Aussichtslosigkeit und weiß doch, daß er für eine gerechte Sache kämpft. Nach drei siegreichen Schlachten, ging im November die vierte und letzte Schlacht am Bergisel bei Innsbruck verloren. Tirol wird erneut besetzt und ein Terrorregiment legte sich über das Land. Hofer lehnte es auch jetzt ab, sich nach Österreich in Sicherheit zu bringen. Ein Verlassen seiner Heimat kam für ihn nicht in Frage. Für Kopfgeld wurde er durch Verrat den Franzosen ausgeliefert. Dieser letzte Lebensabschnitt bis zu seiner Hinrichtung gestaltete sich zum Gang eines wahren Helden. Aus Sicherheitsgründen wurde er sofort aus Tirol hinausgeschafft, da man seine Befreiung befürchtete. Auf dem Weg in die lombardische Festung Mantua rettete er seinen Bewachern das Leben, statt die Gelegenheit zur Flucht zu nützen. Die Verhandlung vor einem französischen Kriegsgericht wurde zur Farce, da Napoleon Befehl erteilt hatte, Hofer innerhalb von 24 Stunden hinzurichten. Die Begegnungen mit zwei Priestern, die ihn nach dem Todesurteil im Kerker besuchten, sind aktenkundig überliefert. Propst Giovanni Manifesti schrieb am Tag nach der Hinrichtung: „Zu meiner Erbauung und zu meinem größten Trost bewunderte ich einen Mann, der als christlicher Held zum Tode ging und ihn als unerschrockener Märtyrer erlitt.“ Die letzten Lebensstunden blieb Andreas Hofer allein mit seinem Gott und schrieb jenen letzten Brief, „der ein Denkmal sittlicher Größe, Seelenruhe und Glaubensstärke bildet“²

„Der göttliche Wille ist es gewesen, daß ich habe müssen in Mantua mein Zeitliches mit dem Ewigen verwechseln. Aber Gott sei Dank für seine göttliche Gnade. Mir kommt vor, wie wenn ich zu etwas anderem hinausgeführt würde. Gott wird mir auch die Gnade verleihen bis zum letzten Augenblick, damit ich hinkommen kann, wo sich meine Seele mit allen Auserwählten ewig freuen wird und wo ich für alle bei Gott bitten werde. (…) Alle guten Freunde sollen für mich beten und mir aus den heißen Flammen helfen, wenn ich noch im Fegfeuer büßen muß. Die Seelengottesdienste soll die Liebste mein zu St. Martin halten lassen. (…) Lebt alle wohl, bis wir im Himmel zusammenkommen und dort leben ohne Ende. (…) Ade, du schnöde Welt, so leicht kommt mir das Sterben vor, daß mir nicht einmal die Augen naß werden. Geschrieben um 5 Uhr früh, um 9 Uhr reise ich mit Hilfe aller Heiligen zu Gott.“

Unter Andreas Hofers Führung war Tirol nicht nur zu einer zweiten Vendée und zu einem zweiten Spanien geworden, sondern zum Vorbild und Katalysator für die schließlich Napoleon niederringenden Befreiungskriege.

aus: katholisches.info

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¹ Die Weiße Rose, 163. Flugschrift, Wien 2010

² Kanonikus Paul Rainer: Der Heimat die Zeit – dem Himmel die Ewigkeit, in: Traum der Freiheit. 200 Jahre Tiroler Freiheitskampf. Bozen 2010

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Seine Heiligkeit beliebt zu scherzen …

16. Februar 2010

… hmmm … schon interessant … wie stellt man sich eigentlich einen Pontifex Maximus vor? Einen verknöcherten, trockenen, alten Mann, einen Gelehrten, einen Unnahbaren, einen vollkommen humorlosen Herrn, von dem jeder behauptet, er sei der Stellvertreter Christi, der Papst, der oberste Patriarch, der Patriarch des Westens, der Nachfolger des Petrus, der oberste Primas, …

Nein, so einer darf, so einer KANN keinen Humor haben.

Nun gut, man kann es sich schon vorstellen, dass der heilige Vater, der eine fast 2000-jährige Tradition auf seinen Schultern trägt, andere Sorgen hat als den ganzen Tag nach Scherzen zumute zu sein. Aber betrachte man Papst Johannes Paul I., den man gar nicht anders als lächelnd in Erinnerung behalten hat. Auch vom sel. Papst Johannes XXIII. weiß man, dass er einen sehr großen Sinn für Humor hatte, er soll auch sehr schlagfertig gewesen sein, während sein Vorgänger, Papst Pius XII., der Aristikrat mit der Römernase, der Diplomat, der Gelehrte, sehr selten lächelnd auf Bildmaterial festgehalten wurde. Aber er lächelte häufig, besonders, wenn er die Schar der Gläubigen um sich wußte.

Man darf aber nicht vergessen: Ein Papst ist auch nur ein Mensch, das demonstrierte besonders Papst Johannes XXIII, der die Liebe der Menschen als Diplomat in der Türkei und in Frankreich gerade aufgrund seiner Einfachheit und Volksnähe für sich einzunehmen wußte – er war Mensch, auch und gerade als Stellvertreter Christi, der zwar Gott, aber AUCH Mensch ist.

Der Papst hingegen ist KEIN Gott, aber wenn er „Ex cathedra“ spricht, ist er in der Funktion des liebenden Vaters aller Christen, er spricht im Namen dessen, der die Kirche auf dem Felsen gegründet hat. Und hier DARF man natürlich keinen Humor, keinen Scherz, keine flapsigen Bemerkungen erwarten, denn es handelt sich hier um das innigste Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen.

Übrigens: Papst Benedikt XVI., der ja bekanntermaßen aus dem herrlichen und vor allem humorvollen Bayernlande kommt, ist eigentlich nicht allzusehr bekannt dafür, dass er seine unmittelbare Umgebung in schallendes Gelächter zu versetzen in der Lage ist. Er hat aber einen Humor, und zwar einen sehr feinen, manchmal sogar nur zwischen den Zeilen zu erkennen. Lachen hört oder sieht man Seine Heiligkeit recht selten. Das Wort „selten“ bedeutet aber, dass es tatsächlich hin und wieder vor kommt. Der Ratzinger-Papst ist aber durch und durch ein Gelehrter, ein Professor, dem dran gelegen ist, seine Worte sehr wohl abzuwägen. Lieber ein Scherz zu wenig, bevor er falsch verstanden oder falsch interpretiert wird.

Schön finde ist die Tatsache, dass das katholische Nachrichten-Magazin ZENIT diese Tage eine kurze Biografie über Papst Benedikt XIV., gebürtiger Prospero Lambertini, veröffentlicht hat. Viel Vergnügen beim Lesen …

H.H.

