Archive for Januar 2010

h1

Neuer Patriarch von Serbien

23. Januar 2010

Bischof Irenej von Nisch

neuer serbischer Patriarch

(Belgrad) Bischof Irinej von Nisch ist der neue Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche. Der 80-Jährige wurde gestern zum 45. Nachfolger des Heiligen Sava von Serbien gewählt.

Der neue Patriarch wird am morgigen Sonntag in der Kathedrale von Belgrad von seiner Kathedra Besitz ergreifen. Sein vollständiger Titel lautet:

Erzbischof von Pec,

Metropolit von Belgrad-Karlovac und

Patriarch serbischer Patriarch.

Irenej, mit bürgerlichem Namen Miroslav Gavrilovic, wurde 1930 in Vodova bei Cacak in Ostserbien geboren. Nach dem Abitur besuchte er das Seminar von Prizren im Kosovo und anschließend die Theologische Fakultät von Belgrad. 1959 wurde er in das Kloster von Rakovica bei Belgrad aufgenommen. Im selben Jahr begann er seine Lehrtätigkeit am Belgrader Seminar und wurde zum Priester geweiht. Nach einer Spezialisierung an der Universität von Athen wurde er 1969 zum Direktor der Klosterschule von Ostrog in Montenegro. Anschließend wurde er Rektor am Seminar von Prizren und 1975 zum Bischof von Nisch gewählt, dem Geburtsort Kaiser Konstantins des Großen. Dem Wahlkollegium, das den neuen Patriarchen wählte, gehören alle serbisch-orthodoxen Bischöfe an. Ein Drittel kommt aus Serbien, ein Drittel aus den anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens mit Teils starken serbischen Minderheiten und ein weiteres Drittel aus der Diaspora. Wahlberechtigt waren alle Bischöfe, die vor mindestens fünf Jahren ihre Bischofsweihe empfangen haben. Irenejs Vorgänger, Patriarch Pavle I.,war am 15. November 2009 in Belgrad im Alter von 95 Jahren verstorben.

(RV/GN)

aus: katholisches.info

Wie eine offizielle Pressemitteilung Seiner königlichen Hoheit Kronprinz Aleksandar II. von Serbien mitteilte, nahmen Er und seine Frau, Ihre königliche Hoheit Kronprinzessin Katherina, an der feierlichen Intronisation Seiner Heiligkeit Erzbischof Irinejs, des Patriarchen der serbisch orthodoxen Kirche, teil. Unter den geladenen Gästen waren unter anderem die höchstrangigen Vertreter der serbisch orthodoxen Kirche und des Staates, wie z. B. Prof. Dr Slavica Djukić Dejanovic (Parlamentsvorsitzender), Mirko Cvetkovic (Ministerpräsident), Ivica Dacic, (Vize-Ministerpräsident und Innenminister Serbiens), Prof. Dr Bogoljub Sijakovic (Relionsminister), Dragan Djilas (Oberbürgermeister von Belgrad), … und andere. teil Als Vertreter der religiösen Gemeinschaften nahmen an der feierlichen Zeremonie teil : der Apostolische Nuntuis Monsignor Orlando Antonini, der römisch katholische Metropolit und Erzbischof von Belgrad Monsignor Stanislav Hocevar, von der islamischen Gemeinde Serbiens Adem ef. Zilkic, Reis-ul-ulema, der Mufti von Belgrad Muhamed ef. Jusufspahic. Unter den Mitgliedern des Diplomatischen Corps waren der Botschafter der Russischen Föderation in Serbien sowie auch der Deutsche Botschafter in Serbien Wolfram Maas. Die Bevölkerung Belgrads uns ganz Serbiens nahm unter großer Beteiligung an dieser großen Feierlichkeit teil.

Nach der feierlichen Liturgie der Inthronisation Seiner Heiligkeit des Patriarchen der serbisch orthodoxen Kirche gab es einem Empfang im Patriarchatspalast.

h1

Der Luisenbund wird gegründet

22. Januar 2010

„Es war einmal…“

… ein kleiner Korse, der den Ehrgeiz hatte, Kaiser der Franzosen zu werden, nennen wir ihn der Einfachheit Halber einfach mal „Herr Bonaparte“. Dieser Herr – er war nicht sehr groß von Gestalt – nahm sich vor, ganz Europa seinen Stempel aufzudrücken, den ganzen Erdteil nach SEINER Facon selig werden zu lassen. FAST hätte er es auch geschafft … Aber Europa war nach seinem „Abgang von der Bildfläche“ nicht mehr das Gleiche …

