Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

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Happy Birthday, Ma’am!

20. April 2016

EII

Ich bin – obwohl ich überzeugter Monarchist bin – kein Freund der britischen Monarchie, das hat aber was mit Heinrich VIII. und der roten Lissy, also Königin Elisabeth I., zu tun. Eine Monarchie, die mit der EINEN heiligen Kirche bricht, und deren Throninhaber ihre Legitimität mit Mord und Totschlag behaupten, hat ihre Daseinsberechtigung verloren …
Aber DAS ist eine ganz andere Geschichte, und hat HIER nichts zu suchen.

Heute gilt es, eine SEHR große Dame zu würdigen, vor der selbst eingefleischte Republikaner höchsten Respekt und größte Hochachtung haben. Elisabeth II. ist der Inbegriff von Disziplin, von Fleiß, Verantwortung und Pflichtbewusstsein. Sie hat zwar keine Macht, und dennoch hat Ihr Wort Gewicht.

Es ist SIE, die Königin, die ein riesiges Reich zusammenhält, weil dieses Commonwealth in IHR die letzte Monarchin sieht, die Ihre Legitimität durch die Gnade Gottes erhalten hat.
Dieser Gott wird bei der Krönung Ihres Nachfolgers (wenn es denn überhaupt noch eine Krönung geben wird und keine „Amtseinführung“ wie in den anderen europäischen Monarchien [selbst Vatikan]), keine so große Rolle mehr spielen wie bei IHR, der (offiziell) Verteidigerin des Glaubens (diesen Titel hatte noch Heinrich VIII. erhalten, bevor er … na ja …) und Oberhaupt der Anglikanischen Kirche.

Elisabeth II. ist vielleicht die LETZTE wirkliche MONARCHIN der Welt (von Japan vielleicht mal abgesehen). Sie ist NICHT so volksnah wie die anderen Monarchen unbedingt zu sein meinen. Ein Monarch MUSS erhaben sein und diese Erhabenheit auch ausstrahlen, und Er darf nicht mit der Menge mit schwimmen. Ein Monarch GIBT keine Interviews und lässt sich nicht von und für die „Yellow-Press“ instrumentalisieren. Ein Monarch darf nicht VIEL sagen, er soll nicht reden wie ein Wasserfall oder sagen, was er gerade denkt und was ihm Sein Gemütszustand gerade eingibt. Aber das, WAS Er sagt, soll klar, deutlich und unmissverständlich sein, weil er auch noch nach Generationen an Seinen Worten und an Seinen Handlungen gemessen wird.
Ein Monarch DARF sich nicht von allen betatschen, befummeln, anpöbeln und anquatschen lassen. Er besteht auf ein besonderes Zeremoniell und achtet auf dessen Einhaltung.
Er, der Monarch, ist die Richtschnur. ER weist den Weg. ER ist der EINE, dem zu folgen das Volk stolz macht und jeden einzelnen im Wetteifer zu den größten, den besten, den edelsten Taten zum Wohle des Volkes ermuntert.

Er, der Monarch, ist der Garant für Sicherheit, Stabilität und vor allem Kontinuität. Jede einzelne Seiner Entscheidungen soll mit Weisheit und Besonnenheit getroffen werden, und sie soll sowohl Seinen Vorfahren als auch Seinen Nachfahren zur höchsten Ehre gereichen.

Wer der Beste, der Edelste, der Fleißigste, der Stärkste, Tapferste und Mutigste des Landes ist, der sei König, der sei Euer Monarch, und nicht der, der sich vom gemeinen Volk nicht (mehr) unterscheidet. IM Monarchen soll man die Würde und die Souveränität schon von Weitem erkennen. Es ist der Monarch, der in Seiner Person auch seinem Volk diese Würde und Souveränität verleiht. Und im Monarchen soll man die Königsherrschaft des Gottessohnes wiedererkennen, Den Er hier auf Erden repräsentiert.

Der Monarch verkörpert die Geschichte Seines Landes (bzw. Seiner Länder), Er ist Die personifizierte Vergangenheit und die Zukunft. Er ist das Familienoberhaupt, das zwar streng sein muss, und das dennoch voll Milde und Güte, voll Weisheit und Gerechtigkeit, voll Treue und Liebe sein Volk zu leiten weiß.

Er teilt Leid und Freude mit Seinem Volk, Er spendet Trost und er ist allzeit danach bestrebt, die ihm von Gott anbefohlen zu Edlem, zu Schönem und zu Gutem zu ermuntern. Er belidigt, beschimpft und entwürdigt niemals Sein Volk (wie das so mancher Bundespräsident gerne tut). In Seinem Handeln und in Seinen Worten soll der Monarch Edelmut ausstrahlen, auf dass das Volk edelmütig werde.
Immerhin ist das der Grund, warum er/sie Monarch(in) ist: Im eigenen Land wie auch in allen Ländern der Welt soll der Monarch die aller-edelsten Tugenden Seines Volkes repräsentieren – und Elisabeth II. ist DIE Tugendhaftigkeit in Person. Und das ist etwas, was man bei Vertretern einer Republik – Gott sei’s geklagt – höchst selten antrifft.

Ich wünsche IHR, der sprichwörtlichen MAJESTÄT, der Königin Elisabeth, ein sehr langes, gesundes, glückliches, erfüllendes Leben zu Ihrem 90. Geburtstag. Möge sie allzeit der Stolz Ihrer Länder sein, und möge Sie der Segen des Dreieinen Gottes allezeit beschirmen und beschützen.

Und zu diesem Anlass des 90. Geburtstags Ihrer Majestät Königin Elisabeths erlaube sogar ICH mir laut und überzeugt auszurufen: „God save the Queen!“

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Von einem, der lieber den Mund hält …

7. Februar 2016

 

Fast 3 1/2 (in Worten dreieinhalb) Jahre ist es her, liebe Freunde, dass ich das letzte Mal einen Eintrag hier in meinem Blog gemacht habe – ich kann es selbst nicht glauben! Und ich weiß noch nicht einmal, WARUM ich mich so lange nicht mehr zu Wort gemeldet habe …

Ich gebe zu, dass ich mich bei (oder auf?) Facebook in den letzten 5 bis 6 Jahren ziemlich intensiv eingebunden habe. Dann hat ein Virus meinen Laptop lahmgelegt, so dass ich das letzte halbe Jahr so gut wie GAR nicht mehr ins Internet konnte – was SEHR gut getan hat. Ich war vom Weltgeschehen ausgeschlossen; was sich in Kirche und Welt getan hat, bekam ich kaum noch mit – und das war auch gut so. Die tägliche Informationsflut hat mich regelrecht überrollt, so dass ich fast sogar glücklich war, dass mein Laptop den Geist aufgegeben hat.