Lambertini – ein Papst mit Humor

Von Ulrich Nersinger

ROM, 12. Februar 2010 ROM (ZENIT.org).- Zu den großen volkstümlichen Päpsten der Kirchengeschichte zählt Prospero Lambertini, der von 1740 bis 1758 als Benedikt XIV. regierte. Der herausragende Kanonist ohne ihn wäre das heutige Selig- und Heiligsprechungsverfahren nicht denkbar zeichnete sich durch große Gelehrsamkeit aus. Dem Papst, der sogar von seinen Gegnern geschätzt wurde, gelang durch umsichtiges Handeln der Abschluss zahlreicher Konkordate. Der Papst reformierte die Römische Kurie und galt als Modernisierer der Ewigen Stadt. Von Papa Lambertini, ist ein großer Anekdotenschatz überliefert, der Auskunft über die Weisheit und den Humor des Pontifex gibt.

Der Papst verfügte über soviel Offenherzigkeit, dass ihn ein ausländischer Gesandter zu fragen wagte, warum die Kirche die Fastenzeit nicht in vier Abschnitte von je zehn Tagen zu Beginn einer jeden Jahreszeit eingeteilt habe? Benedikt antwortete darauf: „Die Kirche hätte das sehr wohl tun können, aber sie hat es nicht für ratsam gehalten, weil es leicht hätte geschehen können, dass die Menschen viermal Karneval feiern und kein einziges Mal die Fastenzeit halten“. Bei einer festlichen Gelegenheit kam Benedikt XIV. nicht umhin, auch einige sehr lange und künstlerisch wenig gelungene Musikstücke anhören zu müssen. Als man ihn um seine Meinung fragte, bemerkte er: „Ich glaube, manchmal kann auch Taubheit eine Gnade Gottes sein“.

Als Benedikt XIV. eines Tages eine Predigt hörte, fiel ihm auf, dass er sie schon irgendwo gedruckt gelesen habe. Während der Predigt erhob ein Hund ein wütendes Gebell, und der Päpstliche Zeremonienmeister befahl, das Tier hinauszujagen. Der Papst aber meinte: „Lasst ihn, der Hund tut ja nur seine Pflicht; er will den Dieb verjagen!“

Ein schwer erkrankter Kardinal ließ den Papst um seinen Segen bitten, da er sicher war dann schneller gesund zu werden. „Ich schicke Ihnen von ganzem Herzen meinen Segen“, antwortete der Papst, „aber ich empfehle Ihnen, auch Chinarinde zu nehmen.“

Ein alter Mönch erbat eine Audienz bei Benedikt XIV.; mit Tränen in den Augen klagte er, ein entsetzliches Unheil habe sich ereignet. „Was ist denn geschehen?“ erkundigte sich der Papst. „Heiliger Vater, mir ist in einer Vision offenbart worden, dass der Antichrist schon geboren ist“. „Und wie alt ist er?“ forschte der Papst nach. „Dreieinhalb Jahre, Heiliger Vater“. „Gut“, erwiderte Benedikt, „dann betrifft die Sache meinen Nachfolger.“

Wenn jemand Benedikt XIV. wegen seines Wissens und seines Charakters lobte, pflegte der Papst verlegen zu antworten: „Schon gut, ich bin eben wie die Statuen auf der Fassade der Peterskirche: Von weitem nehmen sie sich nicht übel aus, man darf sie aber nicht von nahem betrachten!“

siehe: ZENIT vom 12.02.2010

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Graecum Latinumque

11. Februar 2010

… Nun ja, mein Latein reicht gerade noch zum Lesen (und teilweise Verstehen) von Texten und die Heilige Messe zu verfolgen … was aber mein Griechisch betrifft, so muss ich voller Scham feststellen, dass ich gerade noch die Schrift entziffern kann, von den wenigen Vokabeln mal abgesehen. Dem „Plädoyer“ von Marco Reese, den ich in der Blauen Narzisse gefunden habe (und den ich mir erlaube hier zu veröffentlichen), möchte ich mich voll und ganz anschließen.

Es wäre zwar vermessen zu sagen, dass ich durch mein Latein mich hervorragend mit Franzosen, Italienern und Spaniern unterhalten kann, ohne jemals deren Sprachen gelernt zu haben, aber ich verstehe vieles und kann Zeitungsartikel entziffern – wenn auch mit Müh und Not, aber die muss man sich halt machen. Dass man aber durch das Beschäftigen mit diesen alten Sprachen erkennen kann, dass unser Europa einer gemeinsamen Wurzel entspringt, versteht sich von selbst. Unsere Kultur ist Jahrtausende alt, und viele befürchten, dass das Ende und der Untergang dieser unserer Kultur gekommen sei. Ich bin mir nicht ganz schlüssig, ob ich mich dieser Meinung anschließen kann, denn überall entdeckt man in der kleinen Welt namens Internet kleine Knospen der Hoffnung, wenn sich gerade junge Leute unserer Sprache, unserer Kultur und unserer Herkunft bewusst werden. Sie haben erkannt, dass das sich Unterwerfen unter den Zeitgeist nur einen Augenblick der Freude bescheren kann, es ist aber nur der Geist einer kurzen Zeit.

Wenn ich mich im Heute mit dem Morgen beschäftigen will, muss ich mich mit dem Gestern abgeben. Die sinnlose Übernahme fremder Kultur(en) und deren Gepflogenheiten (ich denke da vor allem an „Halloween“) bringt nur die eigene Idendität ins Ungleichgewicht. Ob nun diese unsere Identität ausgerechnet bei den Griechen und Römern seinen Ursprung hat? – Finden sie’s heraus!

Mit Latein und Altgriechisch unsere Kultur verstehen:

Ein Plädoyer für die alten Sprachen

Geschrieben von: Marco Reese

Englisch ist die Weltsprache. Das kann man nicht bestreiten. Chinesisch, aber auch Spanisch, Französisch und Russisch haben weltweit eine große Bedeutung. Die deutsche Sprache steht hintan. Um jedoch unsere deutsche und abendländische Kultur wirklich begreifen zu können, müssen wir viele Jahrhunderte in die Vergangenheit reisen: Unser Erbe beruht auf dem Griechischen und dem Latein.

Das Abendland ist eine „Synthese des griechischen, römischen und christlichen Geistes“

Wir haben einen größeren, einen abendländischen oder europäischen Zusammenhang vorliegen. National- und Regionalgeschichte sind darin einzuordnen. Auf dieser Ebene sind die europäischen Völker elementar miteinander verbunden. Das Abendland oder auch Europa stellt eine geschichtlich gewachsene Synthese dar, eine „Synthese des griechischen, römischen und christlichen Geistes“ (Konstantin Karamanlis). Man könnte noch germanische, keltische und slawische Wurzeln ergänzen. Den Wesenskern hat Karamanlis aber bereits berührt.

