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Lebens(un)wert

17. Mai 2010

Nun ja, man ist ja als Mensch mittlerweile schon so dermaßen abgestumpft, dass man – wenn man morgens die Zeitung aufschlägt oder abends die Nachrichten einschaltet – absolut nichts mehr empfindet, wenn man solche Neuigkeiten wie folgende aus Katholisches.info zu lesen bekommt:

Großbritannien: Euthanasie soll Organspende-Problem lösen – Bioethiker plädiert für Tod von Wachkoma-Patienten zwecks Organentnahme

(London) Die Transplantation des Organs eines Verstorbenen ist für viele Menschen die letzte Hoffnung aufs Überleben. Weltweit herrscht jedoch ein Mangel an Spenderorganen, auch in Großbritannien. Nach einem ethisch gut begründeten internationalen Konsens gelten Menschen dann als tot, wenn das gesamte Gehirn vollständig und irreversibel erloschen ist („Hirntod“).

Einem potenziellen Organspender dürfen erst dann Organe entnommen werden, wenn der Hirntod endgültig festgestellt wurde. Wachkomapatienten fallen nicht darunter. Doch nun plädieren der britische Bioethiker Julian Savulescu, Ethikprofessor an der Oxford University, und sein Mitarbeiter Dominic Wilkinson für einen radikal utilitaristischen Ansatz: Um die Zahl und Qualität der Organe für Transplantationen zu maximieren, sollte in Zukunft Euthanasie an Wachkoma-Patienten, irreversibel Bewußtlosen und Terminalpatienten auf Intensivstationen möglich sein.

So könnte man in Großbritannien jährlich an ca. 2.200 weitere, dringend benötigte Spenderorgane gelangen, schreiben sie in Bioethics. Ihr Argument: Intensivmedizin ist teuer, mit dem rechtzeitigen Abbruch von lebenserhaltenden Maßnahmen bei Terminal- oder Wachkomapatienten könnten Organe für andere Patienten gerettet werden, die sonst „vergeudet“ würden. Terminalpatienten sollten der aktiven Sterbehilfe für Organspenden („Organ Donation Euthanasia“) noch bei Bewußtsein zugestimmt haben. Wachkoma-Patienten wären auch eine beachtenswerte Organquelle, ihren Zustand definieren die Autoren als rein vegetativ und irreversibel.

Sie geben zu, daß die Umsetzung dieses Vorschlags eine Revolution des medizinischen Ethos bedeuten würde, wonach es Ärzten immer verboten war, Menschen zu töten. Doch wenn dadurch „auch nur ein einziges Leben gerettet werden könnte“, wäre diese Vorgangsweise gerechtfertigt. Töten, um Leben zu retten?

Es sei erschreckend, daß diese radikal utilitaristische Logik immer salonfähiger werde, sagt Susanne Kummer, stellvertretente IMABE-Geschäftsführerin. Die Nutzung des Menschen, der im Stadium des Embryos für Forschungszwecke zerstört werden darf, soll nun offenbar konsequent auch am Lebensende durchgesetzt werden: „Der überzählig produzierte Embryo, den niemand mehr will, der Sterbende, den niemand mehr braucht: Beide sollen noch ‚für irgendetwas gut sein’ und Teil einer Heilsindustrie werden“, kritisiert Kummer und betont: „Keine noch so gut gemeinte Intention, kein noch so erhabener Zweck kann jemals das Mittel der Tötung heiligen.“

(IMABE)

Katholisches.info

Mein Kommentar:

Es war ja schon lange klar, dass früher oder später eine „auserwählte Schar“ entscheiden darf, wer leben darf oder nicht. Ungeborenes Leben ist nicht lebenswert, ältere Menschen, die am Produktionsprozess nicht mehr teilnehmen und dem Staat nur noch Kosten verursachen, haben keine Daseinsberechtigung mehr. Wachkomapatienten oder andere kranke Menschen kann man mit gutem Gewissen die lebenserhaltenden Maschinen abschalten, da sie eh mehr tot sind als lebendig – auch wenn sich gezeigt hat, dass solche Menschen sehr wohl am Leben sind und sogar alles um sie herum wahr nehmen.