Dieser Herr – wir nannten ihn „Herr Bonaparte“ – wähnte sich auf dem Zenit seiner Macht, als er im Juli 1807 mit einer Frau zusammen traf, die die Ehefrau des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. war: Luise von Preußen. Diese hübsche Königin und der Kleine Korse, sein Name war immer noch „Herr Bonaparte“ , mochten sich nicht sehr, denn der eine war jemand, der einen ganzen Erdteil zu unterwerfen sich anschickte, die andere war eine Frau, die charmant, elegant, liebreizend, … aber auch selbstsicher, an der Politik und dem Wohlergehen ihres Landes interessiert, an dem Schicksal ihrer Landsleute teil nehmend – Attribute also, die der sich selbst in Paris gekrönt habende Korse (wie war doch gleich sein Name? ) auf den Tod nicht ausstehen konnte. Doch die Königin zog ihn in ihren Bann, so dass er ihr in Verhandlungen in vielen Punkten entgegenkam.

Königin Luise wurde zur Heldin Preußens – und ist es bis heute noch, auch wenn fremde Mächte 1947 meinten, Preußen von der Landkarte verschwinden zu lassen.
Königin Luise hatte sich mit einem Schlag die Achtung, die Ehre und die Liebe ihres Volkes auf sich gezogen. Ihr früher Tod – sie starb mit 34 – konnte die glühende Verehrung dieser Königin nicht abebben lassen, eher das Gegenteil war der Fall, denn immerhin hatte sie ihr Land vor dem Untergang gerettet …

Als Königin Luise vor 200 Jahren starb (19. Juli 1810), verlor ein Land ein Symbol. eine Integrationsfigur, eine Frau, die durch ihre Liebe zu ihrem Mann und zu ihrem Land Initiative ergriff und sich selbst erniedrigte und aufopferte, um Schlimmstes von ihrem Land abzuwenden. Königin Luise wurde zu einem Symbol für die Frauen weit über ihre Landesgranzen hinaus. Diese Frauen gründeten noch in Luises Todesjahr eine Stiftung, die später zum „Königin Luise Bund“ wurde. dieser Frauenbund, der auch bekannt ist als „Luisenbund“, nahm sich zu Herzen, sich für die Rechte der Frau einzusetzen. Von „Emanzipation“ und pervertierendem „Gender Mainstreaming“ war damals noch nicht die Rede. Dennoch wurde der Luisenbund im Jahre 1934 von einem anderen, nicht allzu groß gewachsenen Herrn (nennen wir ihn der Einfachheit Halber mal „Herr Braun“ ), verboten wurde.
Doch der Geist Königin Luises, Ihr Mut, Ihre Kraft und ihre Aufopferung, konnte auch ein „Herr Braun“ nicht verbieten – bis zum heutigen Tage. Königin Luise ist für jeden Monarchisten ein Begriff. Wenn ihr Name fällt, kommt man nicht umhin, inne zu halten, um an eine hübsche, intelligente und heroische junge Frau zu denken, die für ihr Land fast sogar zu Staube kroch …

In diesem Jahre gedenken wir des 200. Todestages Ihrer Majestät Königin Luises. Aus diesem Grunde ist es unser Wunsch, unser Wille und unser Bestreben, den „Königin Luise Bund“ wieder zum Leben zu erwecken. Mit der Wieder-Gründung des „Luisenbundes“ soll vor allem den Frauen des 21. Jahrhunderts eine Plattform geschaffen werden, in der sie sich den „Errungenschaften“ dieser unserer Republik, die sich dadurch auszeichnen, dass sie den Niedergang unserer Kultur, die Missachtung unserer Werte und Ideale und die Pervertierung unserer Gesellschaftsordnung beatifiziert, mit aller Entschiedenheit entgegenstellen. Unsere Nation, in der der Stellenwert der Familie, der Ehe, der Kinder und der Alten einen absoluten Tiefstpunkt erreicht hat, braucht Frauen, die die Würde der Frau zu erkennen und zu formulieren, und die ihren unverzichtbaren Dienst für unser Land aufzunehmen wissen.

Daher erlaube ich mir im Namen der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft und des Bundes aufrechter Monarchisten, alle Frauen von Herzen aufzurufen, sich am Aufbau und an der Gestaltung des Luisenbundes zu beteiligen.