Es war aber nicht die Informationsflut als solches – man kann ja nicht genug Informationen bekommen, um auf dem Laufenden zu bleiben! -, sondern es war das Gefühl am Ende des Tages, dass man vor lauter Informationen Gefahr läuft, depressiv zu werden. Und es waren auch nicht die Nachrichten aus Politik und Kirche, die einen das Gefühl der Überforderung gaben, sondern die Reaktionen der Menschen auf diese Nachrichten, die Streitereien und teils heftigen Auseinandersetzungen.

Es war – oder besser: Es IST – dieses Gefühl, dass man in einem IRRENHAUS lebt: Sei es die sogenannte „Flüchtlingspolitik“, das unselige Verhalten der westlichen Welt gegenüber Russland, der personifizierte Antichrist in Person des amerikanischen Präsidenten, … und nicht zu guter Letzt dieser Bischof von Rom, mit dem ich – nach fast drei Jahren seiner Amtszeit – einfach nicht warm werden kann, von dem ich immer mehr das Gefühl habe, dass er das Sprachrohr der Vereinten Nationen ist, und von dem ich fast jeden Tag denke, dass er sein enorm großes Mitteilungsbedürfnis bremsen und endlich einmal NICHTS (!) sagen soll anstatt ewig Zweideutiges, Verwirrendes oder etwas, was die Pressestelle des Vatikans immer im Nachhinein kommentieren, berichtigen und gerade rücken muss, was „Seine Heiligkeit“ denn gesagt, angedeutet oder gemeint haben KÖNNTE.

Nein, ich halte mich auf allen Internetplatfmormen bzw. im „social network“ bedeckt. Ich sage nichts … aber denke mir meinen Teil. Und ich gebe es unumwunden zu, dass es mich schmerzt zu beobachten, dass wir es beim Thema „Kirche“ mit einer tiefen Spaltung zu tun haben: auf der einen Seite die Progressiven, auf der anderen Seite die Konservativen, die eher der Tradition anhangen, und die neuerdings auch „Rechtskatholiken“ genannt werden. Die einen, die dem „Geist des Konzils“ (was/wer immer das auch ist) fröhnen, und die anderen, für die die Kirche nicht erst vor 50 Jahren begonnen hat, sondern vor knapp 2000 Jahren. Die einen, für die die Kirche ein nettes Diskussionsforum mit demokratischen Entscheidungen ist, und die anderen, die dem folgen und als Richtschnur betrachten, was die Kirche IMMER gelehrt und verkündet hat. Die einen, für die das menschliche Miteinander mit Ringelreihen und das Hinwenden zu den Problemen dieser Welt in der Liturgie wichtig ist, und die anderen, die einzig das Transzendentale im Hinwenden zu Gott, in der Anbetung und Verherrlichung der göttlichen Majestät im Zentrum der liturgischen Handlung erfahren (wollen). Die einen, die die Kirche zu einer weltlichen, immer mehr politisch-korrekter werdenden Institution gemacht haben, und die anderen, die sich bewusst NICHT der „Diktatur des Relativismus“ (Benedikt XVI.) unterwerfen wollen. Die einen, für die der Glauben tagtäglich infrage gestellt und per Mehrheitsbeschluss gesucht und gefunden werden darf/kann/muss, und die anderen, für die ROM die Hüterin der 2000-jährigen Wahrheit ist – und über die Wahrheit diskutiert man nicht!

Nein, ich halte mich bedeckt. Ich halte den Mund, obwohl ich zutiefst besorgt bin, wo wir bzw. wo die Kirche mittlerweile gelandet sind/ist. Ich halte den Mund, weil ich einfach nichts zu sagen HABE. Ich habe nicht das Recht oder die Kompetenz, etwas zu sagen. Ich sehe nur auf den Internetplattformen, wie zerstritten, ja gespalten die Kirche ist. Vom Wunsch Christi, nein, von Seinem Verlangen, dass alle EINS seien („ut unum sint“), ist heute nicht mehr die Rede. Das Stichwort „Vielfalt“ beherrscht das gesellschaftliche und kirchliche Leben: „Jeder soll nach seiner façon selig werden“, und das schließt vor allem die gleichgeschlechtlichen „Ehegemeinschaften“, die Schwulen/Lesben, die wiederverheiratet Geschiedenen, … mit ein. Damit konnte vielleicht Friedrich der Große von Preußen seine Untertanen glücklich machen, aber es steht in vollkommenen Kontrast zu der Lehre Christi, der uns gesagt hat, dass es nur EINEN einzigen Weg gäbe. Niemand, vor allem nicht Christus Jesus, hat versprochen, dass es ein einfacher, gemütlicher, bequemer Weg werden würde – ganz im Gegenteil. Doch weiß man – wenn man diesen einen Weg einmal eingeschlagen hat – wenigstens, wo es lang geht, während man durch die „Vielfalt“ der Orientierungslosigkeit ausgeliefert ist.

Doch ist die Kirche von ihrem Ursprung und ihrem Wesen her das genaue Gegenteil von „Vielfalt“ und Orientierungslosigkeit. Die Kirche ist da, Orientierung zu geben wie ein Leuchtturm auf einem massiven Felsen, dem die stürmischen Wogen entgegen schlagen. Niemand scheint zu merken, dass es gerade diese „Vielfalt“ ist, die die Wogen des Meeres immer höher und unerbittlicher gegen den Felsen schlagen lässt. Es ist diese „Vielfalt“, die der Einheit und Einigkeit – Pfeiler der Kirche – entgegen wirkt.

