Archive for the ‘Tempelritter-Orden’ Category

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Ritter des Templerordens

27. Juli 2011

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„non nobis Domine, non nobis, sed nomine Tuo da gloriam.“

Mit der musikalischen Variante unseres für uns Tempelritter omnipräsenten Mottos, des ersten Verses des 115. Psalms „Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen sei die Ehre“, habe ich vor, die schrecklichen Ereignisse des vergangenen Freitags, an dem im Königreich Norwegen unzählige Menschen getötet wurden, auf meine Weise zu verarbeiten.

Ein offensichtlich psychisch kranker Mensch wird von der Presse in die Schublade „christlicher Fundamentalist, Rechtsradikaler, Anti-Islamist, Tempelritter“ gesteckt, obwohl die Tat mit der christlichen Lehre, dem konservativen Gedankengut und mit den Idealen und Prinzipien eines (Tempel-)Ritters aber auch nichts im Geringsten gemeinsam haben. Das schrieb auch der Großmeister des Tempelritter-Ordens der Armen Ritter Christi (OPMC), Berthold Möller, im Blog unseres Ordens. Hierin bezieht er auch deutlich Stellung, dass der Attentäter von Norwegen, Herr Anders Behring Breivik, in irgendeinen Zusammenhang mit dem Tempelritterordens gebracht werden kann und darf.

Die Tempelritter-Orden des 21. Jahrhunderts beziehen sich vollkommen in der Tradition und in den Idealen des Tempelritter-Ordens, der vor knapp 900 Jahren in Jerusalem gegründet worden ist. Der Orden war von vorneherein hierarchisch strukturiert, Demut und Gehorsam ist das Fundament des brüderlichen Zusammenseins innerhalb dieses Ordens. Der Orden ist vor allem christlich geprägt, wurde die Ur-Regel unseres Ordens doch vom einflussreichsten Kirchenmann des 13. Jahrhunderts, dem heiligen Bernhard von Clairvaux geschrieben, der wir uns auch heute noch verpflichtet fühlen. Schon alleine das Wort „Tempelritter-Orden“ zeigt ganz deutlich, dass es sich bei uns um Ritter in einem (Laien-)Orden, man kann vielleicht auch sagen, um (Laien-)Mönche in einem Ritterbund, handelt, deren Grundlagen bis auf den heiligen Benedikt von Nursia, dem Vater des abendländischen Mönchtums, zurückgehen, wenn wir uns des „Betens und Arbeitens“ [ora et labora] in unserem täglichen kontemplativen und caritativen Dienst hingeben.

„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ [Mk 8, 34b] DAS ist es, was wir nicht nur predigen, sondern auch in die Tat umsetzen. Ein leuchtend rotes Kreuz ziert unseren weißen Umhang. Damit bekunden wir – für alle sichtbar – unsere körperliche und geistige Zugehörigkeit zu Jesus von Nazareth, von dem nun wirklich nicht behauptet werden kann, dass er ein Verfechter der Gewalt war bzw. ist ist. Die Tempelritter des Mittelalters, das lässt sich ja nun nicht leugnen, waren Ritter, die dem Aufruf der Kirche zum Kreuzzug gefolgt waren, um die heiligen Stätten im heiligen Land, um die Pilger des heiligen Landes zu schützen. Man kann sie nicht mit Söldnerheeren vergleichen.

Was WIR Ritter des 21. Jahrhunderts unseren Vorfahren aus denKreuzzügen jedoch auf ewig hoch anrechnen werden, was die Tempelritter des Mittelalters aber sehr in Verruf gebracht hatte, was dem Tempelritterorden Neid einbrachte war, dass zwischen ihnen und dem sogenannten Feind ein reger Austausch statt gefunden hatte. Die Araber/Sarazenen waren den Christen in vielerlei Dingen um einiges voraus, vor allem auf kulturellem und wissenschaftlichem – und hier vor allem dem medizinischen – Gebiet. Die Frage sei nun erlaubt, ob genau HIER „der Schatz der Templer“ begraben liegt, weil die durch die kulturellen/wissenschaftlichen Bereicherungen dem noch im „dunklen Zeitalter“ befindlichen Europa einen bis dahin vollkommen unbekannten Dienst erweisen konnten, von dem vor allem die christlichen Monarchen  – übrigens bis zum heutigen Zeitpunkt – dem Tempelritterorden unendlich vieles zu verdanken haben. Dass dem Tempelritterorden aufgrund seiner raschen Ausbreitung und seines (vermeintlichen) Reichtums Argwohn, Neid und Zweifel anhafteten, so dass man ihm die skurrilsten Ordenspraktiken andichtete, rundet das traurige Kapitel des Tempelritterordens, in dessen Ende wir nur noch von Habsucht, Niederträchtigkeit und Feigheit von Seiten des Königs Philips des Schönen und des von ihm abhängigen Papstes Clemens II. lesen, in dessen Ende wir nur noch von Verfolgung, Zerstörung und Scheiterhaufen lesen, ab.

Nun soll aber, um auf die Kreuzritter zurück zu kommen, der Gerechtigkeit genüge getan werden, wenn wir offen zugeben, dass es auch unter den Rittern schwarze Schafe gegeben hatte, die eher brandschatzend und raubend durch die Lande zogen. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass es sich hierbei um einen Templer, einen Johanniter, einen Deutschordensritter oder Grabesritter gehandelt haben soll, aber das steht hier auch nicht zur Diskussion. Was aber ganz deutlich herausgestellt werden muss ist folgendes: Der Tempelritterorden wurde im Jahre 1314 infolge eines der größten Justizskandale der Weltgeschichte aufgehoben und sein Großmeister Jacques de Molay mit seinen treuen Gefolgsleuten dem Scheiterhaufen überlassen. Es hat sich aber gezeigt, dass der Tempelritterorden rehabilitiert und von allen Beschuldigungen freigesprochen wurde [Chinon-Dokument]- es fehlt nur noch die offizielle Rehabilitation des heiligen Vaters in Rom. Inzwischen haben sich überall neue Ordensniederlassungen des Templerordens gegründet, die sich demütig und treu dem Dienst im Namen der Gottes- und Nächstenliebe hingeben …

Hier muss ich leider inne halten, denn nun beginnt leider ein für die Geschichte und das Ansehen des Ordens der Templerritter recht trauriges Kapitel, denn auch hier gilt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“. Unter dem Zeichen des Templerkreuzes haben sich überall auf der Welt Kongragationen gebildet, die eher dem Okkulten anhangen und die sich vollkommen dem freimaurerischen Gedankengut verschrieben haben. Durch die historische Verfolgung der Tempelritter und den skurrilen Vorwürfen, die ihnen zu Last gelegt wurden, haftete den Templern seit dem 14. Jahrhundert der Glorienschein der „Gralshüter“ und der „Hüter des Schatzes, des Geheimnisses, des Lichtes“ an. Dass sich von daher die Anfang des 18. Jahrhunderts aufkommenden Freimaurer vor allem dieses geheimnisumwobenen Auras angenommen haben, kann man nachvollziehen, denn es lastete ja zu dem Zeitpunkt immernoch der Fluch der Unwahrheit auf dem aufgelösten Ritterorden.