Der Aufruf zur Gründung des Luisenbundes bei „Monarchie der Zukunft“

Siehe auch folgender Aufruf

Facebook-Gruppe zur Gründung des Luisenbundes

aus: NetLog-Gruppe monarchie.de


h1

Mythos & Wahrheit

19. Januar 2010

Es ist uns Templerrittern, die es irgendwann leid sind, ihre treuen, mutigen und heldenhaften Vorväter im Orden immer und immer wieder vor den unsinnigen literarischen und cineastischen Ausuferungen über den Tempelritter-Orden verteidigen zu müssen, eine gewisse Genugtuung, dass mehr und mehr die Wahrheit ans Tageslicht kommt: Die Tempelritter haben mit Geheimbündelei, mit Mythen und Legenden nichts zu tun. Sie waren der Kirche und dem heiligen Vater nie untreu.

Auch wenn Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI., dem wir unsere unverbrüchliche Treue und kindliche Liebe geloben, eine offizielle Rehabilitierung (noch) nicht auszusprechen vermag, so kann auch Seine Heiligkeit die historische Wahrheit nicht ignorieren – und (ganz im Vertrauen) wir WISSEN, dass Er (zumindest als Josef Card. Ratzinger) unseren Orden bereits von allen ihm vorgeworfenen Anschuldigungen frei gesprochen und den Tempelritterorden die Rehabilitierung hat angedeihen lassen, denn …

Die Templer waren keine Ketzer

von Stefan Ulrich

Ein 5900 Euro teures Buch beweist: Papst wollte den Templer-Orden retten, der König hinderte ihn daran.

Das Buch ist kein Schnäppchen. 5900 Euro kostet das Werk mit dem lateinischen Titel „Processus contra Templarios“, das das Vatikanische Geheimarchiv jetzt gemeinsam mit dem Verlagshaus Scrinium in Rom vorgestellt hat. Dennoch sind mehr als die Hälfte der 799 nummerierten Exemplare bereits verkauft. Bibliotheken, Forschungsinstitute, Sammler, angebliche Nachfolge-Organisationen der Templer und sogar muslimische Scheichs haben das in kostbarstes Leder gehüllte Opus bestellt.

Außer der Schönheit der Edition dürfte sie dabei vor allem eines gelockt haben: Der Band enthält sämtliche vatikanischen Prozessakten vom Anfang des 14. Jahrhunderts über den sagenumwobenen Templerorden in einer kritischen, vom Geheimarchiv des Papstes betreuten Ausgabe. Unter den beigefügten Dokumenten ist die originalgetreue Reproduktion eines spektakulären Pergaments. Es beweist: Die Templer waren keine Ketzer.

Der reichste und mächtigste Orden des Mittelalters fasziniert bis heute die Menschen. Deswegen kamen zahlreiche Journalisten aus aller Welt unter dem hohen Backstein-Gewölbe des alten Synoden-Saales im Vatikan zusammen, um der Vorstellung des Buches zu lauschen. Wer eine Sensation erwartete, eine Entschuldigung von Benedikt XVI. für den Justizmord an den Tempelrittern oder eine Wiederzulassung des Ordens, der wurde jedoch enttäuscht. „Unser Werk ist kein Scoop“, warnte der Präfekt des Geheimarchivs, Monsignor Sergio Pagano, „es dient vielmehr der Erforschung der Geschichte.“

Absolution für die Templer

Spannendstes Dokument der Aktensammlung ist das sogenannte Pergament von Chinon, das 2001 von der jungen Wissenschaftlerin Barbara Frale, einer Mitarbeiterin des Geheimarchivs, aufgefunden wurde. Es liegt dem Buch in einer Faksimile-Version bei, die dank neuester Techniken besser lesbar ist als das von Bakterienflecken getrübte Original.

In dem Pergament erteilte Papst Clemens V. im Jahr 1308 den Templern die Absolution, nachdem sich diese für allerlei Missstände in ihrem Orden entschuldigt hatten. Zugleich nahm er sie wieder in die Kirchengemeinschaft auf. Damit stand fest, dass die Templer keine Ketzer waren und der Pontifex den Orden, der ihm allein unterstellt war, reformieren und erhalten wollte. Der gesundheitlich angeschlagene Clemens V. residierte seinerzeit in Avignon. Er war dem Druck des mächtigen französischen Königs Philipp des Schönen ausgesetzt, der die Templer vernichten wollte und eine Verleumdungskampagne gegen den Ritterorden entfesselt hatte.