Aber nein, ich werde nichts sagen. Ich enthalte mich treu und brav jeden Kommentares und schaue nur zu, wie Bischöfe rund um den Globus die „Vielfalt im Glauben“ zelebrieren und darum herum tanzen wie um ein goldenes Kalb. Sie feiern ihre „Einheit in der Vielfalt“, obwohl das einzige, was die Bischöfe, die Nachfolger der Apostel einen sollte, die gemeinsame Sorge um das Heil der Seelen sein sollte. Die Kirche st kein Wohlfahrtsinstitut, der katholische [= allumfassend] Glaube ist alles andere als eine Wellness-, ein Wohlfühl-Glaube, und die Bischöfe dürfen keine Animatoren und vor allem keine Opportunisten sein. Sie dürfen nicht jedem nach dem Mund reden und sie dürfen nicht ihr Fähnchen nach dem Wind hägen. Sie müssen – gerade jetzt wo das Thema Barmherzigkeit in aller Munde ist – die Sünde laut und deutlich beim Namen nennen, doch dem Sünder – wie es einst der Herr selbst getan hat – liebevoll zur Umkehr zu bewegen – um seiner Seele Willen! Die Mehrheit der Apostel (außer dem heiligen Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu) haben seinerzeit kein schreckliches Martyrium erlitten, damit ihre Nachfolger im Hirtenamt mit der Wahrheit, die einzig und alleine in Christus Jesus zu finden ist, hinterm Berg halten, um niemanden zu brüskieren. „Man darf den modernen, aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts nicht mehr zumuten an die schwer verständlichen Glaubenswahrheiten zu glauben“, sagen sie und gestatten es, dass jeder nur noch an das glauben möge, was er einigermaßen verstehen kann. Das hat zur Folge, dass der Glaube dann GANZ verschwindet, weil der Glaube wie eine Perlenkette ist, bei der es fatal wäre, auch nur eine einzige Perle heraus zu reißen – es gehen ALLE Perlen verloren …

Aber ich werde nichts sagen, werde still halten und den Kummer in mich hinein fressen. HÄTTE ich was zu sagen, würde ich sagen, das nicht nur eine „Neu-Evangelisation“ beginnen muss, sondern auch und ganz besonders eine intensive Katechese beginnen muss. Nicht das Weltliche, nicht das Tagesgeschehen muss auf der Kanzel be- und verarbeitet werden, sondern das Glaubensgut muss wieder verbreitet werden angefangen mit der Hervorhebung des Allerheiligsten Altarsakramentes. Es ist das schwierigste zu verstehende Glaubensgeheimnis (und man KANN es den Menschen zumuten!), aber ohne dieses sind alle anderen Glaubensgeheimnisse sinnentleert. Der dreifaltig Eine Gott muss wieder in die Mitte unserer Gesellschaft, das Zentrum unseres Denken und Handelns werden, nicht das, was auf den Straßen am lautesten gefordert wird. Danach haben die Apostel und Kirchenväter auch nicht gefragt, was die Menschen hören wollen und was man ihnen zumuten kann, sondern sie haben in 1900 Jahren hart um die Wahrheit gerungen und sie klar, deutlich und unmissverständlich/UNZWEIDEUTIG formuliert – eben UM es uns leicht zu machen, den richtigen Weg einzuschlagen.

„Vielfalt“ (kulturelle oder des Glaubens) mag sich im ersten Moment spannend anhören, aber es ist nur der Nährboden für den Verlust jedweder Identität und jeder Orientierung. Entweder wollen die Hirten, die Bischöfe ihre ihnen anvertraute Herde in EINE Richtung führen – nämlich zu Gott (und zur ewigen Glückseligkeit hin) hin – oder sie wollen nur Verwirrung, Zwietracht und Spaltung (und ewiges Unglück für die Seelen) fördern, indem sie predigen, dass doch jeder „nach seiner façon selig werden“ darf, kann und soll.

Aber ich werde mich bedeckt halten, werde einfach den Mund halten …

Das einzige, was ich mir erlaube zu sagen ist, dass ich nicht in der Haut des einen oder anderen Bischofs stecken möchte, wenn er dereinst vor dem letzten Gericht Rede und Antwort stehen muss. Dann wird er sich wünschen, dass es noch Gläubige gibt, die für SEINE Seele beten werden.

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Ritter des Templerordens

27. Juli 2011

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„non nobis Domine, non nobis, sed nomine Tuo da gloriam.“

Mit der musikalischen Variante unseres für uns Tempelritter omnipräsenten Mottos, des ersten Verses des 115. Psalms „Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen sei die Ehre“, habe ich vor, die schrecklichen Ereignisse des vergangenen Freitags, an dem im Königreich Norwegen unzählige Menschen getötet wurden, auf meine Weise zu verarbeiten.

Ein offensichtlich psychisch kranker Mensch wird von der Presse in die Schublade „christlicher Fundamentalist, Rechtsradikaler, Anti-Islamist, Tempelritter“ gesteckt, obwohl die Tat mit der christlichen Lehre, dem konservativen Gedankengut und mit den Idealen und Prinzipien eines (Tempel-)Ritters aber auch nichts im Geringsten gemeinsam haben. Das schrieb auch der Großmeister des Tempelritter-Ordens der Armen Ritter Christi (OPMC), Berthold Möller, im Blog unseres Ordens. Hierin bezieht er auch deutlich Stellung, dass der Attentäter von Norwegen, Herr Anders Behring Breivik, in irgendeinen Zusammenhang mit dem Tempelritterordens gebracht werden kann und darf.

Die Tempelritter-Orden des 21. Jahrhunderts beziehen sich vollkommen in der Tradition und in den Idealen des Tempelritter-Ordens, der vor knapp 900 Jahren in Jerusalem gegründet worden ist. Der Orden war von vorneherein hierarchisch strukturiert, Demut und Gehorsam ist das Fundament des brüderlichen Zusammenseins innerhalb dieses Ordens. Der Orden ist vor allem christlich geprägt, wurde die Ur-Regel unseres Ordens doch vom einflussreichsten Kirchenmann des 13. Jahrhunderts, dem heiligen Bernhard von Clairvaux geschrieben, der wir uns auch heute noch verpflichtet fühlen. Schon alleine das Wort „Tempelritter-Orden“ zeigt ganz deutlich, dass es sich bei uns um Ritter in einem (Laien-)Orden, man kann vielleicht auch sagen, um (Laien-)Mönche in einem Ritterbund, handelt, deren Grundlagen bis auf den heiligen Benedikt von Nursia, dem Vater des abendländischen Mönchtums, zurückgehen, wenn wir uns des „Betens und Arbeitens“ [ora et labora] in unserem täglichen kontemplativen und caritativen Dienst hingeben.

„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ [Mk 8, 34b] DAS ist es, was wir nicht nur predigen, sondern auch in die Tat umsetzen. Ein leuchtend rotes Kreuz ziert unseren weißen Umhang. Damit bekunden wir – für alle sichtbar – unsere körperliche und geistige Zugehörigkeit zu Jesus von Nazareth, von dem nun wirklich nicht behauptet werden kann, dass er ein Verfechter der Gewalt war bzw. ist ist. Die Tempelritter des Mittelalters, das lässt sich ja nun nicht leugnen, waren Ritter, die dem Aufruf der Kirche zum Kreuzzug gefolgt waren, um die heiligen Stätten im heiligen Land, um die Pilger des heiligen Landes zu schützen. Man kann sie nicht mit Söldnerheeren vergleichen.