Auch heute finden wir allerorts eine beängstigende Symbiose von Freimaurertum und den Symbolen des Tempelritters, so auch im Fall des von Breivik – laut seinen eigenen Aussagen in seinem „Manifest“ – im Jahre 2002 selbst gegründeten „Tempelritterordens, welcher sich zwar auch auf die Urtempler berufen soll, de aber alles andere als christliche Merkmale aufweist, von den ritterlichen Prinzipien ganz zu schweigen. Vielmehr finden wir hier einen Zusammenhang mit einer besonders in den skandinavischen Ländern weit verbreiteten „Kirche Satans“ und die Strukturen des Freimaurertums. Der zumindest namentliche und symbolische Zusammenhang mit dem „Tempelritterorden“ ist für uns in der Tradition der Tempelritter des Jahres 1118 stehenden Nachfolger ärgerlich, aber nun nicht mehr rückgängig zu machen. Hier muss aber die Medienwelt sehr wohl zu unterscheiden wissen, ob es sich um wahre Tempelritter, die einem christlichen, caritativen (Laien-)Orden, oder ob es sich um Freimauerer oder „Freizeitritter“ handelt, deren Interesse einzig und alleine darin liegt, sich auf Mittelaltermärkten oder Ritterfetspielen zu vergnügen, oder ob es sich um anti-christliche, freimaurerische, gegen alle Ordnung (auch die göttliche) und Werte agierende und propagierende Gemeinschaft von „Neue-Welt-Ordnung“-Kämpfern handelt. Mit den beiden letztgenannten Exemplaren von „Tempelrittern“ hat der Tempelritterorden als solches absolut nichts zu tun, weil wir uns offen zu unseren christlichen Fundamenten bekennen, weil wir zu unserer hierarchischen Struktur unseres Ordens stehen, weil wir in der Mehrheit eine Staatsform Monarchie bevorzugen, weil wir für konservative Werte und Ideale einstehen – alles, was der Freimaurer bis aufs Blut hasst und bekämpft – notfalls auch mit Gewalt. Es ist nicht die Aufgabe des Tempelritter-Ordens Stellung zu den tagespolitischen Begebenheiten zu beziehen, wir sind keine politische Institution und streben von daher auch kein politisches Mitspracherecht an. Das bedeutet nun nicht, dass einzelne Angehörige unseres Ordens nicht in der Politik aktiv werden darf – das ist seine Privatsache, und da haben wir nur indirekt Einfluss darauf. Wenn aber festgestellt wird, dass ein Ordensangehöriger Positionen bezieht, die den Prinzipien des christlichen Glaubens und den Idealen des Rittertums entgegen stehen, dann muss ggf. eingegriffen werden und auf seine Gehorsamspflicht gegenüber dem/den Ordensoberen hingewiesen werden; denn extremistisches Gedankengut, sei es aus dem linken oder dem rechten Spektrum, kann und darf in einem Ritterorden nicht geduldet werden.

Wenn nun ein Herr Anders Behring Breivik ein mehr als 1500-Seiten großes Manifest (ab)schreibt und das Templerkreuz drauf setzt, dann ist das für die Medienwelt noch lange kein Grund, den Tempelritter-Orden als solches für die schrecklichen Attentate von Oslo und Utoya in Zusammenhang zu bringen. Der Ritter, der Christ und der Mensch in uns verurteil die grausame Tat dieses psychisch kranken Menschen mindestens so sehr wie der Rest der Welt, denn die Tat war eine aus reinem Hass – und dies ist ein vollkommenes Fremdwort für uns. Hass hat mit der christlichen Idee, der Lehre Christi nichts zu tun, genauso wenig wie Mord.

Wie Großmeister Berthold Möller OPMC geschrieben hat, kann Anders Behring Breivik auch kein Christ als solches gewesen sein, weil er wider die 10 Gebote und wider das Göttlichen Gebot von der Gottes- und Nächstenliebe gehandelt hat – in Gedanken, Worten und Werken. Das Zusammenwerfen der neuen europäischen Feindbilder „Christ“, „Rechtsradikaler“, „Freimaurer“ und „Tempelritter“ in EINEM Topf ist unüberlegt – und vollkommen unlogisch noch dazu, weil diese Begriffe und die damit verbundenen Weltanschauungen sich teilweise vollkomen widersprechen. Aber wir Christen und Tempelritter sehen unsere Reputation zumindest angekratzt, wenn nicht sogar zerstört, und es wird – wenn die Entwicklung der Medien und der politischen Landschaft in dem ehemals christlichen Europa weiter so geht – darauf hinaus laufen, dass auch der Papst in Rom für solche bestialischen Taten verantwortlich gemacht wird. Aber auch IHN werden wir verteidigen, weil er der Stellvertreter Christi auf Erden ist. Und DER war bzw. IST nun wirklich nicht dafür bekannt gewesen, dass er Gewalt verherrlicht hat.

non nobis Domine, non nobis …

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Mythos & Wahrheit

19. Januar 2010

Es ist uns Templerrittern, die es irgendwann leid sind, ihre treuen, mutigen und heldenhaften Vorväter im Orden immer und immer wieder vor den unsinnigen literarischen und cineastischen Ausuferungen über den Tempelritter-Orden verteidigen zu müssen, eine gewisse Genugtuung, dass mehr und mehr die Wahrheit ans Tageslicht kommt: Die Tempelritter haben mit Geheimbündelei, mit Mythen und Legenden nichts zu tun. Sie waren der Kirche und dem heiligen Vater nie untreu.