Daher wagte der Papst es nicht, sein Urteil zu veröffentlichen. So wurden die Templer auf Betreiben Philipp des Schönen weiter verfolgt. Folterknechte quälten sie mit glühenden Zangen und zwangen sie zu abenteuerlichsten Geständnissen. Ihr Ordensgeneral erlitt in Paris den Flammentod als angeblicher Ketzer. Der Orden selbst wurde von Clemens 1312 suspendiert. Somit hatte sich der König im Machtkampf mit dem Pontifex durchgesetzt. Der Templerorden, der einst gegründet worden war, um christliche Pilger im Heiligen Land zu schützen, erlosch.

Haltloser Ketzervorwurf

Der haltlose Ketzervorwurf blieb an den Templern bis heute hängen. Er nährt all die Legenden, die sich um die Männer mit dem roten Kreuz auf dem weißen Mantel bildeten. Immer dann, wenn ein Hollywood-Film oder ein Geschichts-Krimi Verschwörungstheorien ausbreitet, in denen es um Papst, Kirche, den Heiligen Gral oder die Geheimnisse des Universums geht, sind die Templer nicht weit.

Vielen gilt ihr Orden als Vater aller Geheimgesellschaften. Zahllose mehr oder weniger seriöse Vereinigungen sehen sich in der Tradition der Ritter. Sie reichen von christlich geprägten Wohltätigkeitsorganisationen bis hin zu spiritistischen Zirkeln.

Durch die Veröffentlichung des „Processus contra Templarios“ möchte das Vatikanische Geheimarchiv eine sachlichere Auseinandersetzung mit den Tempelrittern fördern. Zugleich will es das düstere Bild von Papst Clemens V. aufhellen, der oft als willfähriger Handlanger des französischen Königs bei einem der größten Justizverbrechen der Geschichte dargestellt wird.

Das Pergament von Chinon beweise, dass der Papst mit aller Kraft versuchte, den Orden zu retten, meint der Historiker Franco Cardini. Doch am Ende unterlag der Pontifex den Erpressungen durch den französischen König, der mit einer Kirchenspaltung drohte. Philipp dem Schönen ging es darum, das Vermögen der Templer an sich zu reißen und die Kirche durch die Zerschlagung des Ordens zu schwächen. Auch konnte er sich so einer drückenden Geldschuld entledigen, die er bei den Templern hatte.

Das Erstaunliche: Das Pergament von Chinon, das die wahre Gesinnung des Papstes offenbart, war sieben Jahrhunderte lang in den Archiven des Vatikans vorhanden – und blieb dennoch von den Forschern vollkommen unbeachtet. Erst die Archäologin Barbara Frale erkannte vor einigen Jahren die Brisanz des Pergaments. Bei der Buch-Präsentation sagte sie: „Es ist wirklich unglaublich, dass es die Historiker so lange übersehen haben.“

(SZ vom 27.10.2007)

Presseportal der Armen Ritterschaft Christi

(mit Dank an Bruder Sven für den Hinweis)

h1

Symbolik der Weihnacht

2. Januar 2010

„Jedes Detail in der Weihnachtsgeschichte ist von tiefer, überzeitlicher Symbolik“

Interview mit Christa Meves zur Weihnachtsgeschichte

MÜNCHEN, 22. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Christa Meves gehört mit mehr als fünf Millionen verkauften Büchern zu den meistgelesenen christlichen Autoren im deutschen Sprachraum. Mit ihren Büchern und Tausenden von Vorträgen, vor allem zu Fragen der Kindesentwicklung und -erziehung, hat sie zwei Generationen christlicher Familien geprägt. Die langjährige Mitherausgeberin des Rheinischen Merkurs und Synodalin der EKD konvertierte 1987 zum katholischen Glauben. Mit ihrem Verein „Verantwortung für die Familie“ , bei dem man kostenlos Mitglied werden kann, unterstützt sie Familien bei der Erziehungsarbeit.

Für ZENIT sprach Michael Ragg, katholischer Radio- und Fernsehmoderator und Geschäftsführer der Domspatz-Agentur für Öffentlichkeitsarbeit, mit Christa Meves über die überzeitlichen Wahrheiten der Weihnachtsgeschichte, ihre Symbole und die Verantwortung der Hirten sowie das Vorbild der Heiligen Familie für die Menschen von heute.

ZENIT: Die Weihnachtsgeschichte gilt heute vielen als frommes Märchen. Zu Recht?