Was WIR Ritter des 21. Jahrhunderts unseren Vorfahren aus denKreuzzügen jedoch auf ewig hoch anrechnen werden, was die Tempelritter des Mittelalters aber sehr in Verruf gebracht hatte, was dem Tempelritterorden Neid einbrachte war, dass zwischen ihnen und dem sogenannten Feind ein reger Austausch statt gefunden hatte. Die Araber/Sarazenen waren den Christen in vielerlei Dingen um einiges voraus, vor allem auf kulturellem und wissenschaftlichem – und hier vor allem dem medizinischen – Gebiet. Die Frage sei nun erlaubt, ob genau HIER „der Schatz der Templer“ begraben liegt, weil die durch die kulturellen/wissenschaftlichen Bereicherungen dem noch im „dunklen Zeitalter“ befindlichen Europa einen bis dahin vollkommen unbekannten Dienst erweisen konnten, von dem vor allem die christlichen Monarchen  – übrigens bis zum heutigen Zeitpunkt – dem Tempelritterorden unendlich vieles zu verdanken haben. Dass dem Tempelritterorden aufgrund seiner raschen Ausbreitung und seines (vermeintlichen) Reichtums Argwohn, Neid und Zweifel anhafteten, so dass man ihm die skurrilsten Ordenspraktiken andichtete, rundet das traurige Kapitel des Tempelritterordens, in dessen Ende wir nur noch von Habsucht, Niederträchtigkeit und Feigheit von Seiten des Königs Philips des Schönen und des von ihm abhängigen Papstes Clemens II. lesen, in dessen Ende wir nur noch von Verfolgung, Zerstörung und Scheiterhaufen lesen, ab.

Nun soll aber, um auf die Kreuzritter zurück zu kommen, der Gerechtigkeit genüge getan werden, wenn wir offen zugeben, dass es auch unter den Rittern schwarze Schafe gegeben hatte, die eher brandschatzend und raubend durch die Lande zogen. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass es sich hierbei um einen Templer, einen Johanniter, einen Deutschordensritter oder Grabesritter gehandelt haben soll, aber das steht hier auch nicht zur Diskussion. Was aber ganz deutlich herausgestellt werden muss ist folgendes: Der Tempelritterorden wurde im Jahre 1314 infolge eines der größten Justizskandale der Weltgeschichte aufgehoben und sein Großmeister Jacques de Molay mit seinen treuen Gefolgsleuten dem Scheiterhaufen überlassen. Es hat sich aber gezeigt, dass der Tempelritterorden rehabilitiert und von allen Beschuldigungen freigesprochen wurde [Chinon-Dokument]- es fehlt nur noch die offizielle Rehabilitation des heiligen Vaters in Rom. Inzwischen haben sich überall neue Ordensniederlassungen des Templerordens gegründet, die sich demütig und treu dem Dienst im Namen der Gottes- und Nächstenliebe hingeben …

Hier muss ich leider inne halten, denn nun beginnt leider ein für die Geschichte und das Ansehen des Ordens der Templerritter recht trauriges Kapitel, denn auch hier gilt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“. Unter dem Zeichen des Templerkreuzes haben sich überall auf der Welt Kongragationen gebildet, die eher dem Okkulten anhangen und die sich vollkommen dem freimaurerischen Gedankengut verschrieben haben. Durch die historische Verfolgung der Tempelritter und den skurrilen Vorwürfen, die ihnen zu Last gelegt wurden, haftete den Templern seit dem 14. Jahrhundert der Glorienschein der „Gralshüter“ und der „Hüter des Schatzes, des Geheimnisses, des Lichtes“ an. Dass sich von daher die Anfang des 18. Jahrhunderts aufkommenden Freimaurer vor allem dieses geheimnisumwobenen Auras angenommen haben, kann man nachvollziehen, denn es lastete ja zu dem Zeitpunkt immernoch der Fluch der Unwahrheit auf dem aufgelösten Ritterorden.

Auch heute finden wir allerorts eine beängstigende Symbiose von Freimaurertum und den Symbolen des Tempelritters, so auch im Fall des von Breivik – laut seinen eigenen Aussagen in seinem „Manifest“ – im Jahre 2002 selbst gegründeten „Tempelritterordens, welcher sich zwar auch auf die Urtempler berufen soll, de aber alles andere als christliche Merkmale aufweist, von den ritterlichen Prinzipien ganz zu schweigen. Vielmehr finden wir hier einen Zusammenhang mit einer besonders in den skandinavischen Ländern weit verbreiteten „Kirche Satans“ und die Strukturen des Freimaurertums. Der zumindest namentliche und symbolische Zusammenhang mit dem „Tempelritterorden“ ist für uns in der Tradition der Tempelritter des Jahres 1118 stehenden Nachfolger ärgerlich, aber nun nicht mehr rückgängig zu machen. Hier muss aber die Medienwelt sehr wohl zu unterscheiden wissen, ob es sich um wahre Tempelritter, die einem christlichen, caritativen (Laien-)Orden, oder ob es sich um Freimauerer oder „Freizeitritter“ handelt, deren Interesse einzig und alleine darin liegt, sich auf Mittelaltermärkten oder Ritterfetspielen zu vergnügen, oder ob es sich um anti-christliche, freimaurerische, gegen alle Ordnung (auch die göttliche) und Werte agierende und propagierende Gemeinschaft von „Neue-Welt-Ordnung“-Kämpfern handelt. Mit den beiden letztgenannten Exemplaren von „Tempelrittern“ hat der Tempelritterorden als solches absolut nichts zu tun, weil wir uns offen zu unseren christlichen Fundamenten bekennen, weil wir zu unserer hierarchischen Struktur unseres Ordens stehen, weil wir in der Mehrheit eine Staatsform Monarchie bevorzugen, weil wir für konservative Werte und Ideale einstehen – alles, was der Freimaurer bis aufs Blut hasst und bekämpft – notfalls auch mit Gewalt. Es ist nicht die Aufgabe des Tempelritter-Ordens Stellung zu den tagespolitischen Begebenheiten zu beziehen, wir sind keine politische Institution und streben von daher auch kein politisches Mitspracherecht an. Das bedeutet nun nicht, dass einzelne Angehörige unseres Ordens nicht in der Politik aktiv werden darf – das ist seine Privatsache, und da haben wir nur indirekt Einfluss darauf. Wenn aber festgestellt wird, dass ein Ordensangehöriger Positionen bezieht, die den Prinzipien des christlichen Glaubens und den Idealen des Rittertums entgegen stehen, dann muss ggf. eingegriffen werden und auf seine Gehorsamspflicht gegenüber dem/den Ordensoberen hingewiesen werden; denn extremistisches Gedankengut, sei es aus dem linken oder dem rechten Spektrum, kann und darf in einem Ritterorden nicht geduldet werden.