Die Synthese erstreckt sich von den griechischen Epen Homers über die ebenfalls griechischen Werke Platons und des Aristoteles, die „Septuaginta“, die griechische Übersetzung des Alten Testaments und die hellenistische Literatur. Dazu tritt die im eigentlichen Sinne römische Literatur: exemplarisch seien hier Cato der Ältere, Caesar, Cicero, Sallust, Vergil, Livius, Seneca und Tacitus genannt. Schließlich ergänzen das griechische Neue Testament, lateinische und griechische Kirchenväter sowie die Werke der Neuplatoniker diese Liste.

So viel zur Antike. Die alten Sprachen jedoch bleiben von Bedeutung: Das heutige Griechisch entwickelte sich linear aus dem früheren. Währenddessen entstanden aus dem spätantiken Latein einerseits die romanischen Sprachen, vor allem Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und auch Rumänisch.

Außerdem wurde das eigentliche Latein zur Gelehrtensprache des entstehenden christlichen Abendlandes. Auch dieses Latein war einem Wandel unterworfen, allerdings einem sehr langsamen, da es nicht Muttersprache war. Vielmehr war es die Sprache der Kirche, der Wissenschaft und der Diplomatie. So stellte es neben dem Christentum ein einigendes Band Europas dar, ohne daß der innereuropäischen Vielfalt damit Abbruch getan worden wäre.

In der Renaissance beschäftigte man sich verstärkt mit der Antike

Im 15. und 16. Jahrhundert widmeten sich Gelehrte wiederum stärker antiken lateinischen wie auch griechischen Autoren und Inhalten. Wir befinden uns in der Renaissance. Die Rezeption zumindest der lateinischen Werke der Antike war allerdings im Mittelalter nie ganz abgerissen. Zudem beschäftigte sich die Theologie ab dem 12. Jahrhundert auch mit Aristoteles. Hier lag eine Anregung durch orientalische Denkrichtungen vor, welche die griechische Philosophie rezipierten.

Ab dem 16. Jahrhundert setzte eine weitere Emanzipation der Nationalsprachen ein. Für die deutsche Sprache ist freilich Luthers Bibelübersetzung zu berücksichtigen. Währenddessen blieb allerdings Latein nicht nur Liturgie- und Verkehrssprache der katholischen Kirche, sondern lange Zeit vorrangige Sprache der Wissenschaften. In der Diplomatie stieg während des Barock das Französische auf. Freilich hat sich dies längst geändert, aber noch heute sind in Deutschland Dissertationen und Habilitationen auch in lateinischer Sprache zugelassen.

Gründe genug also, die lateinische und griechische Sprache als elementares Erbe Europas zu betrachten. Freilich sollte dazu eine entsprechende Beachtung im Schulwesen gehören. Zwar ist nicht gerade ein Untergang des altsprachlichen Unterrichts zu befürchten. Aber er wird heute viel weniger beachtet als noch vor einigen Jahrzehnten. Da altsprachlicher Unterricht als „elitär“ gilt, paßt er nicht so recht in eine geschichtslose, praktisch-materialistische Zeit, in der oft nur nach dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit und Verwertbarkeit geurteilt wird.

Dabei öffnen einem die alten Sprachen einen ganzen Reigen an Erkenntnissen. Nicht nur schult die Beschäftigung mit diesen beiden Sprachen das analytische Vermögen. Die Kenntnis der lateinischen Sprache erleichtert zudem das Erlernen heutiger romanischer Sprachen. Auch der Wortschatz des Englischen ist lateinisch geprägt – wie auch zahlreiche Fachausdrücke diverser Wissenschaftsbereiche lateinischer wie griechischer Abkunft sind.

Latein und Altgriechisch lehren uns unsere kulturellen Hintergründe

Viel bedeutender aber ist, daß Latein und Altgriechisch in geschichtliche Hintergründe einführen, die für das Verständnis unserer Kultur unerläßlich sind. Josef Kraus, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes, riet 1998 zur Stärkung des Fremdsprachenunterrichts, bemerkte jedoch: „Dazu gehört auch eine Stärkung des Lateinischen, das eine Brücke zu einer europäischen Mehrsprachigkeit bietet.“

Es ist daher zu begrüßen, wenn beispielsweise im Freistaat Thüringen der Lateinunterricht nun bereits ab dem fünften Schuljahr erteilt werden kann. Zwar ist dem Lateinischen aufgrund des Geschilderten weiterhin der Vorrang gegenüber dem Altgriechischen einzuräumen. Dennoch sollte Altgriechisch wieder verstärkt an Schulen und sei es in Form von AGs angeboten werden. Diese schöne Sprache ist leider viel zu selten geworden.

Es sollte auch die Fähigkeit, ins Lateinische und Altgriechische zu übersetzen, im Unterricht wieder stärker gefördert werden. Dadurch beherrschen Schüler die Sprachen nachweisbar besser. Wenn die alten Sprachen erst einmal wieder auf einer gesunden Basis stehen, kann man über eine Ausweitung nachdenken.

Will Europa als Ganzheit eine gemeinsame Zukunft haben, so muß es sich auf das gemeinsame Erbe besinnen. Dazu gehören die lateinische und griechische Sprache, Literatur und das Denken unterschiedlicher Zeiten. Das Bildungswesen muß diesen Sachverhalt ernstnehmen.

aus: Blaue Narzisse vom 13.11.2009

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Kaiserin

8. Februar 2010

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… nur einige Tage Stille … einge Tage Pause … einige Tage des Gedenkens … einige Tage der Trauer …

Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit Erzherzogin Regina von Österreich, die Schwiegertochter des letzten katholischen Kaisers der Welt, hat ihre Seele dem Schöpfer zurück gegeben.

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Möge sie in Frieden ruhen

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und möge ihr das ewige Licht leuchten.

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Neuer Patriarch von Serbien

23. Januar 2010

Bischof Irenej von Nisch

neuer serbischer Patriarch

(Belgrad) Bischof Irinej von Nisch ist der neue Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche. Der 80-Jährige wurde gestern zum 45. Nachfolger des Heiligen Sava von Serbien gewählt.

Der neue Patriarch wird am morgigen Sonntag in der Kathedrale von Belgrad von seiner Kathedra Besitz ergreifen. Sein vollständiger Titel lautet:

Erzbischof von Pec,

Metropolit von Belgrad-Karlovac und

Patriarch serbischer Patriarch.

Irenej, mit bürgerlichem Namen Miroslav Gavrilovic, wurde 1930 in Vodova bei Cacak in Ostserbien geboren. Nach dem Abitur besuchte er das Seminar von Prizren im Kosovo und anschließend die Theologische Fakultät von Belgrad. 1959 wurde er in das Kloster von Rakovica bei Belgrad aufgenommen. Im selben Jahr begann er seine Lehrtätigkeit am Belgrader Seminar und wurde zum Priester geweiht. Nach einer Spezialisierung an der Universität von Athen wurde er 1969 zum Direktor der Klosterschule von Ostrog in Montenegro. Anschließend wurde er Rektor am Seminar von Prizren und 1975 zum Bischof von Nisch gewählt, dem Geburtsort Kaiser Konstantins des Großen. Dem Wahlkollegium, das den neuen Patriarchen wählte, gehören alle serbisch-orthodoxen Bischöfe an. Ein Drittel kommt aus Serbien, ein Drittel aus den anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens mit Teils starken serbischen Minderheiten und ein weiteres Drittel aus der Diaspora. Wahlberechtigt waren alle Bischöfe, die vor mindestens fünf Jahren ihre Bischofsweihe empfangen haben. Irenejs Vorgänger, Patriarch Pavle I.,war am 15. November 2009 in Belgrad im Alter von 95 Jahren verstorben.

