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Zwergenaufstand

13. März 2010

Haben sie ENDLICH die Gelegenheit gefunden, eines der ihnen am verhasstesten Themen beim Namen zu nennen: Zölibat.

Die Presse ist ja schon seit etlichen Tagen dabei, die katholische Kirche ob der Missbrauchsvorwürfe zu attackieren – warum auch nicht, wir haben Pressefreiheit, auch wenn den Menschen suggeriert wird, dass ALLE Priester abartige, krankhafte Menschen seien. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, bis dass sie den gutgläubigen Mitbürgern das Thema „Zölibat“ als Schlagzeile um die Ohren hauen. Dass diese Bombe ausgerechnet von deutschsprachigen Bischöfen gezündet wurde, wundert keinen mehr, der die Situation der katholischen Kirche seit knapp 50 Jahren im Blickfeld hat.

Es ist doch (anscheinend) vollkommen nachvollziehbar, dass jemand, der sich der Ehelosigkeit hingibt, irgendwann zum Pädophilen, zum Vergewaltiger wird, und Priester müssen doch von vorneherein schwul sein, denn welcher normale Mann legt das Gelübde der Keuschheit ab und lebt sein ganzes Leben in Ehelosigkeit? Dass dann – wie es in Presse, Funk und Fernsehen heute verlautete – „die Katholiken“ die Abschaffung des Zölibates fordern … welche Überraschung!

„Die Katholiken“, die den Papst persönlich angreifen und ihm gegenüber den Aufstand proben, sind wenige Bischöfe, von denen eh nicht ganz sicher ist, ob sie noch katholisch sind (Zollitsch, Schönborn, Kothgasser, Lehmann …) und die wenigen Berufskatholiken, die ja von vorneherein gegen alles sind, was seit knapp 2000 Jahren katholisch ist. Katholisch ist aber nur, wer in der vollen Einheit mit Rom, mit dem Papst und mit der Lehre und der Tradition ist. Von daher ist es die Unwahrheit, wenn die Presse verkündet, dass „die Katholiken“ gegen das Zölibat seien.

Katholiken wissen – besonders in diesem „Jahr des Priesters“ – um den Wert der priesterlichen Arbeit. Katholiken sind überzeugt vom segensreichen Wirken des geweihten Priesters, und nicht zuletzt wissen Katholiken sehr den Wert des priesterlichen Zölibates zu schätzen, der zwar von diesen heiligmäßigen Männern viele Opfer abverlangt, der sie aber auch dadurch noch enger an Christus bindet, der ja letztendlich durch den Priester wirkt. Da sich aber seit dem zweiten Vatikanischen Konzil auch das Bild des Priesters gewandelt hat, so dass er im Endeffekt nicht mehr derjenige ist, der durch, in und mit Christus seine segensreiche Arbeit an der Herde Gottes verrichtet, sondern nur noch ein Manager einer Pfarrei ist, der dem Wohlwollen des Pfarrgemeinderates und der Pastoralreferentin unterworfen ist, so ist es nur noch ein winziger Schritt bis zur vollkommenen Identitätskrise des Priesters. Und Unterstützung von seinem Bischof wird er nicht erwarten können, besonders dann nicht, wenn der Priester sich eher um das Seelenheil der Menschen kümmern will als um bürokratische Planspiele.

Jean Marie Vianney, allen (Katholiken) besser bekannt als der Heilige Pfarrer von Ars, wäre heutzutage niemals Priester geworden, dafür war er viel zu fromm – und der Gebildetste war er leider auch nicht. Aber er hatte Christus in seinem Herzen und auf seinen Lippen. Er verstand sich aber als SEELsorger, so dass er 12, 14 oder 16 Stunden am Tag im Beichtstuhl saß, um die ihm anvertrauten Herde wieder mit dem Wasser ewigen Lebens zu laben.

Aber alles Kickifax! Wie so vieles in der katholischen Kirche ist auch das Zölibat nicht mehr „zeitgemäß“. Es hat aber das „dunkle“ Mittelalter, es hat die Rennaissance und vor allem die Reformations- und Gegenreformationszeit überstanden, es hat die französische Revolution mit dem darauffolgenden Säkularismus hinter sich gelassen, und das Zölibat wird auch die Zeit nach „Vatikanum Zwei“ überstehen. Lass die soganannten „Katholiken“ mit ihren Säbeln vor des Heiligen Vaters Nase rasseln – am Ende wird Christus Jesus in seinen heiligmäßigen Priestern, die ihr Leben GANZ ihm weihen, triumphieren.

Heiliger Pfarrer von Ars

bitte für die Priester.

* * *

Ihr Katholiken

betet für die Priester.

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4 Kommentare

  1. Das Wort zu Katholisch ist gut denn ich wollte Diakon werden und wurde zweimal abgelehnt“angeblich zu Katholisch“ ja die wahren guten Priester sind oft ins Außland gegangen um sich weihen zu lassen was in Österreich nicht möglich wäre.Zu Marianisch oder zu Papsttreu!!!!!!!!!