Auch wenn Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI., dem wir unsere unverbrüchliche Treue und kindliche Liebe geloben, eine offizielle Rehabilitierung (noch) nicht auszusprechen vermag, so kann auch Seine Heiligkeit die historische Wahrheit nicht ignorieren – und (ganz im Vertrauen) wir WISSEN, dass Er (zumindest als Josef Card. Ratzinger) unseren Orden bereits von allen ihm vorgeworfenen Anschuldigungen frei gesprochen und den Tempelritterorden die Rehabilitierung hat angedeihen lassen, denn …

Die Templer waren keine Ketzer

von Stefan Ulrich

Ein 5900 Euro teures Buch beweist: Papst wollte den Templer-Orden retten, der König hinderte ihn daran.

Das Buch ist kein Schnäppchen. 5900 Euro kostet das Werk mit dem lateinischen Titel „Processus contra Templarios“, das das Vatikanische Geheimarchiv jetzt gemeinsam mit dem Verlagshaus Scrinium in Rom vorgestellt hat. Dennoch sind mehr als die Hälfte der 799 nummerierten Exemplare bereits verkauft. Bibliotheken, Forschungsinstitute, Sammler, angebliche Nachfolge-Organisationen der Templer und sogar muslimische Scheichs haben das in kostbarstes Leder gehüllte Opus bestellt.

Außer der Schönheit der Edition dürfte sie dabei vor allem eines gelockt haben: Der Band enthält sämtliche vatikanischen Prozessakten vom Anfang des 14. Jahrhunderts über den sagenumwobenen Templerorden in einer kritischen, vom Geheimarchiv des Papstes betreuten Ausgabe. Unter den beigefügten Dokumenten ist die originalgetreue Reproduktion eines spektakulären Pergaments. Es beweist: Die Templer waren keine Ketzer.

Der reichste und mächtigste Orden des Mittelalters fasziniert bis heute die Menschen. Deswegen kamen zahlreiche Journalisten aus aller Welt unter dem hohen Backstein-Gewölbe des alten Synoden-Saales im Vatikan zusammen, um der Vorstellung des Buches zu lauschen. Wer eine Sensation erwartete, eine Entschuldigung von Benedikt XVI. für den Justizmord an den Tempelrittern oder eine Wiederzulassung des Ordens, der wurde jedoch enttäuscht. „Unser Werk ist kein Scoop“, warnte der Präfekt des Geheimarchivs, Monsignor Sergio Pagano, „es dient vielmehr der Erforschung der Geschichte.“

Absolution für die Templer

Spannendstes Dokument der Aktensammlung ist das sogenannte Pergament von Chinon, das 2001 von der jungen Wissenschaftlerin Barbara Frale, einer Mitarbeiterin des Geheimarchivs, aufgefunden wurde. Es liegt dem Buch in einer Faksimile-Version bei, die dank neuester Techniken besser lesbar ist als das von Bakterienflecken getrübte Original.

In dem Pergament erteilte Papst Clemens V. im Jahr 1308 den Templern die Absolution, nachdem sich diese für allerlei Missstände in ihrem Orden entschuldigt hatten. Zugleich nahm er sie wieder in die Kirchengemeinschaft auf. Damit stand fest, dass die Templer keine Ketzer waren und der Pontifex den Orden, der ihm allein unterstellt war, reformieren und erhalten wollte. Der gesundheitlich angeschlagene Clemens V. residierte seinerzeit in Avignon. Er war dem Druck des mächtigen französischen Königs Philipp des Schönen ausgesetzt, der die Templer vernichten wollte und eine Verleumdungskampagne gegen den Ritterorden entfesselt hatte.

Daher wagte der Papst es nicht, sein Urteil zu veröffentlichen. So wurden die Templer auf Betreiben Philipp des Schönen weiter verfolgt. Folterknechte quälten sie mit glühenden Zangen und zwangen sie zu abenteuerlichsten Geständnissen. Ihr Ordensgeneral erlitt in Paris den Flammentod als angeblicher Ketzer. Der Orden selbst wurde von Clemens 1312 suspendiert. Somit hatte sich der König im Machtkampf mit dem Pontifex durchgesetzt. Der Templerorden, der einst gegründet worden war, um christliche Pilger im Heiligen Land zu schützen, erlosch.

Haltloser Ketzervorwurf

Der haltlose Ketzervorwurf blieb an den Templern bis heute hängen. Er nährt all die Legenden, die sich um die Männer mit dem roten Kreuz auf dem weißen Mantel bildeten. Immer dann, wenn ein Hollywood-Film oder ein Geschichts-Krimi Verschwörungstheorien ausbreitet, in denen es um Papst, Kirche, den Heiligen Gral oder die Geheimnisse des Universums geht, sind die Templer nicht weit.

Vielen gilt ihr Orden als Vater aller Geheimgesellschaften. Zahllose mehr oder weniger seriöse Vereinigungen sehen sich in der Tradition der Ritter. Sie reichen von christlich geprägten Wohltätigkeitsorganisationen bis hin zu spiritistischen Zirkeln.

Durch die Veröffentlichung des „Processus contra Templarios“ möchte das Vatikanische Geheimarchiv eine sachlichere Auseinandersetzung mit den Tempelrittern fördern. Zugleich will es das düstere Bild von Papst Clemens V. aufhellen, der oft als willfähriger Handlanger des französischen Königs bei einem der größten Justizverbrechen der Geschichte dargestellt wird.

Das Pergament von Chinon beweise, dass der Papst mit aller Kraft versuchte, den Orden zu retten, meint der Historiker Franco Cardini. Doch am Ende unterlag der Pontifex den Erpressungen durch den französischen König, der mit einer Kirchenspaltung drohte. Philipp dem Schönen ging es darum, das Vermögen der Templer an sich zu reißen und die Kirche durch die Zerschlagung des Ordens zu schwächen. Auch konnte er sich so einer drückenden Geldschuld entledigen, die er bei den Templern hatte.