–Christa Meves: Die Weihnachtsgeschichte symbolisiert eine übermächtige zeitlose Wahrheit. Das ist schon daran erkennbar, dass es selbst Atheisten nicht gelingt, davon nicht angerührt zu werden. Weihnachten schlägt durch! Nicht einmal die finstersten Diktatoren konnten es verbieten, selbst in Kriegen brachte dieses Fest oft wenigstens für kurze Zeit die Waffen zum Schweigen.

ZENIT: Wenn Gott kommt, sollte eigentlich die Welt erzittern. Stattdessen bieten uns die Christen allen Ernstes ein hilfloses Kind als Erlöser an. Kann die Tiefenpsychologin darin einen Sinn erkennen?

–Christa Meves: Die Gestalt des Kindes am Beginn der Erlösungsgeschichte kennzeichnet, dass der Gott der Christen auf gar keinen Fall ein Beherrschender sein will. Er zeigt sich den Menschen als ein Gott, der unvoreingenommen liebt und sich dadurch so unmittelbar an die Menschen ausliefert wie ein neugeborenes Kind. Er zeigt sich den Menschen dieser Welt dadurch in rückhaltloser Nacktheit und Offenheit.

ZENIT: Maria und Josef legten Jesus, so berichtet der Evangelist Lukas, in eine Futterkrippe. Kann man darin mehr sehen, als dass es das Baby eben warm haben sollte?

–Christa Meves: Jedes Detail in der Weihnachtsgeschichte ist von tiefer, überzeitlicher Symbolik. Im letzten Abendmahl von Jesus Christus mit seinen Jüngern wird deutlich, dass Christus eine Nähe zu jedem Einzelnen der Gläubigen sucht, die so unmittelbar ist, wie unsere Nahrungsaufnahme. Wie die Tiere in der Futterkrippe Nahrung zum Überwintern finden, so will Christus für uns das Brot des Lebens sein.
Ein besonders eindrückliches Detail: Die Krippe besteht aus je zwei zusammengenagelten Holzbalken. Die Krippe des Jesuskindes ist Ausdruck dafür, dass die Befriedung des Menschen von geistigem Hunger und Leid ihre Voraussetzung im Kreuz hat, ja, in das Kreuz geradezu eingebettet ist: Aus dem Opfertod Gottes gebiert sich jene geistliche Nahrung, die zum ewigen Leben des Gläubigen führt.

ZENIT: Von Ochs und Esel ist in der Weihnachtsgeschichte nicht die Rede. Passen sie dennoch ins Bild?

–Christa Meves: In Ochs und Esel ist ein Stück von uns Menschen verkörpert. Heute hat uns die Wissenschaft gelehrt, dass der Mensch zu 98 Prozent tierhaft ist, dass er wie die Tiere den Naturgesetzen unterworfen und in vielem Verhalten den Säugetieren höchst ähnlich ist. Dass in Bethlehems Stall zwei domestizierte Zugtiere anwesend sind, spiegelt unsere grundsätzliche Situation als Mensch wider: Die Fron des „Arbeitstieres“ Mensch zwischen Dornen und Disteln, seine unumgängliche Gebeugtheit zwecks mühseliger Erwerbstätigkeit ist in diesen beiden Lasttieren ausgedrückt.
Aber die Nähe zum Mensch-gewordenen Gott löst sogar die Demütigung der traurigen Versklavtheit des Malochen-Müssens auf: Wenn warme Nähe das göttliche Kind umgibt, mag sie auch noch so „tierisch“ sein, so bedeutet das erhabener Lebenssinn und lässt sogar das Tier in uns ruhig werden. So lassen sich diese Tiersymbolen deuten.

ZENIT: Ausdrücklich erwähnt wird eine andere Spezies der Stalltiere, die von Hirten gehüteten Schafe. Die Bibel braucht sie ja öfters als Symbol für den Menschen und manchen machen sich über treue Kirchenmitglieder als „Schäfchen“ lustig. Geht uns emanzipierten Menschen dieses Bild nicht gegen den Strich?