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  2. An diesem Dilemma, lieber Anton, haben leider viele zu knabbern. Selbst ich fing vor knapp 20 Jahren in der Erzdiözese Köln mit dem Studium der Theologie an – immerhin hat S. Em. Kardinal Meisner dort das Sagen, dachte ich mir.
    Meine Erfahrungen möchte ich hier eigentlich nicht breit treten, ich denke, Sie werden ähnliche gemacht haben. Was mir aber den Rest gegeben hatte war, dass sich ein Mitbruder des Konviktes mit einem Fenstersturz das Leben genommen hatte, und es unter all den Priestern und Priesteramtskandidaten keinen gegeben hatte, der dem Sterbenden die Sterbesakramente hatte erteilen können …
    Ich werde bis zu meiner eigenen Sterbestunde an diesem Schock knabbern müssen – aber seitdem vermute ich nicht nur, ich WEISS, dass nicht das Seelenheil der Menschen zur Diskussion steht, sondern seine „Teamfähigkeit“.

    Zu „Marianisch und Papsttreu“:
    Die Königin des Himmels, die Königin aller Engel und Heiligen, die Königin und liebevolle Mutter aller Priester ist in Priesterseminaren – das behaupte ich nach meinen eigenen Erfahrungen – nur eine Randerscheinung, wobei darauf Wert gelegt wird, dass die Verehrung der Muttergottes nicht allzu überhand nimmt.
    Und was den Papst betrifft: Damals war ja noch der allseits geliebte Papst Johannes Paul II. der amtierende Pontifex, aber selbst zu SEINEN Zeiten genoß der Dalai Lama größeres Ansehen und mehr Respekt. Und heute, im Jahre 5 des Pontifikates Seiner Heiligkeit Benedikt XVI. – wieder NUR eine Vermutung! – ist es für Priesteramtskandidaten gefährlich, ein Abbild des Papstes in seinem Zimmer, im Gebetbuch oder (falls vorhanden) im Brevier zu haben.

    Manchmal überlege ich mir, ob es ein Segen für mich war, dass ich KEIN Priester geworden bin, es wäre nämlich mit Sicherheit ein Martyrium geworden, vor allem, wenn nicht der Priester entscheidet, wie die Herde geweidet werden soll, sondern der Pfarrgemeinderat. Und wenn ich DANN sehe, wie ich es hier in der Diözese Aachen an befreundeten Priestern erlebe, wie sie im wahrsten Sinne des Wortes zu leiden haben am Vorstandsvorsitzenden eines Großunternehmens, den man früher einmal „Bischof“ nannte, so bin ich einerseits erleichtert, aber andererseits rollt auch die eine oder andere Träne …

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  3. Lieber Heinrich

    Hate erst ein Gespräch über dieses Thema und bekam folgende Antwort.

    Es war ein Priesterkanditat der nicht zugelassen wurde ,warum?

    Er ging in eine andere Diezöse und der Bischof sagte ihm nach einem Gespräch „habens dich beim Rosenkranzbeten erwischt“?

    OHNE WORTE…..

    Anton

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  4. Wie kann man sich auch beim Rosenkranz beten erwischen lassen? 😀

    Wer still in der Kapelle kniet und über die Geheimnisse Christi meditiert, der beweist nur, dass er ein Einzelgänger ist, der sich kieber zurück zieht als „Teamgeist“ zu zeigen. Die Gemeinschaft ist in einem Konvikt/Seminar wichtiger als die persönliche Beziehung zu Gott, der sich der Kandidat ja schlussendlich sicher sein muss, genau so, wie er sich der folgenreichen entscheidung über das Zölibat sicher sein muss. Nur wird man in der Gemeinschaft si herrlich berieselt, dass man die perönliche Nähe zu Gott schwer vermisst. Und hat man dann die Priesterweihe hinter sich, ist man immer noch dem „Team“ unterworfen …
    Es kommt nicht von ungefähr, dass seit wenigen Jahrzehnten nicht nur weniger Berufungen erfolgen, sondern dass vor allem mehr Priester der Sinn ihres Priesterseins fehlt – sie haben es ja nie richtig gelernt … der Pfarrer von Ars ist ja schließlich schon seit etlichen Jahrzehnten tot. Viele geweihte Priester kehren (häufig mit Lebenspartner/in) dem Beruf den Rücken, was ich persönlich als eines der schrecklichsten Zeichen der Zeit sehe. SIE SIND PRIESTER und bleiben es auf ewig, ob sie es nun wollen oder nicht. Dass es aber erst so weit kommen musste, ist vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass man die jungen Männer, die Gott gerufen hat, dringend empfehlen sollte, mehrmals, möglich sogar täglich, den Rosenkranz zu beten, damit er zu sich selbst und zu Gott findet, für den er schließlich irgendwann eine Gemeinde leiten soll und zu Gott führen soll.

    Andererseits – selbst Gott ist nicht mehr Mittelpunkt eines Konviktes/Seminars, das zeigen ja schon die Ausuferungen der Liturgie(n), sondern das „Team“, die Gemeinschaft, Friede, Freude, Eierkuchen, …

    Heinrich 🙂

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