(RV/GN)

aus: katholisches.info

Wie eine offizielle Pressemitteilung Seiner königlichen Hoheit Kronprinz Aleksandar II. von Serbien mitteilte, nahmen Er und seine Frau, Ihre königliche Hoheit Kronprinzessin Katherina, an der feierlichen Intronisation Seiner Heiligkeit Erzbischof Irinejs, des Patriarchen der serbisch orthodoxen Kirche, teil. Unter den geladenen Gästen waren unter anderem die höchstrangigen Vertreter der serbisch orthodoxen Kirche und des Staates, wie z. B. Prof. Dr Slavica Djukić Dejanovic (Parlamentsvorsitzender), Mirko Cvetkovic (Ministerpräsident), Ivica Dacic, (Vize-Ministerpräsident und Innenminister Serbiens), Prof. Dr Bogoljub Sijakovic (Relionsminister), Dragan Djilas (Oberbürgermeister von Belgrad), … und andere. teil Als Vertreter der religiösen Gemeinschaften nahmen an der feierlichen Zeremonie teil : der Apostolische Nuntuis Monsignor Orlando Antonini, der römisch katholische Metropolit und Erzbischof von Belgrad Monsignor Stanislav Hocevar, von der islamischen Gemeinde Serbiens Adem ef. Zilkic, Reis-ul-ulema, der Mufti von Belgrad Muhamed ef. Jusufspahic. Unter den Mitgliedern des Diplomatischen Corps waren der Botschafter der Russischen Föderation in Serbien sowie auch der Deutsche Botschafter in Serbien Wolfram Maas. Die Bevölkerung Belgrads uns ganz Serbiens nahm unter großer Beteiligung an dieser großen Feierlichkeit teil.

Nach der feierlichen Liturgie der Inthronisation Seiner Heiligkeit des Patriarchen der serbisch orthodoxen Kirche gab es einem Empfang im Patriarchatspalast.

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Der Luisenbund wird gegründet

22. Januar 2010

„Es war einmal…“

… ein kleiner Korse, der den Ehrgeiz hatte, Kaiser der Franzosen zu werden, nennen wir ihn der Einfachheit Halber einfach mal „Herr Bonaparte“. Dieser Herr – er war nicht sehr groß von Gestalt – nahm sich vor, ganz Europa seinen Stempel aufzudrücken, den ganzen Erdteil nach SEINER Facon selig werden zu lassen. FAST hätte er es auch geschafft … Aber Europa war nach seinem „Abgang von der Bildfläche“ nicht mehr das Gleiche …

Dieser Herr – wir nannten ihn „Herr Bonaparte“ – wähnte sich auf dem Zenit seiner Macht, als er im Juli 1807 mit einer Frau zusammen traf, die die Ehefrau des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. war: Luise von Preußen. Diese hübsche Königin und der Kleine Korse, sein Name war immer noch „Herr Bonaparte“ , mochten sich nicht sehr, denn der eine war jemand, der einen ganzen Erdteil zu unterwerfen sich anschickte, die andere war eine Frau, die charmant, elegant, liebreizend, … aber auch selbstsicher, an der Politik und dem Wohlergehen ihres Landes interessiert, an dem Schicksal ihrer Landsleute teil nehmend – Attribute also, die der sich selbst in Paris gekrönt habende Korse (wie war doch gleich sein Name? ) auf den Tod nicht ausstehen konnte. Doch die Königin zog ihn in ihren Bann, so dass er ihr in Verhandlungen in vielen Punkten entgegenkam.

Königin Luise wurde zur Heldin Preußens – und ist es bis heute noch, auch wenn fremde Mächte 1947 meinten, Preußen von der Landkarte verschwinden zu lassen.
Königin Luise hatte sich mit einem Schlag die Achtung, die Ehre und die Liebe ihres Volkes auf sich gezogen. Ihr früher Tod – sie starb mit 34 – konnte die glühende Verehrung dieser Königin nicht abebben lassen, eher das Gegenteil war der Fall, denn immerhin hatte sie ihr Land vor dem Untergang gerettet …

Als Königin Luise vor 200 Jahren starb (19. Juli 1810), verlor ein Land ein Symbol. eine Integrationsfigur, eine Frau, die durch ihre Liebe zu ihrem Mann und zu ihrem Land Initiative ergriff und sich selbst erniedrigte und aufopferte, um Schlimmstes von ihrem Land abzuwenden. Königin Luise wurde zu einem Symbol für die Frauen weit über ihre Landesgranzen hinaus. Diese Frauen gründeten noch in Luises Todesjahr eine Stiftung, die später zum „Königin Luise Bund“ wurde. dieser Frauenbund, der auch bekannt ist als „Luisenbund“, nahm sich zu Herzen, sich für die Rechte der Frau einzusetzen. Von „Emanzipation“ und pervertierendem „Gender Mainstreaming“ war damals noch nicht die Rede. Dennoch wurde der Luisenbund im Jahre 1934 von einem anderen, nicht allzu groß gewachsenen Herrn (nennen wir ihn der Einfachheit Halber mal „Herr Braun“ ), verboten wurde.
Doch der Geist Königin Luises, Ihr Mut, Ihre Kraft und ihre Aufopferung, konnte auch ein „Herr Braun“ nicht verbieten – bis zum heutigen Tage. Königin Luise ist für jeden Monarchisten ein Begriff. Wenn ihr Name fällt, kommt man nicht umhin, inne zu halten, um an eine hübsche, intelligente und heroische junge Frau zu denken, die für ihr Land fast sogar zu Staube kroch …

In diesem Jahre gedenken wir des 200. Todestages Ihrer Majestät Königin Luises. Aus diesem Grunde ist es unser Wunsch, unser Wille und unser Bestreben, den „Königin Luise Bund“ wieder zum Leben zu erwecken. Mit der Wieder-Gründung des „Luisenbundes“ soll vor allem den Frauen des 21. Jahrhunderts eine Plattform geschaffen werden, in der sie sich den „Errungenschaften“ dieser unserer Republik, die sich dadurch auszeichnen, dass sie den Niedergang unserer Kultur, die Missachtung unserer Werte und Ideale und die Pervertierung unserer Gesellschaftsordnung beatifiziert, mit aller Entschiedenheit entgegenstellen. Unsere Nation, in der der Stellenwert der Familie, der Ehe, der Kinder und der Alten einen absoluten Tiefstpunkt erreicht hat, braucht Frauen, die die Würde der Frau zu erkennen und zu formulieren, und die ihren unverzichtbaren Dienst für unser Land aufzunehmen wissen.