Das Erstaunliche: Das Pergament von Chinon, das die wahre Gesinnung des Papstes offenbart, war sieben Jahrhunderte lang in den Archiven des Vatikans vorhanden – und blieb dennoch von den Forschern vollkommen unbeachtet. Erst die Archäologin Barbara Frale erkannte vor einigen Jahren die Brisanz des Pergaments. Bei der Buch-Präsentation sagte sie: „Es ist wirklich unglaublich, dass es die Historiker so lange übersehen haben.“

(SZ vom 27.10.2007)

Presseportal der Armen Ritterschaft Christi

(mit Dank an Bruder Sven für den Hinweis)

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… ritterliches Handeln

17. Oktober 2009

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Ritterliches Handeln im 21. Jahrhundert

Wir haben uns ja – auch auf anderen Internet-Plattformen – mit dem heroischen, vorbildlichen Ritter der Geschichte beschäftigt, Bücher gelesen, Filme und Bilder geschaut, und uns virtuell in die schwere aber glorreiche Zeit der edlen, noblen Ritter und Kreuzzüge zurück versetzt.

Nun leben wir aber im 21. Jahrhundert. Und so schön das Verweilen in der Geschichte und in der Vergangenheit auch ist, die Gegenwart holt uns immer wieder ein. Der Kontrast von (der leider sehr häufig arg verzerrten) Vergangenheit und (der leider sehr häufig arg ZU schön geredeten) Gegenwart könnte nicht größer sein.

Wir Ritter, Brüder und vielleicht auch bald Schwestern vom Orden der Armen Ritterschaft Christi sind natürlich auch von den Geschichten über und von den Rittern des Mittelalters fasziniert gewesen, und sind es heute noch. Wir sind aber auch der Gefahr unterlegen, den Ritter als solches und den Tempelritter im Besonderen zu mystifizieren und den großartigen Romanen bzw. Filmen nur ZU gerne Glauben zu schenken; ist ja auch legitim, solange man sich der Realität nicht verschließt.

Wenn wir schon zum Punkt „Realität“ gekommen sind, dann möchten wir auch den Blick auf unseren Orden der Armen Ritterschaft Christi lenken:

Am vergangenen 13. Oktober 2009, dem Gedenktag der katastrophalen Verleumdung, Verfolgung, Verhaftung und großteils Ermordung der Tempelritter (allen voran der Großmeister Jacques de Molay, anfangs des 14. Jahrhunderts), wurde feierlich – wenn auch sehr still – der Orden der Armen Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem (Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis) als kontemplativer und caritativer Ritterorden gegründet. Den ehrenwerten Mitgliedern wird aus diesem Anlass noch in diesen Tagen die Gründungs-Deklaration, die Regel und die Satzung zugestellt werden.

Das ist aber nicht der Grund unseres Schreibens. Unsere Intention ist es, den Orden auch etwas näher vorzustellen. Den Mitgliedern und Interessenten der verschiedenen Internetplattformen  wird auch von Zeit zu Zeit Information über die Tätigkeiten der Armen Ritterschaft Christi zukommen. Unsere Internet-Präsenz arme-ritterschaft-christi.de steht Euch genauso zur Verfügung wie  unser Presseportal armeritterschaft.wordpress.com.

Aber WAS WOLLEN WIR von der Armen Ritterschaft Christi????

NEIN, wir sind kein Verein, der sich darauf spezialisiert, sich gegenseitig neueste Legenden und Mythen auszutauschen.

NEIN, wir sind keine Gruppierung, die sich mit lustigen Ritterspielen die Zeit vertreibt.

Und NEIN, wir sind keine Leute, die aus Profilsucht sich irgendwelche Fantasienamen zulegen.

Wir sind uns der Tatsache vollkommen bewusst, dass wir im 21. Jahrhundert leben.

Wir sind uns vollkommen bewusst, dass wir in unserer Gesellschaft, direkt vor unserer Haustüre, mit sehr ernst zu nehmenden Problemen zu tun haben.

Wir sind uns bewusst, dass das Fehlen von Werten und Idealen dazu führt, dass das Miteinander härter, kälter und rauher geworden ist.

Christliche Werte wie Gottes- und Nächstenliebe werden bewusst aus dem gesellschaftlichen Leben und Denken verdrängt, damit nicht auffällt, dass dem Leben an sich (von der Geburt bis zum hohen Alter) kein besonderer Wert mehr beigemessen wird. Dass die Folge davon ist, dass immer mehr Menschen hungern oder kein Dach mehr über dem Kopf haben, ist nur zu verständlich. Dass Gewalt unseren Alltag bestimmt, fällt schon keinem mehr auf. Dass Altersheime überfüllt sind, während Personal knapp und unterbezahlt ist, bekommen wir kaum gewahr. Dass Bildung, einst der Stolz unseres Volkes der Dichter und Denker, ein Thema geworden ist, bei dem wir vor Scham im Erdboden versinken sollten, bewegt die Gemüter nicht so sehr. Dass Presse, Funk und Fernsehen aus Mangel an interessanten Themen sich lieber darauf beschränkt, unsere Heilige Kirche und den Papst aufs Übelste zu attackieren, kommt nicht von ungefähr …

Wir sind keine Politiker, wollen auch keine politischen Pamphlete verfassen und uns auch nicht politisch organisieren. Wir wollen einfach nur DA SEIN, in Demut, Zurückhaltung … und Liebe. Es liegt nicht in unserem Interesse, jedem, der es hören will oder auch nicht, unter die Nase zu reiben, dass wir wieder jemandem geholfen haben, dass wir wieder eine kleine Spende geleistet haben, dass wir wieder einem Mitmenschen ein Ohr geliehen oder ein gutes Wort gespendet haben. Denn uns steht der Satz vor Augen: „Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.“ (Matth. 6, 3) – man spricht nicht drüber. Rechenschaft haben wir nur EINEM zu geben, und zwar dem, zu dessen Ehre all unser Tun und Handeln mit größter Freude aufgeopfert werden soll.

Konkret Hilfe leisten, konkret das göttliche Gebot der Nächstenliebe in die Tat umsetzen, kann man auch, ohne Ritter zu werden – kann man uns berechtigterweise entgegen halten. Das ist wahr. Doch haben wir uns zusammen gefunden unter dem Ideal der Ritterlichkeit, aus dem unsere Motivation entspringt. Uns liegt es nicht nur daran, mal eben freiwillig alten Leuten im Altenheim zu besuchen, Kinder in Gruppen zu betreuen, sich um Jugendliche, die sich von ihren Eltern vernachlässigt auf der Straße rumtreiben, zu kümmern, oder auch uns in einer der vielen Tafeln der Gemeinden einzubringen, … es ist uns auch ein Bedürfnis, mit dem (virtuellen) Schwert in der Hand, angetan mit der Rüstung (des christlichen Glaubens) und bewaffnet mit dem Mut und der Tapferkeit unserer ritterlichen Vorbilder für christliche Werte und Ideale in unserer kälter werdenden Welt einzustehen.