Wenn nun ein Herr Anders Behring Breivik ein mehr als 1500-Seiten großes Manifest (ab)schreibt und das Templerkreuz drauf setzt, dann ist das für die Medienwelt noch lange kein Grund, den Tempelritter-Orden als solches für die schrecklichen Attentate von Oslo und Utoya in Zusammenhang zu bringen. Der Ritter, der Christ und der Mensch in uns verurteil die grausame Tat dieses psychisch kranken Menschen mindestens so sehr wie der Rest der Welt, denn die Tat war eine aus reinem Hass – und dies ist ein vollkommenes Fremdwort für uns. Hass hat mit der christlichen Idee, der Lehre Christi nichts zu tun, genauso wenig wie Mord.

Wie Großmeister Berthold Möller OPMC geschrieben hat, kann Anders Behring Breivik auch kein Christ als solches gewesen sein, weil er wider die 10 Gebote und wider das Göttlichen Gebot von der Gottes- und Nächstenliebe gehandelt hat – in Gedanken, Worten und Werken. Das Zusammenwerfen der neuen europäischen Feindbilder „Christ“, „Rechtsradikaler“, „Freimaurer“ und „Tempelritter“ in EINEM Topf ist unüberlegt – und vollkommen unlogisch noch dazu, weil diese Begriffe und die damit verbundenen Weltanschauungen sich teilweise vollkomen widersprechen. Aber wir Christen und Tempelritter sehen unsere Reputation zumindest angekratzt, wenn nicht sogar zerstört, und es wird – wenn die Entwicklung der Medien und der politischen Landschaft in dem ehemals christlichen Europa weiter so geht – darauf hinaus laufen, dass auch der Papst in Rom für solche bestialischen Taten verantwortlich gemacht wird. Aber auch IHN werden wir verteidigen, weil er der Stellvertreter Christi auf Erden ist. Und DER war bzw. IST nun wirklich nicht dafür bekannt gewesen, dass er Gewalt verherrlicht hat.

non nobis Domine, non nobis …

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Das Erbe des Vaters (Michaela Koller interviewt Karl von Habsburg-Lothringen)

18. Juli 2011

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Erzherzog Otto und Erzherzogin Regina von Österreich

„Otto, ein sterblicher, sündiger Mensch“ hat seine letzte Ruhestätte in der Kaisergruft der Wiener Kapuzinerkirche gefunden. Nicht Kronen und Titel, nicht Orden und Ehrenzeichen, nicht Ämter und Auszeichnungen haben ihm, Dr. Otto von Habsburg-Lothringen und seiner Frau Regina, die Tore zur Kaisergruft geöffnet, sondern Bescheidenheit und Demut vor dem, der weitaus größer ist als alles zusammen.

Auch wenn es schwer fällt, wieder zur Tagesordnung über zu gehen, so werden wir es dennoch tun. Unsere Tagesordnung wird aber nicht die gleiche sein wie bisher, denn wir sind etwas sensibler geworden für das Wort „Verantwortung“. Das GANZE Leben des Erzherzogs Dr. Otto von Österreich war vom Augenblick seiner Geburt am 20. November 1912 bis zu dem Tag, an dem er im Kreise seiner Kinder am 4. Juli 2011 für immer die Augen geschlossen hat, von dem ihm von seinem Vater, dem seligen Kaiser Karl, und von seiner Mutter, Kaiserin Zita, vererbten Verantwortungsbewusstsein geprägt: Verantwortung vor seiner Familie, Verantwortung vor seinen Vorfahren, Verantwortung vor Gott,vor den Mitmenschen und vor der Geschichte. Und dieser Verantwortung war sich der Sohn des letzten Kaisers der Donau-Monarchie in jeder Hinsicht bewusst.

Es fällt uns außerordenlich schwer, unsere Dankbarkeit für diesen großen Mann, für diesen „Hohen Herrn“ (S. Em. Dr. Christoph Card. Graf von Schönborn beim Requiem im Wiener Stephansdom) auszudrücken, wir können nicht die passenden Worte finden. Die Bilder der verschiedenen Trauerveranstaltungen in Bayern und Österreich sprechen aber Bände: Alle kamen sie zu seinem Sarg, um Abschied zu nehmen: die, die ihn liebten, und die, die seit fast 100 Jahren eine Heidenangst vor ihm hatten. Angst, weil Dr. Otto von Habsburg-Lothringen etwas bewegen konnte und etwas bewegt HAT, auch wenn man so kurz nach seinem Tod auch den Eindruck vermittelt bekommt, als sei er Zeit seines Lebens von Misserfolg begleitet gewesen.

Lassen wir Erzherzog Dr. Otto von Österreich aber erst einmal in Frieden ruhen, um nach einer gewissen Zeit erkennen und all seinen Feinden in der fest im Sattel sich wähnenden „Republik“ beweisen zu können, dass er auf ganzer Linie erfolgreich war: Als kaiserlicher und königlicher Prinz, als Erzherzog, als Präsident der Paneuropa-Union, als Politiker, als Familienvater, als „sterblicher, sündiger Mensch“.

Lassen wir Otto von Habsburg-Lothringen in Frieden ruhen und richten unsere Gedanken, unsere Gebete und unsere Hoffnungen auf SKKH Erzherzog Karl von Österreich, mit dem Frau Michaela Koller in Vaticanista News folgendes Interview geführt hatte (für dessen Veröffentlichung mir die freundliche Genehmigung von Frau Michaela Koller vor liegt – herzlichen Dank an dieser Stelle):

H.H.

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„Die Europäische Idee ist eine

logische Konsequenz der Reichsidee“

Publiziert am Juli 16, 2011 von michaela in Vaticanista News

Interview mit Karl von Habsburg, Chef des Hauses Habsburg, über das Erbe des Vaters und die Zukunft der Familie

WIEN, 16. Juli 2011 (Vaticanista/dapd).- Nach dem Tod von Otto von Habsburg erwägt die Familie die Einrichtung eines Gedenkorts für den CSU-Politiker und ältesten Sohn des letzten Kaisers von Österreich. “Es gibt natürlich einige Überlegungen in diese Richtung”, sagte Karl von Habsburg, der Nachrichtenagentur dapd. “Aber was sich davon manifestiert, wird man sehen.” Michaela Koller sprach mit dem Chef des Hauses Habsburg am Rande der Trauerfeierlichkeiten.