Daher erlaube ich mir im Namen der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft und des Bundes aufrechter Monarchisten, alle Frauen von Herzen aufzurufen, sich am Aufbau und an der Gestaltung des Luisenbundes zu beteiligen.

Der Aufruf zur Gründung des Luisenbundes bei „Monarchie der Zukunft“

Siehe auch folgender Aufruf

Facebook-Gruppe zur Gründung des Luisenbundes

aus: NetLog-Gruppe monarchie.de


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Mythos & Wahrheit

19. Januar 2010

Es ist uns Templerrittern, die es irgendwann leid sind, ihre treuen, mutigen und heldenhaften Vorväter im Orden immer und immer wieder vor den unsinnigen literarischen und cineastischen Ausuferungen über den Tempelritter-Orden verteidigen zu müssen, eine gewisse Genugtuung, dass mehr und mehr die Wahrheit ans Tageslicht kommt: Die Tempelritter haben mit Geheimbündelei, mit Mythen und Legenden nichts zu tun. Sie waren der Kirche und dem heiligen Vater nie untreu.

Auch wenn Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI., dem wir unsere unverbrüchliche Treue und kindliche Liebe geloben, eine offizielle Rehabilitierung (noch) nicht auszusprechen vermag, so kann auch Seine Heiligkeit die historische Wahrheit nicht ignorieren – und (ganz im Vertrauen) wir WISSEN, dass Er (zumindest als Josef Card. Ratzinger) unseren Orden bereits von allen ihm vorgeworfenen Anschuldigungen frei gesprochen und den Tempelritterorden die Rehabilitierung hat angedeihen lassen, denn …

Die Templer waren keine Ketzer

von Stefan Ulrich

Ein 5900 Euro teures Buch beweist: Papst wollte den Templer-Orden retten, der König hinderte ihn daran.

Das Buch ist kein Schnäppchen. 5900 Euro kostet das Werk mit dem lateinischen Titel „Processus contra Templarios“, das das Vatikanische Geheimarchiv jetzt gemeinsam mit dem Verlagshaus Scrinium in Rom vorgestellt hat. Dennoch sind mehr als die Hälfte der 799 nummerierten Exemplare bereits verkauft. Bibliotheken, Forschungsinstitute, Sammler, angebliche Nachfolge-Organisationen der Templer und sogar muslimische Scheichs haben das in kostbarstes Leder gehüllte Opus bestellt.

Außer der Schönheit der Edition dürfte sie dabei vor allem eines gelockt haben: Der Band enthält sämtliche vatikanischen Prozessakten vom Anfang des 14. Jahrhunderts über den sagenumwobenen Templerorden in einer kritischen, vom Geheimarchiv des Papstes betreuten Ausgabe. Unter den beigefügten Dokumenten ist die originalgetreue Reproduktion eines spektakulären Pergaments. Es beweist: Die Templer waren keine Ketzer.

Der reichste und mächtigste Orden des Mittelalters fasziniert bis heute die Menschen. Deswegen kamen zahlreiche Journalisten aus aller Welt unter dem hohen Backstein-Gewölbe des alten Synoden-Saales im Vatikan zusammen, um der Vorstellung des Buches zu lauschen. Wer eine Sensation erwartete, eine Entschuldigung von Benedikt XVI. für den Justizmord an den Tempelrittern oder eine Wiederzulassung des Ordens, der wurde jedoch enttäuscht. „Unser Werk ist kein Scoop“, warnte der Präfekt des Geheimarchivs, Monsignor Sergio Pagano, „es dient vielmehr der Erforschung der Geschichte.“

Absolution für die Templer

Spannendstes Dokument der Aktensammlung ist das sogenannte Pergament von Chinon, das 2001 von der jungen Wissenschaftlerin Barbara Frale, einer Mitarbeiterin des Geheimarchivs, aufgefunden wurde. Es liegt dem Buch in einer Faksimile-Version bei, die dank neuester Techniken besser lesbar ist als das von Bakterienflecken getrübte Original.

In dem Pergament erteilte Papst Clemens V. im Jahr 1308 den Templern die Absolution, nachdem sich diese für allerlei Missstände in ihrem Orden entschuldigt hatten. Zugleich nahm er sie wieder in die Kirchengemeinschaft auf. Damit stand fest, dass die Templer keine Ketzer waren und der Pontifex den Orden, der ihm allein unterstellt war, reformieren und erhalten wollte. Der gesundheitlich angeschlagene Clemens V. residierte seinerzeit in Avignon. Er war dem Druck des mächtigen französischen Königs Philipp des Schönen ausgesetzt, der die Templer vernichten wollte und eine Verleumdungskampagne gegen den Ritterorden entfesselt hatte.

Daher wagte der Papst es nicht, sein Urteil zu veröffentlichen. So wurden die Templer auf Betreiben Philipp des Schönen weiter verfolgt. Folterknechte quälten sie mit glühenden Zangen und zwangen sie zu abenteuerlichsten Geständnissen. Ihr Ordensgeneral erlitt in Paris den Flammentod als angeblicher Ketzer. Der Orden selbst wurde von Clemens 1312 suspendiert. Somit hatte sich der König im Machtkampf mit dem Pontifex durchgesetzt. Der Templerorden, der einst gegründet worden war, um christliche Pilger im Heiligen Land zu schützen, erlosch.

Haltloser Ketzervorwurf

Der haltlose Ketzervorwurf blieb an den Templern bis heute hängen. Er nährt all die Legenden, die sich um die Männer mit dem roten Kreuz auf dem weißen Mantel bildeten. Immer dann, wenn ein Hollywood-Film oder ein Geschichts-Krimi Verschwörungstheorien ausbreitet, in denen es um Papst, Kirche, den Heiligen Gral oder die Geheimnisse des Universums geht, sind die Templer nicht weit.

Vielen gilt ihr Orden als Vater aller Geheimgesellschaften. Zahllose mehr oder weniger seriöse Vereinigungen sehen sich in der Tradition der Ritter. Sie reichen von christlich geprägten Wohltätigkeitsorganisationen bis hin zu spiritistischen Zirkeln.

Durch die Veröffentlichung des „Processus contra Templarios“ möchte das Vatikanische Geheimarchiv eine sachlichere Auseinandersetzung mit den Tempelrittern fördern. Zugleich will es das düstere Bild von Papst Clemens V. aufhellen, der oft als willfähriger Handlanger des französischen Königs bei einem der größten Justizverbrechen der Geschichte dargestellt wird.