Wenn wir vom Orden der Armen Ritterschaft Christi uns den weißen Mantel umhängen und damit das undenkbar schwere Kreuz Christi auf uns nehmen, dann werden wir den vielen Fragen der Menschen nicht entziehen können – wir wollen und dürfen es auch nicht. Denn unsere Verantwortung vor Gott für den Menschen, unsere Verantwortung vor dem Menschen für Gott ist groß. Die Herausforderungen der Zeit sind noch größer. Und man zeige mir mal DEN Ritter, der sich einer Herausforderung entzogen hat …

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Chinon-Pergament

13. Oktober 2009

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PERGAMENTURKUNDE VON CHINON

ABSOLUTION DER HÄUPTER DES TEMPELORDENS DURCH PAPST CLEMENS V.

Chinon, Diözese von Tours, 17.-20. August 1308



Das Original besteht aus einem einzigen Pergamentblatt von großen Ausmaßen (700x580mm) und besaß ursprünglich hängende Siegel der drei apostolischen Legaten, welche die von Clemens V. ernannte apostolische Sonderkommission ad inquirendum bildeten: Bérenger Frédol, Kardinalpriester des Titels der Hl. Nereus und Achilleus und Papstnepot, Étienne de Suisy, Kardinalpriester von Hl. Cyriacus in Thermis, Landolfo Brancacci, Kardinaldiakon von S. Angelo. Ziemlich guter Erhaltungszustand, obwohl aufgrund Bakterienbefalls auffällige violettfarbige Flecken vorhanden sind. Das Original war mit einer einfachen zeitgleichen Kopie ausgestattet und diese wird heute noch im Vatikanischen Geheimarchiv mit der Signatur Archivum Arcis, Armarium D 218 aufbewahrt.
ASV, Archivum Arcis, Arm. D 217
Chinon1308
Das Dokument enthält die Absolution, die Clemens V. dem letzten Großmeister des Tempels, Bruder Jacques de Molay, und den anderen Häuptern des Ordens erteilte, nachdem jene einen Bußakt vollführt und die Kirche um Vergebung gebeten hatten; nach der formellen Abschwörung, obligatorisch für alle, die häretischer Vergehen auch nur verdächtigt waren, wurden die ranghöchsten Mitglieder des Tempelordens in die katholische Kommunion wiederaufgenommen und zu den Sakramenten wieder zugelassen. Das Dokument stammt aus der ersten Phase des Prozesses gegen die Tempelritter, als Clemens V. noch überzeugt war, das Weiterbestehen des religiös-militärischen Ordens garantieren zu können, und antwortet dem apostolischen Bedürfnis der Aufhebung der Schande der Exkommunikation, welche sich die Krieger-Mönche von alleine aufgeladen hatten, als sie Jesus Christus unter der Tortur des französischen Inquisitors verleugnet hatten. Wie verschiedene zeitgleiche Quellen bestätigen, wies der Papst nach, dass sich unter den Templern in der Tat schwere Formen von Unsitten eingeschlichen hätten, und plante eine Reform des Ordens von Grund auf, um ihn dann in einem einzigen Institut gemeinsam mit dem anderen großen religiös-militärischen Orden der Hospitaliter zu vereinen. Der Akt von Chinon war eine notwendige Voraussetzung für die Reform, blieb aber leeres Wort. Die Reaktion der französischen Monarchie löste einen regelrechten Erpressungsmechanismus aus, woraufhin Clemens V. während des Konzils von Vienne (1312) einen endgültigen Schritt tun musste: da der Papst sich dem Willen Philipps des Schönen, des Königs von Frankreich, der den Tempelorden auflösen wollte, nicht widersetzen konnte, entschied er nach Beratung mit den Konzilvätern, den Orden «con norma irreformabile e perpetua» aufzuheben (Bulle Vox in excelso, 22. März 1312). Clemens V. erklärte allerdings, dass eine solche schmerzvolle Entscheidung nicht eine Verurteilung der Häresie darstelle, zu der man auf Grund der verschiedenen Untersuchungen während der dem Konzil vorhergehenden Jahre nicht hätte kommen können. Zum Erlass eines endgültigen Urteilspruches wäre in der Tat ein regulärer Prozess notwendig gewesen, der auch seitens des Ordens eine Darlegung der Thesen zur Verteidigung vorgesehen hätte. Der Skandal, von infamen Anklagen (Häresie, Idolatrie, Homosexualität und obszöne Handlugen) gegen die Templer ausgelöst, hätte jedoch nach Ansichten des Papstes einen jeden davon abgehalten, das Kleid der Templer anzulegen. Außerdem bedeutete eine Aufschiebung der Entscheidung bezüglich derartiger Angelegenheiten auch eine Vergeudung der ungeheueren Reichtümer,  von Christen jenem Orden dargeboten, dessen Aufgabe es war, dem Heiligen Land zur Bekämpfung der Glaubensfeinde zu Hilfe zu eilen. Die gründliche Erwägung dieser Gefahren zusammen mit dem Druck von französischer Seite überzeugte den Papst davon, den Orden der Tempelritter aufzulösen, genau so wie es in der Vergangenheit und zwar mit weit geringfügiger Begründung einigen religiösen Orden von weit wichtigerer Bedeutung ergangen war.
aus: vatican.va
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Freitag, der 13. Oktober 1307

13. Oktober 2009

Freitag, der 13. Oktober 1307

Heute vor 702 Jahren gelang eine der größten Polizeiaktionen der Geschichte.

Im Morgengrauen umstellten französische Soldaten über 1000 im ganzen Land verteilte Komtureien des berühmten Ritterordens der Templer. 546 Templer wurden bei gleichzeitig durchgeführten Razzien verhaftet.
Den offiziellen Angaben nach entkamen der französischen Staatsgewalt nur zwölf Ritter. Darunter Gerhard von Villers, der Präzeptor Frankreichs. Alle anderen Templer, allen voran ihr Ordensmeister Jaques de Molay, wurden abgeführt.