Karl von Habsburg vor dem Gebet in der Synagoge; Foto: Koller
Karl von Habsburg vor dem Gebet in der Synagoge; Foto: Koller

Aus der ganzen Welt erreichten Sie eine große Anteilnahme am Tod Ihres Vaters. Was bedeutet dies für Sie und die Familie?

Habsburg: Für mich bedeutet das einfach auch eine Würdigung seines Lebenswerkes. Eine vergleichbare Spannbreite in einem aktiven politischen Leben wie bei meinem Vater gibt es ja wohl kaum: Er hatte in der Monarchie noch eine offizielle Funktion, engagierte sich während des Zweiten Weltkriegs und später im Europäischen Parlament. An den medialen und persönlichen Reaktionen sehe ich, dass sie seinem Einsatz Rechnung tragen.

Sie haben beim Trauerempfang in München betont, dass Ihr Vater sich wirklich in Bayern heimisch gefühlt hat. Welche Verbindung wird es denn in Zukunft zwischen Bayern und dem Haus Habsburg geben?

Habsburg: Viele meiner nahen Verwandten leben noch in Bayern. Die Verbindungen sind weiterhin so intensiv wie früher, da sehe ich keinen Bruch. Wir Kinder sind halt auch gebürtige Bayern.

Wer lebt konkret in der alten Heimat?

Habsburg: Meine Schwester Gabriela. Sie lebt als georgische Botschafterin zum Teil in Berlin, aber auch in Bayern.

Wird es dort auch einen Gedenkort geben?

Habsburg: Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen. Es gibt natürlich einige Überlegungen in diese Richtung. Aber was sich davon manifestiert, wird man sehen.

Ihr Vater war einst Kronprinz von Österreich-Ungarn, der Letzte in einer langen Reihe. Ist mit seinem Tod eine Ära zu Ende gegangen?

Habsburg: Mit dem Tod eines jeden Menschen geht eine Ära zu Ende. Einige Leute sagen aber, das sei das Ende der Habsburger. Das sehe ich natürlich nicht so. Ich meine, dass wir, in dem Sinne, wie wir erzogen wurden und hinsichtlich der Dinge, für die wir uns als Familie einsetzen, gar nicht so schlecht aufgestellt sind. Wenn man sieht, in wie vielen verschiedenen Ländern und in welchen Bereichen wir politisch vertreten sind, muss ich darüber nicht besorgt sein.

Hans-Gert Pöttering, ehemals Präsident des EU-Parlaments, rief bei seiner Rede beim Münchner Trauerempfang dazu auf, dem Vermächtnis Ihres Vaters treu zu bleiben. Was bedeutet dies für Sie persönlich?

Habsburg: Wir alle, besonders wir Kinder, sind sowieso von seinem europäischen Geist und seiner Überzeugung schon immer sehr geimpft gewesen, haben seine Tätigkeit seit jeher gerne unterstützt und unglaublich gerne mit ihm zusammengearbeitet. Und es ist klar, dass wir das in einer anderen Form als Tradition fortsetzen werden.

Können Sie das konkreter benennen, inwiefern pflegt Ihre Familie nun das Erbe?

Habsburg: Meine Schwester Walburga sitzt als Abgeordnete im schwedischen Parlament und führt auch in der OSZE die Ideen meines Vaters weiter fort, mein Bruder Georg ist ungarischer Sonderbotschafter und Präsident des ungarischen Roten Kreuzes und meine Schwester Gabriela erwähnte ich schon. Meine Haupttätigkeit ist die für die Stiftung Blue Shield, in deren Rahmen wir uns um den Schutz von Kulturgütern in Konfliktgebieten einsetzen. Wir alle sind im Umfeld der Politik tätig und können da die Ideale, die mein Vater verkörpert hat, mit einbringen. Sogar die nächste Generation beginnt sich zu engagieren, wie einer der Söhne meiner Schwester in Spanien. Das Interesse an der Politik reißt also nicht ab.

Ihr Vater sagte einmal, er danke Gott dafür, dass er Parlamentarier geworden ist. Im EU-Parlament erzählt man sich noch, dass leidenschaftlich gerne Abgeordneter war. Wie ist dieses Bekenntnis Monarchisten zu vermitteln?

Habsburg: Mein Vater hat stets klar gemacht, dass seine politische Tätigkeit in der Tradition seiner Vorfahren steht, aber unter modernen Umständen. Die Familie hat eine lange Tradition als Berufspolitiker. Mein Vater hat erkannt, dass aus dem, was man früher die Reichsidee bezeichnet hat, eine logische Konsequenz die Europäische Idee ist. Mit denselben Idealen und demselben Enthusiasmus hat er sich für Europa eingesetzt. Deswegen war es für ihn wichtig, dass er in den letzten Wochen noch mitbekommen hat, was sich zwischen Kroatien, das einmal zum Habsburgerreich gehörte, und der Europäischen Union getan hat.

Was machte die Reichsidee aus?

Habsburg: Es bedeutet eine übernationale Rechtsordnung mit dem Prinzip des Vorrangs der Eigenverantwortung sowie mit christlichen Wertvorstellungen. Das war für meinen Vater wesentlich.

Die Art und Weise, wie die Trauerfeierlichkeiten gestaltet werden, zeigen aber, dass Ihr Vater weit mehr als ein Parlamentarier war. Hätte er sich diese Dimension so gewünscht?

Habsburg: Das weiß ich nicht, aber ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass wir das nicht einschränken konnten: In Bayern, Österreich und in Ungarn, wo mein Vater unglaublich aktiv war, gibt es viele Leute, die absolut nicht verstehen würden, wenn dort nichts stattfinden würde.

Nach jedem Requiem für Ihren Vater wird die Kaiserhymne gesungen, einschließlich der Zeilen „Innig bleibt mit Habsburgs Throne Österreichs Geschick vereint“. Wie legen Sie diese Worte gegenüber Ihren Kindern aus?

Habsburg: Man muss den Kindern selbstverständlich auch beibringen, was ihre Familiengeschichte ist. Man darf dabei aber nicht Zeile für Zeile wörtlich nehmen, sondern muss diese im historischen Zusammenhang sehen.