Beim Lesen des Artikels kam mir ganz spontan ein Buch von H.G. Wells in den Sinn: „Die Zeitmaschine“, denn dort wird prognostiziert, dass in (weiter) Zukunft der Mensch nur noch eine bestimmte Altersgrenze erreichen darf, ganz egal, ob er krank oder vollkommen gesund ist. Während in dem Roman die Altersgrenze bei 30 Jahren liegt, so ist es gar nicht mal so abwegig, dass in unserer Zukunft der Mensch nicht älter als – sagen wir mal – 50 Jahren liegt, denn so wird gewährleistet, dass er noch genügend Steuern einzahlen kann, denn: Auch das Töten kostet Geld. Und sollte der Mensch behindert oder krank sein, dann ist das umso erfreulicher, dann braucht man das Problem ja nicht auf die lange Bank zu schieben. Aber das Problem mit den Behinderten wird sich in Zukunft ja recht selten stellen, da man solche  lebensunwerten Subjekte ja im Mutterleib schon recht schnell und problemlos entfernen kann.

Und wenn man den Gedankengang weiter spinnt … dann kann man doch glatt auch in Erwägung ziehen, ob man Langzeitarbeitslose nicht auch unter die Kategorie „Lebensunwert“ einstufen kann, denn erstens liegen sie dem Staat nur noch auf der Tasche, und zweitens sind ihre Organe meistens noch lecker frisch und gesund – und so können wir uns alle auf eine herrliche Zukunft einstellen.

Es ist doch einfach klasse, dass wir mehr und mehr abgestumpft werden und uns solche Meldungen gar nicht mehr interessieren. Am allerbesten ist jedoch, dass seit wenigen Jahrzehnten die ehemals heilige katholische Kirche ihre moralische Stimme nicht mehr zu erheben in der Lage ist, auf dass das Gewissen der Nation, das Gewissen der Menschheit wieder etwas aufgerüttelt wird. Soll sich die Kirche doch weiter damit beschäftigen, sich selbst zu zerstören, soll sie doch weiter den netten „Dialog“ mit anderen Religionen pflegen, denn so können wir uns in aller Ruhe dran machen zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht – denn wir brauchen die Organe.

Heinrich Hoffmann

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One comment

  1. Hallo,
    die Frage kann doch nur sein, was jeder wirksam dagegen tun kann! Daher folgende Links aus dem Internet, welche sicherlich auch für Sie und die Leser von allergrößter Wichtigkeit sind
    MfG, Oliver

    In Europa bleibt das euthaNAZIstische Morden gestoppt

    Die Patientenklasse in England hat schon vor Jahrhunderten die Ärzteklasse entrechtet.

    Schon vor Jahrhunderten haben die Spanier den Priesterkönig Johannes verpaßt. Neuerdings verspottet die Kirche manchmal die Bergpredigt und benachteiligt Kranke. Pluto, zornig darüber, greift zu Erdbeben (38 mal in 24 Stunden, mit Wiederholung am 4. Tag) und zu Überschwemmungen.

    Unsere Prinzenschaft in Italien hat die Iatrokratie tatkräftig angegriffen.

    Europa hat unterschrieben gegen jede Mordzentrale auf der Welt.

    Auf eine uns unbekannt gebliebene Einzelheit wäre schon früher zurückzukommen gewesen (betrifft: EuthaNAZIsmus, hier: am Vetter vom Papst. Sein Vetter ist von damaligen Naziärzten umgebracht worden). Auch dies zum Thema unsere Prinzenschaft.
    PF/SPK(H), 30.10.2008

    Texte der Patientenfront gegen Euthanazi:
    http://www.spkpfh.de/index_de_euthanazi.html

    Europaklage / Antrag auf Erlaß europaweiter Gesetze gegen Euthanasie:
    http://www.spkpfh.de/Europa_gegen_Euthanazi.htm

    Neueste Kurzmeldungen der Patientenfront:
    http://www.spkpfh.de/Kurzmeldungen2.htm#Kurzmeldung_CH_D_Kanada
    Mit dem Arzt kein Wort, hau ihn um sofort!

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