13_10_1307Was in den nächsten jahren folgte, war ein aufgesetztes Schauspiel, dass an bitterer Lächerlichkeit kaum zu überbieten war. Den Templern wurde der Prozess gemacht, Papst Clemens V. musste, dem französischen König Philipp IV. hilflos ausgeliefert, dabei zusehen und sogar Hilfestellung leisten.
In anderen europäischen Ländern begannen die Herrscher die Verfolgung des Ordens erst nachdem der Papst mit der Exkommunikation drohte. Besonders die spanischen Königshäuser, die noch immer gegen die Mauren im eigenen Land kämpfen mussten, hielten sich sehr zurück. Kein Wunder, waren die Templer doch eine starke Macht, die auf der iberischen Halbinsel unnachgiebig gegen die Mauren vorging.
Doch das Schicksal der Templer war bereits entschieden. Der Prozess wurde sinnlos hinausgezögert, aber im Mai 1310 verbrannten die ersten 54 Ritter auf den Scheiterhaufen.

Das Urteil über die vier höchsten Würdenträger des Ordens behielt sich der Papst selbst vor. Doch als er es verkünden wollte erhob sich Jaques de Molay, widerrief alle Geständnisse, die unter der Folter ausgesagt wurden, erklärte den Orden und seine Sache für heilig und empfing gelassen seine Strafe.

Um die Hinrichtung des Meisters der Templer ranken sich bis heute viele Sagen. Angeblich wurde er langsam auf einer kleinen Flamme verbrannt, damit er nicht zu früh erstickte und die Schmerzen gänzlich ertragen musste. Trotzdem soll er diese Strafe ohne Wehklagen hingenommen haben.
Für die meisten Fragen sorgte aber wohl eine Äußerung des Meisters, die er kurz vor seinem Tode gemacht haben soll. Demnach hat Jaques de Molay angeblich die Verfolger des Templerordens verflucht und ihnen verheißen, dass sie noch binnen Jahresfrist vor den Thron des Allmächtigen die Verantwortung für ihr Handeln tragen müssten.
Dieser Fluch, wenn wir ihn so nenen wollen, wäre sicher keiner Erwähnung wert, wenn der Papst nicht einen Monat später an der Ruhr gestorben wäre. Wilhelm von Nogaret, der Verfasser der Anklageschrift, verstarb noch während des Verfahrens, die Hauptdenunziaten, abgewiesene oder ausgewiesene Temelritter, Verräter also, wurden in den folgenden Monaten erhängt, erdolcht oder erdrosselt vorgefunden.
Allein König Philipp hätte es beinahe geschafft, die Verheißung des Meisters der Tempelritter hinfällig zu machen. Doch auch er entkam seiner gerechten Strafe nicht. Am 14. Dezember des gleichen Jahres starb er an den Folgen eines Reitunfalls.

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Das Rittertum

10. Oktober 2009

Rittertum

Gesamtheit der durch den mittelalterlichen Berufskriegerstand der Ritter entwickelten sozialen, kulturellen, rechtlichen und wirtschaftliche Verhältnisse.
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Das Rittertum hatte seine Grundlagen im germanischen Gefolge (Gefolgschaft), woraus im Hochmittelalter ein schlagkräftiges Heer aus berittenen Berufskriegern in schwerer Ruestung entstand, die durch Überlassung von Grundbesitz als Lehen wirtschaftlich gesichert waren. Das Bestreben, besonders in den Kreuzzügen christliches Sittengesetz und Waffendienst miteinander zu vereinbaren, führte zur Herausbildung der Ritterorden.

Beim Begriff Rittertum denken wir heutzutage an prächtige Burgen, in denen die edlen Ritter mit ihren Frauen prunkvolle Feste feierten. Aber aus etlichen Überlieferungen erfahren wir, dass es eine durchaus raue und brutale Zeit war und dass selbst die Ritter ihre Tugenden nicht ernst nahmen und daher auch in der Bevölkerung äusserst unbeliebt waren.

Der Beginn des Rittertums

Die Geschichte des Rittertums begann in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts n. Chr. Es war eine Zeit, in der die Anhänger des Propheten Mohammed nach der Herrschaft ueber Westeuropa griffen. Zuvor hatten sie schon Vorderasien und Nordafrika erobert. Ihr erstes Angriffsziel war Spanien. Die Kämpfer Allahs landeten im April des Jahres 711 an der Suedküste von Spanien, in der Nähe vom Felsen von Gibraltar. Sie besiegten eine weit überlegende christliche Armee und stürmten weiter ins Landesinnere. Sie zwangen die Königsstadt Toledo zur Kapitulation und erreichten im Sommer 713, dass war knapp drei Jahre nach Beginn des Krieges das Grenzgebirge zu Frankreich: Die Pyrenäen.

Dieser Krieg war kein gewöhnlicher Krieg, sondern ein Dschihad (ein Religionskrieg). Daher erweckten die Franken Misstrauen, weil das Fränkische Reich direkt an Spanien angrenzte. Die Franken bauten eine eigene schlagkräftige Armee auf. Die Truppengattung nennen wir heute Fränkische Panzerreiter. Die Panzereiter waren die Vorläufer des späteren Ritters. Um das Jahr 732 erschienen die ersten islamischen Krieger im Fränkischen Reich. In einer zweitägigen Schlacht errangen die Franken einen glorreichen Sieg und begannen mit der Rückeroberung Spaniens.

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Der Ritter

Ritter war ein „Lehrberuf“, der nur Adeligen vorbehalten war. Mit 7 Jahren wurde der Knabe auf die Burg eines Ritters geschickt, dem er als Page zu dienen hatte. In dieser Zeit musste er seinen Herrn bei Tisch bedienen und Botengänge erledigen. Er lernte zu reiten, Bogenschiessen, aber auch zu musizieren und zu tanzen. Gehorsam, ritterliche Tugenden, höfisches Benehmen und Wichtiges ueber das Christentum standen in seiner Ausbildung an erster Stelle.

Mit 14 Jahren wurde er zum Knappen erhoben und musste sich einer sehr strengen und harten Erziehung unterziehen. Er lernte die Pferde zu pflegen, aufzuzäumen und in voller Rüstung zu reiten. Wie man ein Landgut verwaltet lernte er vom Gutsverwalter und vom Landvogt. Der Schwerpunkt seiner Ausbildung lag aber im Umgang mit Waffen und im Kriegshandwerk. Er lernte Lanze, Schwert und Streitaxt mit beiden Händen gleich gut zu führen. Die Pflege der Rüstung brachte ihm der Waffenmeister bei. Vor allem musste er seinen Körper durch Wettläufe, Ringkämpfe und Waffenübungen kräftigen.
Eine grosse Ehre war es für den Knappen, seinen Herrn zu Turnieren und Kämpfen zu begleiten und dessen Lanze, Rüstung und Schild zu tragen oder mit ihm auf die Jagd zu reiten.