[Erstveröffentlichung: © dapd, 14. Juli 2011]

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„Als wär’s ein Stück von mir“ (in memoriam SKKH Erzherzog Dr. Otto von Österreich)

5. Juli 2011
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Wie ein kleiner Enkel, der genau weiß, dass sein Großvater, der schon SEHR alt ist, eines Tages sterben wird, der es aber in seiner Kindlichkeit nicht wahr haben, der es mit aller Gewalt verdrängen will, habe ich mich gefühlt, und zwar seit dem Tag, an dem IKKH Erzherzogin Regina Ihre bescheidene, liebenswürdige, engagierte Seele im vergangenen Jahr dem Herrn zurück gegeben hat. Nun muss sich der Enkel damit abfinden und die schmerzliche Tatsache zu verarbeiten versuchen: Er ist tot:
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„Kreative Pause“

13. Dezember 2010

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Liebe Freunde,

 

seit Monaten, ja seit fast einem halben Jahr, habe ich mich hier in meinem Blog nicht mehr zu Wort gemeldet. Große Gewissensbisse plagten mich – wollte ich mich doch zwischendurch immer mal zu Wort melden, habe aber nie so richtig die Zeit dazu gefunden.

Dennoch sei mir erlaubt, Ihnen/Euch allen ganz herzlichen Dank zu sagen für Ihre/Eure Treue zu meinem/Ihrem/Eurem Blog. Es werden weiterhin Artikel erscheinen, es werden weiterhin Kommentare von mir erscheinen, es wird weiterhin dieser unserer Gesellschaft auf die Finger geschaut werden.

Aber nun – gerade den dritten Advent hinter uns – wollen wir uns erst einmal der besinnlichen Vorweihnachtszeit widmen, solange das noch möglich ist. Denn – wir müssen uns nun mal mit der Tatsache abfinden – unsere Kultur ist keine christliche mehr. Man ist sich sogar soweit einig, dass gar keine christlich-abendländische Kultur mehr existiert. Und wenn wir uns schon freiwillig von dieser 2000 Jahre alten Kultur verabschiedet haben, dann brauchen wir auch kein Weihnachten mehr …

Was muss in dem Menschen vor gehen, der zwar genau weiß, dass vor ca. 2014 Jahren Gott selbst in der Person von Jesus von Nazareth in einer erbärmlichen Krippe in Bethlehem gekommen ist, der zwar genau weiß, dass Jesus Christus in Jerusalem qualvoll gelitten und gestorben ist, um sich dem Vater im Himmel hinzugeben, auf dass die Menschheit befreit werde von aller Schuld und Sünde, der zwar genau weiß, dass der christliche Glaube im Blut abertausender von Märtyrern hat gedeihen können und seinen Siegeszug bis in die entlegendsten Winkel dieser Erde hat antreten können, um die Wahrheit, die Freiheit und die Liebe Gottes in jedes Herz zu tragen, … was muss in dem Menschen vorgehen, der sich der Diktatur des Relativismus unterwirft und den „einfachen Weg“ des Daseins wählt? Wie lange haben wir es nur vermutet, was nun offiziell ist: Das Christentum ist die größte Gruppe auf Erden, die verfolgt wird. Und wer sind die Schuldigen? Natürlich und am Bequemsten findet man die Schuldigen immer bei den Anderen, dabei sind WIR es selbst, WIR Christen, die das Christsein zu einer Privatangelegenheit degradiert haben.

Aber der Glaube und die damit verbundene christliche Kultur WAR nie eine Privatangelegenheit und darf es auch nie werden. Auch wenn jeder einzelne in seinem Inneren, mit seinem Herzen und seinem Verstand, sich mit all den Glaubensgeheimnissen ins Reine kommen muss, so ist die Gemeinschaft („der Heiligen“) an seiner Seite, aber der Mensch verzichtet …

Von klein auf bekommen wir beigebracht, dass wir immer und immer wieder vor Entscheidungen stehen. Immer haben wir es mit „Entweder“ – „Oder“ zu tun, links ODER rechts, oben ODER unten, schwarz ODER weiß, gut ODER böse … Die Enscheidungen KANN uns niemand abnehmen außer unser Herz und unser Verstand. Doch als Christ ist man in der Gemeinschaft mit anderen Christen, vor allem mit denen, die uns in 2000 Jahren voraus gegangen sind, angefangen von Johannes dem Täufer bis hin zu Mutter Theresa von Kalkutta, von dem Diakon Stephan bis hin zu Maximilian Kolbe.Die leidende, die streitende und die triumphierende Kirche WAR immer der beste Ratgeber des Einzelnen, sie wird es auch immer bleiben – man muss sich ihr nur öffnen.

Aber … was werden wir eines Tages unseren Kindern und Kindeskindern sagen, wenn sie uns vorwerfen, dass wir unsere christliche Kultur und all die Unzähligen, die dafür ihr Blut und ihr Leben geopfert, verraten haben? Was werden wir Ihnen zur Antwort geben, wenn sie uns fragen, wieso wir IHRE Zukunft dem Zeitgeist zum Fraß vorgeworfen haben? Werden wir ein reines Gewissen haben, wenn wir ihnen sagen, dass wir Glauben, Wissen und Vernunft gegen Ungewissheit, Unvernunft und Verantwortungslosigkeit ausgetauscht haben?

Eine Jahrtausende alte chrislich-abendländische Kultur haben wir von unseren Vätern und Vorvätern geerbt bekommen, viele davon haben ihr Leben zur Verteidigung dieser Kultur auf dem Schlachtfeld gelassen – und wir, oder sagen wie besser: und ICH gebe mich dem Leugnen der Tugenden und Werte, dem Leugnen meiner eigenen Geschichte, dem Leugnen meiner eigenen Herkunft hin. Und eines Tages werde ich nicht nur vor meinen Kindern und Kindeskindern Rechenschaft ablegen müssen, sondern auch vor dem kleinen hilflosen Geschöpf in der Krippe, das sich anschickt, der gesamten Menschheit Wahrheit und Freiheit, Frieden und Liebe zu bringen.

Sei uns gnädig, kleines Jesuskind.

 

 

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wir „müssen“ …

5. Juli 2010

Nun haben wir unseren neuen Bundespräsidenten, doch die Freude hält sich allüberall in Grenzen. Es zeigt sich mehr und mehr, dass der Bundespräsident eben NICHT der Repräsentant der Nation ist, sondern der Handlanger der (Partei-)Politischen Gremien. Wie kann man auch verlangen, dass ein Mann der Führungsspitze einer Partei von heute auf Morgen parteipolitisch neutral wird, dass er sogar ÜBER den Parteien steht?