Das Pergament von Chinon beweise, dass der Papst mit aller Kraft versuchte, den Orden zu retten, meint der Historiker Franco Cardini. Doch am Ende unterlag der Pontifex den Erpressungen durch den französischen König, der mit einer Kirchenspaltung drohte. Philipp dem Schönen ging es darum, das Vermögen der Templer an sich zu reißen und die Kirche durch die Zerschlagung des Ordens zu schwächen. Auch konnte er sich so einer drückenden Geldschuld entledigen, die er bei den Templern hatte.

Das Erstaunliche: Das Pergament von Chinon, das die wahre Gesinnung des Papstes offenbart, war sieben Jahrhunderte lang in den Archiven des Vatikans vorhanden – und blieb dennoch von den Forschern vollkommen unbeachtet. Erst die Archäologin Barbara Frale erkannte vor einigen Jahren die Brisanz des Pergaments. Bei der Buch-Präsentation sagte sie: „Es ist wirklich unglaublich, dass es die Historiker so lange übersehen haben.“

(SZ vom 27.10.2007)

Presseportal der Armen Ritterschaft Christi

(mit Dank an Bruder Sven für den Hinweis)

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Symbolik der Weihnacht

2. Januar 2010

„Jedes Detail in der Weihnachtsgeschichte ist von tiefer, überzeitlicher Symbolik“

Interview mit Christa Meves zur Weihnachtsgeschichte

MÜNCHEN, 22. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Christa Meves gehört mit mehr als fünf Millionen verkauften Büchern zu den meistgelesenen christlichen Autoren im deutschen Sprachraum. Mit ihren Büchern und Tausenden von Vorträgen, vor allem zu Fragen der Kindesentwicklung und -erziehung, hat sie zwei Generationen christlicher Familien geprägt. Die langjährige Mitherausgeberin des Rheinischen Merkurs und Synodalin der EKD konvertierte 1987 zum katholischen Glauben. Mit ihrem Verein „Verantwortung für die Familie“ , bei dem man kostenlos Mitglied werden kann, unterstützt sie Familien bei der Erziehungsarbeit.

Für ZENIT sprach Michael Ragg, katholischer Radio- und Fernsehmoderator und Geschäftsführer der Domspatz-Agentur für Öffentlichkeitsarbeit, mit Christa Meves über die überzeitlichen Wahrheiten der Weihnachtsgeschichte, ihre Symbole und die Verantwortung der Hirten sowie das Vorbild der Heiligen Familie für die Menschen von heute.

ZENIT: Die Weihnachtsgeschichte gilt heute vielen als frommes Märchen. Zu Recht?

–Christa Meves: Die Weihnachtsgeschichte symbolisiert eine übermächtige zeitlose Wahrheit. Das ist schon daran erkennbar, dass es selbst Atheisten nicht gelingt, davon nicht angerührt zu werden. Weihnachten schlägt durch! Nicht einmal die finstersten Diktatoren konnten es verbieten, selbst in Kriegen brachte dieses Fest oft wenigstens für kurze Zeit die Waffen zum Schweigen.

ZENIT: Wenn Gott kommt, sollte eigentlich die Welt erzittern. Stattdessen bieten uns die Christen allen Ernstes ein hilfloses Kind als Erlöser an. Kann die Tiefenpsychologin darin einen Sinn erkennen?

–Christa Meves: Die Gestalt des Kindes am Beginn der Erlösungsgeschichte kennzeichnet, dass der Gott der Christen auf gar keinen Fall ein Beherrschender sein will. Er zeigt sich den Menschen als ein Gott, der unvoreingenommen liebt und sich dadurch so unmittelbar an die Menschen ausliefert wie ein neugeborenes Kind. Er zeigt sich den Menschen dieser Welt dadurch in rückhaltloser Nacktheit und Offenheit.

ZENIT: Maria und Josef legten Jesus, so berichtet der Evangelist Lukas, in eine Futterkrippe. Kann man darin mehr sehen, als dass es das Baby eben warm haben sollte?

–Christa Meves: Jedes Detail in der Weihnachtsgeschichte ist von tiefer, überzeitlicher Symbolik. Im letzten Abendmahl von Jesus Christus mit seinen Jüngern wird deutlich, dass Christus eine Nähe zu jedem Einzelnen der Gläubigen sucht, die so unmittelbar ist, wie unsere Nahrungsaufnahme. Wie die Tiere in der Futterkrippe Nahrung zum Überwintern finden, so will Christus für uns das Brot des Lebens sein.
Ein besonders eindrückliches Detail: Die Krippe besteht aus je zwei zusammengenagelten Holzbalken. Die Krippe des Jesuskindes ist Ausdruck dafür, dass die Befriedung des Menschen von geistigem Hunger und Leid ihre Voraussetzung im Kreuz hat, ja, in das Kreuz geradezu eingebettet ist: Aus dem Opfertod Gottes gebiert sich jene geistliche Nahrung, die zum ewigen Leben des Gläubigen führt.

ZENIT: Von Ochs und Esel ist in der Weihnachtsgeschichte nicht die Rede. Passen sie dennoch ins Bild?

–Christa Meves: In Ochs und Esel ist ein Stück von uns Menschen verkörpert. Heute hat uns die Wissenschaft gelehrt, dass der Mensch zu 98 Prozent tierhaft ist, dass er wie die Tiere den Naturgesetzen unterworfen und in vielem Verhalten den Säugetieren höchst ähnlich ist. Dass in Bethlehems Stall zwei domestizierte Zugtiere anwesend sind, spiegelt unsere grundsätzliche Situation als Mensch wider: Die Fron des „Arbeitstieres“ Mensch zwischen Dornen und Disteln, seine unumgängliche Gebeugtheit zwecks mühseliger Erwerbstätigkeit ist in diesen beiden Lasttieren ausgedrückt.
Aber die Nähe zum Mensch-gewordenen Gott löst sogar die Demütigung der traurigen Versklavtheit des Malochen-Müssens auf: Wenn warme Nähe das göttliche Kind umgibt, mag sie auch noch so „tierisch“ sein, so bedeutet das erhabener Lebenssinn und lässt sogar das Tier in uns ruhig werden. So lassen sich diese Tiersymbolen deuten.

ZENIT: Ausdrücklich erwähnt wird eine andere Spezies der Stalltiere, die von Hirten gehüteten Schafe. Die Bibel braucht sie ja öfters als Symbol für den Menschen und manchen machen sich über treue Kirchenmitglieder als „Schäfchen“ lustig. Geht uns emanzipierten Menschen dieses Bild nicht gegen den Strich?

–Christa Meves: Selbst Christus hat in mehreren Gleichnissen das Schaf als Symbol für den Menschen gesehen. Und wie wahr ist das! Wie bei den Rudeltieren, entspricht vieles am Verhalten von uns Menschen einer Schafsnatur, das heißt: Wir haben ein starkes Bedürfnis, uns an die anderen anzupassen, gewissermaßen mit ihnen auf dem gleichen Ton zu blöken. Das Mitlaufen mit den vielen, mit der Masse, bietet uns unbewusst Schutz vor Ausgestoßensein und Isolation. So auch in der Weihnachtsgeschichte. Die Herdennatur von uns Menschen ist deshalb des Hirten bedürftig, der die Richtung vorgibt. Das Wort Pastor heißt ja sogar übersetzt „der Hirte“. Im Gegensatz zum Massenmenschen und dessen Schafsnatur, hat der Hirt kraft seiner ausgereiften hellhörigen Individualität eine Führungsaufgabe: Er steht in der Verantwortung, seine „Herde“ auf den Weg zu Christus zu bringen.