Mit 21 Jahren, am Ende seiner Knappschaft, wurde der Knappe in einer feierlichen Zeremonie in den Ritterstand erhoben. Dazu verbrachte er die ganze Nacht betend in der Kapelle, nur mit einer einfachen Kutte bekleidet. Mit einer Morgenmesse begann die eigentliche „Schwertleite“. Dabei bekam er edle Gewänder in den Farben Weiss, Rot und Schwarz. Sie sollte ihn an ein Leben ohne Sünde, an das Blutvergiessen Christi und an den Tod erinnern. Zudem bekam er die Sporen und sein Schwert. Dann kniete er vor seinem Herrn nieder und legte den Ritterschwur ab. Mit der Schwertfläche gab ihm dieser zwei Schläge auf die Schultern. Damit wurde der Knappe zum Ritter.

Als Ritter war man zwar sein eigener Herr, hatte aber viele Pflichten zu erfuellen, an die man durch den Ritterschwur gebunden war:

  • „Ich gelobe, die Schwachen zu verteidigen.“
  • „Ich gelobe, die Kirche zu schützen, ihre Lehren zu glauben und ihre Gebote zu halten.“
  • „Ich gelobe, die Pflichten meinen Lehnsherrn gegenüber zu erfüllen.“
  • „Ich gelobe, allen gegenüber freimütig und grosszügig zu sein.“
  • „Ich gelobe, immer gegen Ungerechtigkeit und für das Recht zu kaämpfen.“
  • „Ich gelobe, immer zu meinem Wort zu stehen.

In diesem Schwur waren die ritterlichen Tugenden festgeschrieben. Edelmut,Tapferkeit, Loyalität und Grosszügigkeit waren die obersten ritterlichen Ideale. Er musste seinem Dienstherrn treu sein, tapfer sein, christliche Heiligtümer, Priester, Mönche und Nonnen beschützen, Ungläubige bekämpfen, gegen Arme freigiebig sein, Kranken beistehen, massvoll und besonnen handeln, grossmütig und freigiebig sein. Er sollte sich jedem gegenüber höflich benehmen und sich gegen Frauen ehrerbietig zeigen.

Diese Tugenden stellten sehr hohe Anforderungen an einen Einzelnen, zu hohe. Doch der Traum vom Rittertum begeisterte die Menschen im Mittelalter und macht es auch noch heute.

Die Turniere

crusaderAls „Turniere“ bezeichnet man die so charakteristischen Kampfspiele, bei denen Ritter und Knappe vor einem begeisterten Publikum ihre Geschicklichkeit im Waffenhandwerk und ihren Mut unter Beweis stellen konnten. Auf Turnieren zu kämpfen war früher jeden echten Ritter nicht nur ein Vergnügen, die Telnahme bedeutete auch eine hohe Ehre. Das Mittelalter kannte drei unterschiedliche Formen des Turniers: Buhurt, Tjost und Turnei.

Der Buhurt war ein Massenkampf zwischen zwei gleichgroßen und gleichstarken Heerhaufen. Gekämpft wurde allerdings nur mit stumpfen Waffen. Sonst aber ging alles genauso zu wie im Kriege.
Im Gegensatz zum Buhurt war der Tjost ein Zweikampf. Er begann stets mit einen Lanzenstechen. Nicht selten wurde beim Tjost auch mit scharfen Waffen gefochten.

Ein Mittelding zwischen Buhurt und Tjost war der Turnei. Hier kämpften auf einem kleinen Turnierfeld zwei überschaubare Gruppen mit stumpfen Lanzen gegeneinander. Sieger war die Partei, die im Kampf Mann gegen Mann die meisten Gegner aus dem Sattel werfen konnte.
Ungeachtet aller Gefahren war das Turnier vor allem für die jüngeren Ritter eine Bühne, auf der sie ihre Vorzüge ins rechte Licht setzen konnten, um so eines Tagen zu erlangen, was sie sich am meisten wünschten: Ruhm und Ehre, fette Beute, einen angesehenen Dienstherren und eine reiche Frau.

Das Leben der Ritter

Selbstverständlich wohnte ein richtiger Ritter auf einer richtigen Burg – so glauben die meisten. Doch das stimmt nicht. Denn um eine Burg bauen und unterhalten zu können, musste man über sehr viel Geld verfügen. Sehr viel Geld aber hatten nur der Hochadel und vielleicht noch ein paar reich gewordene Ministerialen. Dagegen lebten die meisten Ritter in bescheidenen Verhältnissen, hatten also nicht die geringste Aussicht, jemals Burgherr zu werden. Wo dennoch Ritter ohne Vermögen auf Burgen wohnten, da taten sie es als Angestellte ihres Dienstherrn: als Burgvögte, Verwalter, Waffenmeister, Jagdaufseher und so weiter.

Die Mehrzahl der einfach Ritter aber lebte draußen auf dem Lande, meist in einem Dorf, das zu ihrem Leben gehörte, umgeben von den Bauern und Leibeigenen. Über ihre eigenen Häuser weiß man nicht allzu viel. Vermutlich waren die meisten aus Stein gebaut, besaßen an den Ecken kleine Erker, aus denen man ein freies Schussfeld hatte, und wurden durch einen schmalen Wassergraben geschützt.

Im Inneren gab es gewöhnlich zwei Räume: ein Wohn- und Empfangszimmer, indem auch gekocht und gegessen wurde, und ein Schlafzimmer für die ganze Familie. Eingerichtet war ein solches Ritterhaus nur mit dem Allernötigsten: mit Tischen, Bänken, Schemeln, Betten, Truhen, viel Stroh und wenig Stoffen. Alles in allem also nicht gerade das, was man sich im allgemeinen unter einem ritterlichen Haushalt vorstellt.