In hoheitsvollen Worten – bei Antrittsreden üblich – versucht jeder Bundespräsident seine Visionen darzulegen. Der Kernpunkt in Richard Freiherr von Weizsäckers Antrittsrede war seinerzeit, er wolle nicht der goldene Knauf eines Fahnenmastes sein. Aber wie auch in Weizsäckers Rede hat auch Christian Wulff den mahmenden und moralischen Zeigefinger gehoben, dass es an UNS liegt, diese Gesellschaft lebens- und liebenswerter zu machen. Wir sind ja als Gastgebernation zu gewissen Kompromissen bereit – aber es kann doch nicht sein, dass wir angehalten werden, alles aufzugeben, inklusive unserer Identität und unserer kulturellen Errungenschaften.

Sich mit fremde Kulturen zu beschäftigen ist was Fantastisches, sie erweitern unseren Horizont um ein Vielfaches. Das Beschäftigen mit fremden Kulturen zeigt dem Betrachter vor allem, was er an seiner eigenen Kultur hat. Dies setzt aber voraus, dass er sich erst einmal mit seiner eigenen Kultur beschäftigt und sich mit ihr identifizieren lernt. Ein guter Austausch verschiedener Kulturen kann nur fruchtbar und harmonisch sein, wenn eben diese Kulturen gleichberechtigt nebeneinander lernen zu leben. Wenn aber von der Gastgebernation immer und wieder verlangt wird, sich auf die Fremde Kultur einzulassen, muss irgendwann die eigene Kultur auf der Strecke bleiben.

Es ist Pflicht des Staatsoberhauptes, die Nation, die er repräsentiert, von der Wurzel her zu stärken. Die Nation muss sich ihres kulturellen und geschichtlichen Hintergrundes und seiner Werte und Ideale bewusst werden. Wenn ein Staatsoberhaupt aber dazu aufruft, seine eigenen Wurzeln zu kappen, seine geschichtlichen und religiösen Wurzeln zu vernachlässigen, dann ist die Frage, ob das Staatsoberhaupt fehl am Platz ist, oder ob es um die Nation irgendwann geschehen sein wird …

H.H.

Wir „müssen“ GAR NICHTS,

Herr Bundespräsident


Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

mittlerweile gehört es zur Tagesordnung, aus dem Mund von vielen Politikern zu hören, was wir alles „müssen“. Wir „müssen“ mehr für die Integration unserer ausländischen Mitbürger tun. Wir „müssen“ tolerant sein. Wir „müssen“ Verständnis für deren Kultur aufbringen. Wir „müssen“ deren Religion akzeptieren. Wir „müssen“ mehr für deren Bildung tun.

(Offener Brief von Stanislav Jan Straka an Bundespräsident Wulff)

Es gibt noch vieles mehr, was wir alles „müssen“ und nun teilten Sie uns in Ihrer Antrittsrede mit, was wir noch „müssen“:

Die Deutschen müssten offen sein für die Zusammenarbeit mit allen Teilen der Welt. „Dazu müssen wir andere Kulturen besser kennen und verstehen lernen, müssen wir auch hier auf andere zugehen und den Austausch verstärken. „Das können wir schon hier bei uns einüben, in unserer Bundesrepublik, in unserer bunten Republik Deutschland.“

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, es steht mir nicht zu, Sie zu belehren, aber so viel muss gesagt werden. Wir „müssen“ gar nichts. „Müssen“ – müssen nur die, die zu uns kamen und die, die mit uns leben wollen. Noch nie, habe ich gehört, dass wir mehr für die Integration und Ausbildung von Italienern, Polen, Russen, Chinesen oder Japanern tun „müssen“. Es sind immer Gruppen aus den islamischen Ländern, für die wir mehr machen „müssen“ und sie fordern Tag zu Tag mehr von uns.

Vielleicht wissen Sie es nicht, denn ich bezweifele, dass Sie viel Kontakte zum „ordinären“ Volk pflegen, aber diese Bunte Republik Deutschland ist vielen Bürgern dieses Landes bereits zu bunt.

„Dazu müssen wir andere Kulturen besser kennen und verstehen lernen”, haben Sie in Ihrer Antrittsrede u.a. gesagt. Ich habe schon einiges von der Kultur, die Sie meinen, gelernt. Auch den Koran habe ich von der ersten bis zu der letzten Sure gelesen und das ist auch eins von vielen Gründen, warum ich nicht auf diese Kultur zugehen will und warum ich an einem Austausch mit Vertretern dieser Kultur nicht interessiert bin. Das alles könnte ich hier bei uns zwar einüben – in unserer Bundesrepublik, in unserer bunten Republik Deutschland – aber ich will es nicht. Ich will niemanden zum Freund haben, der in einem Gastland Tod Israel, Tod den Juden brüllt, der Einheimische als Scheiß Deutsche und Kartoffel beleidigt und deutsche Frauen als Schlampen betitelt. Auch mit einer Kultur der Frauenunterdrückung, der Steinigung und Auspeitschen will ich nichts zu tun haben.

Wenn ich in einem fremden Land leben möchte und wenn ich dort willkommen sein will, so muss ich mich der Kultur des Landes und deren Sitten anpassen. Wenn ich das nicht will, kann mich dazu niemand zwingen, aber dann bleibe ich einfach zu Hause. Diese toleranten Kulturbereicherer fordern Entfernung der Kruzifixe aus den Klassenzimmern, mit einem Atemzug stellen sie aber Anspruch auf einen Gebetsraum für ihre Kinder. Sie verfolgen Christen in ihrem Land, in Deutschland bauen sie eine Moschee nach der anderen. Wegen ihnen wird in den Schulen der ganze Speiseplan geändert. Deutsche Nationalgerichte wie Schweineschnitzel werden durch Speisen aus geschächteten Tieren ersetzt. Und der Tierschutz – der bleibt dabei auch auf der Strecke.

Es gibt noch viele Gründe, warum ich nichts von dem, was von uns gefordert wird, „muss“ und warum ich es auch nicht will. Es ist auch nicht notwendig, die Gründe hier aufzuführen, denn Ihnen sind sie sicher auch bekannt. Man tut es nicht, diese Unkultur zu kritisieren. Man „muss“ diese Menschen einfach nur lieben und dann ist alles in Ordnung. MAN „muss“ sie vielleicht lieben, aber ich liebe sie nicht.

Anfangs habe ich mich über Ihre Wahl als Bundespräsident gefreut, jetzt bin ich aber enttäuscht.

Mit freundlichem Gruß

Stanislav Jan Straka
(seit 43 Jahren in Deutschland lebend und seit 43 Jahren integriert)

aus: PI-News