ZENIT: Jesus wurde mitten in der Nacht geboren. Wäre die Morgendämmerung nicht ein positiveres Bild gewesen?

–Christa Meves: Bedeutsame Vorgänge kommen besonders eindringlich durch höchst mögliche Gegensätze zur Wirkung. Christus ist das Licht, wie er selbst von sich gesagt hat. Das heißt, er erwirkt eine geistige Erhellung, über die hinaus es keine Steigerung gibt. Diese Gegebenheit kann sich nur in einer entsprechend mächtigen Antipode ausdrücken: eben als schwärzeste Nacht: im Hinblick auf den Tag also als Mitternacht, im Hinblick auf die Jahreszeit als Ereignis im dunkelsten Monat. Gleichzeitig ist so aber auch der erbärmlichste, der schwärzeste Zustand der Gesellschaft ausgedrückt, und das meint den sündhaften Zustand der israelischen Gesellschaft zu Herodes Zeiten ebenso wie jeden nächtigen Zustand der Gottesferne, in welcher Zeit auch immer. Für uns heute gilt diese durchschlagende Wahrheit ganz gewiss ebenfalls.

ZENIT: Warum wird gemäß der Darstellung des Lukas ein ganzes Engelheer aufgeboten, um ausgerechnet zuerst einer Gruppe von Hirten die Geburt des Gottessohnes zu verkünden. Hätte es nicht näher gelegen und manchen späteren Ärger erspart, gleich den jüdischen Hohepriester oder wenigstens den König Herodes so eindrucksvoll ins Bild zu setzen?

–Christa Meves: Der Hirt, der Schäfer, symbolisiert den hellhörigen, wachen, nachdenklichen, ja, oft sogar weisen Menschen, der kraft dieser Eigenschaften als ein verantwortungsbewusster, ja als ein zum Führen Beauftragter verstanden sein will. Der Entschluss Gottes, Mensch zu werden, war ja ein derart übernatürlicher Eingriff, dass nicht zu erwarten war, dass das begreiflich sein konnte. Ein Heer jubelnder Engel war nötig, um das Geschehen wenigstens den Hellhörigsten andeutungsweise glaubhaft zu machen. Etablierte Potentaten pflegen eher, um im Sinnbild zu bleiben, zugekleisterte Ohren zu haben, selbst wenn der Engelsgesang mit Pauken und Trompeten erschallt.

ZENIT: König Herodes soll auf Berichte von der Geburt des Messias drastisch reagiert haben. In Bethlehem und Umgebung, so schreibt es der Evangelist Matthäus, habe er alle Kinder bis zu zwei Jahren töten lassen. Kann uns das, über die Abscheu hinaus, die wir angesichts eines solchen Massakers empfinden, weitere Erkenntnis vermitteln?

–Christa Meves: Je diktatorischer ein Herrscher, umso mehr pflegt er um den Verlust seiner Macht zu zittern. Jede Menge der eigenen Landsleute haben die Diktatoren des vergangenen Jahrhunderts aus Angst davor hingeschlachtet, Stalin zum Beispiel allein 30 Millionen. Herodes hatte nun eben durch die Heiligen Drei Könige erfahren, dass jetzt der Herrscher geboren worden sei, der ihn entmachten würde. Auch dieses ist eine gänzlich überzeitliche Wahrheit, dass solche elenden Machthaber, von panischer Angst regiert, maßlose Blutbäder anrichten.

ZENIT: Wie so oft in der Bibel begrüßt der Engel auch die Hirten von Bethlehem mit dem Ruf „Fürchtet euch nicht!“ Angeblich gibt es diesen Gruß 365 Mal in der Heiligen Schrift, also einmal für jeden Tag. Wie bewertet das eine Psychologin, die in langjähriger Praxis tagtäglich mit den Ängsten der Menschen konfrontiert worden ist?

–Christa Meves: „In der Welt habt ihr Angst“, hat Christus den Menschen dann später zugerufen und ihnen damit die Wahrheit bewusst gemacht, wie machtlos wir alle als Geschöpfe den Tod fürchten müssen, es sei denn, wir stellen uns in den Schutzraum unseres Gottes, der durch sein irdisches Totalopfer dergestalt den Tod entmachtet hat, dass er uns in der Auferstehung vorausgegangen ist und den Gläubigen das ewige Leben verheißt. Deshalb fügt Christus dem Satz „in der Welt habt ihr Angst“ hinzu: „Aber ich habe, für euch, die Welt überwunden.“

ZENIT: Zu den ersten Besuchern an der Krippe gehören die Heiligen Drei Könige, die in Wahrheit Wissenschaftler gewesen sind. Was sagt uns diese Szene für die aktuelle Diskussion über das Verhältnis von Glaube und Vernunft?

–Christa Meves: Die drei Heiligen Könige waren echte Wissenschaftler, das heißt, sie waren hellwache Menschen, die aus ihren Lebenserfahrungen und dem Nachdenken darüber klug geworden waren. Sie waren sogar Spezialisten, denn der Träger der Myrrhe verkörpert die Heilkunst, der Träger des Goldes den vernünftigen Umgang mit Besitz und der Träger des Weihrauchs symbolisiert die ahnende Achtung vor Gott und die dazu nötige Ritualisierung der Anbetung. Weisheit dieser Art bedeutet geistiges Königtum. Aber erst wenn die so Begnadeten ihre Einsichten zu Gott hinliefern, symbolisiert durch ihren langen Weg zu Christus und durch das Beugen ihrer Knie vor ihm, erst also, wenn Wissenschaftler so weise sind, ihre Erkenntnisse nicht selbstherrlich zu missbrauchen, sondern ihre Grenzen am göttlichen Maßstab zu messen, hat jegliche Wissenschaft eine Chance, konstruktiv zum Gelingen der Welt beizutragen. Das ist dann wahres Königtum in dieser Welt.

ZENIT: Sie haben sich in ihrer Praxis und in vielen Büchern intensiv mit der Familie beschäftigt. Nun ist die Heilige Familie sicher nicht gerade eine typische Durchschnittsfamilie. Können sich heutige Familien dennoch an ihr orientieren?