Das Ende des Rittertums

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts hatten die Ritter ihre Rolle im Alltagsleben der europäischen Staaten und Völker endgültig ausgespielt. gran_maestro_con_abacus1_picSie hatten sich überlebt – auf dem Schlachtfeld ebenso wie als gesellschaftliche Klasse. Doch bevor die Erinnerung an sie verblasste, erlebten die ritterlichen Ideale noch einmal eine kurze, aber glanzvolle Blütezeit.

Der Anstoß dazu ging vom Hochadel aus. Während sich ringsum die ritterliche Welt von einst auflöste, blieb bei Baronen, Grafen, Fürsten und Königen eine starke Sehnsucht nach der guten alten Zeit lebendig – nach einer Zeit, in der das Ideal vom „Ritter ohne Furcht und Tadel“ das Leben aufregend und zugleich sinnvoll gemacht hatte. Dieses Ideal einer glanzvollen Vergangenheit wiederzubeleben. Schien ihnen auch ein wirksames Mittel zu sein gegen die geistigen Umwälzungen in einer Zeit, die im Begriffe stand, zu neuen Horizonten aufzubrechen und deshalb vielen nicht geheuer war.

Eine hektische Betriebsamkeit setzte ein. Überall in Europa entstanden neue Ritterorden und Ritterbruderschaften, die ihre Mitglieder auf eine ritterliche Lebensweise einschworen. Doch für eine neue Ritterschaft gab es schon längst keine wirklich Aufgaben mehr. So erschöpfte sich dieses ganze Tun und Treiben rasch in einer Art Gesellschaftsspiel: in bedeutungsschweren Aufnahmezeremonien, feierlichen Gelöbnissen, festlichen Auftritten und allerlei „Kulissenzauber“, wie ein bekannter Historiker das zutreffend genannt hat.

Ihren weithin sichtbaren Ausdruck aber fand die neue Ritterbegeisterung vor allem in den phantastisch herausgeputzten Turnieren, wie sie an den großen europäischen Fürstenhöfen, aber auch in vielen Städten in Mode kamen. Um die größte Prachtentfaltung bei diesen sündhaft teuren Veranstaltungen wetteiferten miteinander der englische König Heinrich VIII. (1515-1547), die selbst erfolgreich an solchen Turnieren teilnahmen. An Begeisterung und Glanz weit übertroffen aber wurden beide von ihrem strahlenden Konkurrenten, dem deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. (1486-1519), den schon seine Zeitgenossen den „letzten Ritter“ nannten.

Zu Recht! Denn Maximilian, der in seiner Person Wirklichkeitssinn und romantische Schwärmerei vereinte, meinte es mit der Wiederbelebung der ritterlichen Ideale ernst. Redlich bemühte er sich darum, als Ritter zu leben und seiner Umgebung und seiner Zeit ein ritterliches Vorbild zu geben. Seine Turniere waren in ihrer prunkvollen Ausstattung einzigartig. An ihnen teilnehmen zu dürfen, galt als eine hohe Ehre. Der Kaiser selbst war ein leidenschaftlicher Turnierreiter und einer der besten: ihn zu besiegen, gelang nur wenigen.

andreapalermoarte_it_bkumbria_1201593410Doch der Zauber, wie es von Maximilian und seinesgleichen ausging, konnte auf Dauer nicht darüber hinwegtäuschen, das der späten Ritterbegeisterung etwas Künstliches und Theatralisches anhaftete. So hielt denn auch die Hochstimmung nicht lange an. Als im Jahre 1559 der französische König Heinrich II. durch den splitternden Schaft einer Turnierlanze umkam, verbot sein Nachfolger solche Veranstaltungen für immer. Und bald darauf stellte man auch im übrigen Europa den Turnierbetrieb ein.

Am Ende des Mittelalters versuchten viele Ritter die finanzielle Notlage, in die sie geraten waren, mit Gewalt zu bessern, indem sie als „Raubritter“ Kaufleute und andere Reisende ausplünderten. Schließlich mussten die Landesherren gegen die Verbrecher einschreiten und ihre Burgen zerstören.

siehe Graf von Hohenfels

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Die moderne Regel

8. Oktober 2009

Die moderne Regel des Tempelritters

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1. Kapitel

Vom Tempel und seinem Dienst.

Erinnere dich, Sohn, dass du ein Templer bist, ein Nachkomme der ‘Armen Ritterschaft vom Tempel’, soll geheißen, weil die erste Unterkunft unseres ehrwürdigen Ordens sich in der Nähe des Jerusalemer Tempels befand. Betrachte immer wieder das Wort und den Begriff ‘Tempel’, wie das göttliche Wort ermahnt: Um eines bitte ich den Herrn, das hätte ich gerne, dass ich im Haus des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten.

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2. Kapitel

Von der Liebe zur Kirche.

Denk mit Freude daran, dass wir nicht mehr Gäste und Fremdlinge sind, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf dem Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt zu einem Tempel in dem Herrn, auf welchem auch wir erbaut werden zu einer Behausung im Geist.

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3. Kapitel

Von der Zucht des Leibes.

Lese immer wieder die Urregel des Bernhard von Clairvaux und versuche, sie in das moderne Leben zu übersetzen. Bekämpfe in aller Dankbarkeit für Gottes gute Gaben die Laster und sei Herr über deinen Leib.

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4. Kapitel

Vom ritterlichen Kampf.

Sei eingedenk, dass du auf dem Kreuzzug des Königs aller Könige bist. ‘Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert’, spricht unser Meister. Bekenne unerschrocken den König, dem kein König gleicht. Der weiße Mantel erinnere dich, dass wir den heiligen Krieg ohne Falschheit führen und das rote Ordenskreuz, dass Opfer gebracht werden müssen, denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

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5. Kapitel

Von der Bruderschaft.

Denke daran, dass du alle Zeit im Kampf dem Bruder zur Seite stehst, der mit dir der gleichen Fahne folgt. Gehorche den Meistern, indem du in ihnen Christus ehrst. Nur einer ist unser Meister: Christus – wir aber sind alle Brüder. Fühle dich für deinen Mitbruder verantwortlich, denn Gott wird auch dich einmal fragen: Wo ist dein Bruder? Setze dich stets ritterlich für die Schwachen, besonders für die Frauen und Kinder, Witwen und Waisen ein. Gewähre Schutz und Beistand den Christen und Pilgern im Heiligen Land. Nutze die weltweite Bruderschaft des Ordens und besuche die Mitbrüder, wo immer du die Möglichkeit dazu hast.