–Christa Meves: Die Heilige Familie kann selbst für uns moderne Menschen Vorbild sein, denn die Mutter Maria und der Ziehvater Josef verstanden, jeder auf seine Weise, die Geburt des Kindes als ein überwältigendes, in seiner Größe nicht begreifbares Geschenk ihres Gottes. Sie erlebten diese Familienbildung als eine immense Auszeichnung durch den Schöpfer, als eine Aufgabe, die sie mit tiefer Liebe und größtem Verantwortungsbewusstsein zu erfüllen suchten. Sogar die modernen Hirn- und Hormonforscher können heute bestätigen, dass eine solche Einstellung die wichtigste Voraussetzung ist, damit die Heranwachsenden später lieben und arbeiten können. Am Vorbild der Heiligen Familie zeigt sich, dass die Institution Familie die entscheidende Vorgabe Gottes zur Entfaltung von Menschlichkeit ist.

ZENIT: Beherrschender Begriff der ganzen Weihnachtsgeschichte ist die Freude. „Ich verkünde euch eine große Freude“ ruft der „Engel des Herrn“ den Hirten zu. Heute spricht man weniger über „Freude“ und mehr über „Spaß“. Ist das nur ein modernes Wort für dieselbe Sache?

–Christa Meves: Der Begriff Spaß deckt nicht im mindesten das ab, was wir als Weihnachtsfreude erleben, denn die Freude, die dieses Hochfest auslöst, lässt den überzeitlichen Sinn des Menschenlebens aufleuchten: Die Liebe soll in einer Weise verwirklicht werden, dass dadurch alles Tierische, triebhaft Irdische so abgeschwächt wird, dass liebevolles Miteinander vorrangig wird und sich so der Wille Gottes mit der Schaffung seines Geschöpfes Mensch erfüllt.

aus: Zenit vom 22.12.2009 und vom 23.12.2009

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Sedia Gestatoria

28. Dezember 2009

Natürlich bin ich ein eifriger Verfechter des Tragesessels, genannt „sedia gestatoria“ (Triumphaler Sessel). Die Menschen wollen den Papst SEHEN, dafür kommen sie nach Rom. Wer weiß, wie lange Seine Heiligkeit noch so rüstig wird laufen können. Schon zu Lebzeiten seines Vorgängers seligen Angedenkens fragte ich mich immer wieder, wieso man die sedia gestatoria nicht endlich wieder einführt. Dessen Vorgänger – Johannes Paul I. – war der letzte Papst, den man durch die Reihen getragen hatte.

Es ist absolut kein Zeichen des Triumphalismus – es sei denn man möchte es unbedingt so interpretieren. Die praktischen Erwägungen sind in dem dreisprachigen Artikel, den ich mir aus dem Blog „Orbis catholikus secundus“ ausgeliehen habe (deutsche Übersetzung von mir): Der Papst ist besser zu sehen, der Papst ist – besonders im höheren Alter – nicht so schnell erschöpft, wenn er die langen Prozessionen schreiten muss, und der Papst wäre (zumindest ETWAS!) sicherer vor solchen Angriffen verwirrter Personen. Daher schließe ich mich den vielen und immer mehr werdenden Menschen mit Freuden und aus Überzeugung an:

Sedia gestatoria – subito!

L’attaque au Saint Père avant la Messe de Noël met en évidence la rélativité des mésures de sûrete autour de Lui. Il faut reprendre tout de suite l’usage du siège gestatoire, non seulement pour des raisons du symbolisme de la majesté pontificale, mais aussi pour un sens pratique: le Pape, en effet, serait à l’abri des …incidents comme celui d’hier et les fidèles pourraient aisément le voir à son passage par le nef de la Basilique Saint-Pierre. Rendons grâces à Dieu de ce que Benoît XVI a été épargné cette fois et prions pour la santé du cardinal Etchegaray, qui est resté accidenté. Prions aussi pour la pauvre déséquilibrée qui a si tristement protagonisé la Nuit de Noël.

„The attack at St. Peter’s before the Christmas Mass places in evidence the relativity of the security measures around the Pope. It is necessary to begin again, right away, the use of the sedia gestatoria, not only for the reason of the symbolism of the pontifical majesty, but also for a practical reason: the Pope, actually, would be sheltered from incidents like that of yesterday and the faithful would easily be able to see his passage down the nave of the St. Peter’s Basilica. Let us give thanks to God that Benedict XVI was spared this time and let us pray for the health of Cardinal Etchegaray, who is injured. Let us pray also for the pour unbalanced person who has so sadly made Christmas Night a time of upset.“

„Der Angriff auf Seine Heiligkeit direkt vor der Heiligabend-Nachtmesse in der St. Peters Basilika ist ein gutes Beispiel für die Sicherheitsvorkehrungen, die um die Person des Papstes getroffen werden. Es ist dringend notwendig, unverzüglich wieder die „Sedia Gestatoria“ einzusetzen, nicht nur, um die pontifikale Majestät zu symbolisieren, sondern auch aus praktischen Erwägungen heraus: Der Papst wäre vor solchen Vorfällen wie jener am Heiligen Abend geschützt, und die Gläubigen würden seinen Einzug durch das Mittelschiff der Petersbasilika besser sehen können. Lasst uns Gott danken, dass Benedikt XVI. einigermaßen glimpflich davon gekommen ist, und lasst uns für die Genesung des Kardinals Etchegaray, der verletzt (Hüftbruch) ins Krankenhaus gebracht wurde, beten. Lasst uns aber auch für die irregeleitete Person beten, die auf so traurige Weise den Heiligen Abend zu einem Ärgernis gemacht hat.“

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„O heilige Nacht“

21. Dezember 2009

Jetzt mache ich mich auch noch strafbar, weil ich hier ein Video hochlade, das aus Plattenfirmen-rechtlichen Gründen hier in Deutschland nicht gezeigt werden darf. Wer mich anzeigen möchte – nur zu! Es wird mir eine Freude sein.

Meinen Gästen auf dieser meinen bescheidenen WordPress-Seite möchte ich aber nur ungerne dieses herrliche Weihnachtslied vorenthalten.

Viel Freude beim Schauen und beim Hören 🙂 Möge der Funke des Geheimnisses der göttlichen Nacht („night devine“) auf uns überspringen, möge die Freude des großen Ereignisses von Bethlehem uns ergreifen. Mögen wir alle teil haben an diesem Liebesbeweis Gottes.

„O heilige Nacht“ – man kann sich gar nicht in die Schönheit und Erhabenheit dieser heiligen Nacht hineinversetzen. Man kann gar nicht erfassen, was die Zeugen dieses göttlichen Ereignisses beim Anblick der armen Familie und des göttlichen Kindes empfanden. Man weiß gar nicht die richtigen und passenden Worte der Freude und des Glücksgefühls auszudrücken. Wie unbeholfen und schüchtern fühlen wir uns angesichts des Schöpfers und Welterlösers in der Krippe …

Sagen wir in Demut, Bescheidenheit und Liebe einfach nur „Danke“ für diese heilige, göttliche Nacht, die die Welt veränderte, für diese heilige Nacht, deren Größe und Erhabenheit wir wahrscheinlich nie so richtig erfassen werden können – „o  wahrhaft heilige Nacht“.