–Christa Meves: Selbst Christus hat in mehreren Gleichnissen das Schaf als Symbol für den Menschen gesehen. Und wie wahr ist das! Wie bei den Rudeltieren, entspricht vieles am Verhalten von uns Menschen einer Schafsnatur, das heißt: Wir haben ein starkes Bedürfnis, uns an die anderen anzupassen, gewissermaßen mit ihnen auf dem gleichen Ton zu blöken. Das Mitlaufen mit den vielen, mit der Masse, bietet uns unbewusst Schutz vor Ausgestoßensein und Isolation. So auch in der Weihnachtsgeschichte. Die Herdennatur von uns Menschen ist deshalb des Hirten bedürftig, der die Richtung vorgibt. Das Wort Pastor heißt ja sogar übersetzt „der Hirte“. Im Gegensatz zum Massenmenschen und dessen Schafsnatur, hat der Hirt kraft seiner ausgereiften hellhörigen Individualität eine Führungsaufgabe: Er steht in der Verantwortung, seine „Herde“ auf den Weg zu Christus zu bringen.

ZENIT: Jesus wurde mitten in der Nacht geboren. Wäre die Morgendämmerung nicht ein positiveres Bild gewesen?

–Christa Meves: Bedeutsame Vorgänge kommen besonders eindringlich durch höchst mögliche Gegensätze zur Wirkung. Christus ist das Licht, wie er selbst von sich gesagt hat. Das heißt, er erwirkt eine geistige Erhellung, über die hinaus es keine Steigerung gibt. Diese Gegebenheit kann sich nur in einer entsprechend mächtigen Antipode ausdrücken: eben als schwärzeste Nacht: im Hinblick auf den Tag also als Mitternacht, im Hinblick auf die Jahreszeit als Ereignis im dunkelsten Monat. Gleichzeitig ist so aber auch der erbärmlichste, der schwärzeste Zustand der Gesellschaft ausgedrückt, und das meint den sündhaften Zustand der israelischen Gesellschaft zu Herodes Zeiten ebenso wie jeden nächtigen Zustand der Gottesferne, in welcher Zeit auch immer. Für uns heute gilt diese durchschlagende Wahrheit ganz gewiss ebenfalls.

ZENIT: Warum wird gemäß der Darstellung des Lukas ein ganzes Engelheer aufgeboten, um ausgerechnet zuerst einer Gruppe von Hirten die Geburt des Gottessohnes zu verkünden. Hätte es nicht näher gelegen und manchen späteren Ärger erspart, gleich den jüdischen Hohepriester oder wenigstens den König Herodes so eindrucksvoll ins Bild zu setzen?

–Christa Meves: Der Hirt, der Schäfer, symbolisiert den hellhörigen, wachen, nachdenklichen, ja, oft sogar weisen Menschen, der kraft dieser Eigenschaften als ein verantwortungsbewusster, ja als ein zum Führen Beauftragter verstanden sein will. Der Entschluss Gottes, Mensch zu werden, war ja ein derart übernatürlicher Eingriff, dass nicht zu erwarten war, dass das begreiflich sein konnte. Ein Heer jubelnder Engel war nötig, um das Geschehen wenigstens den Hellhörigsten andeutungsweise glaubhaft zu machen. Etablierte Potentaten pflegen eher, um im Sinnbild zu bleiben, zugekleisterte Ohren zu haben, selbst wenn der Engelsgesang mit Pauken und Trompeten erschallt.

ZENIT: König Herodes soll auf Berichte von der Geburt des Messias drastisch reagiert haben. In Bethlehem und Umgebung, so schreibt es der Evangelist Matthäus, habe er alle Kinder bis zu zwei Jahren töten lassen. Kann uns das, über die Abscheu hinaus, die wir angesichts eines solchen Massakers empfinden, weitere Erkenntnis vermitteln?

–Christa Meves: Je diktatorischer ein Herrscher, umso mehr pflegt er um den Verlust seiner Macht zu zittern. Jede Menge der eigenen Landsleute haben die Diktatoren des vergangenen Jahrhunderts aus Angst davor hingeschlachtet, Stalin zum Beispiel allein 30 Millionen. Herodes hatte nun eben durch die Heiligen Drei Könige erfahren, dass jetzt der Herrscher geboren worden sei, der ihn entmachten würde. Auch dieses ist eine gänzlich überzeitliche Wahrheit, dass solche elenden Machthaber, von panischer Angst regiert, maßlose Blutbäder anrichten.

ZENIT: Wie so oft in der Bibel begrüßt der Engel auch die Hirten von Bethlehem mit dem Ruf „Fürchtet euch nicht!“ Angeblich gibt es diesen Gruß 365 Mal in der Heiligen Schrift, also einmal für jeden Tag. Wie bewertet das eine Psychologin, die in langjähriger Praxis tagtäglich mit den Ängsten der Menschen konfrontiert worden ist?

–Christa Meves: „In der Welt habt ihr Angst“, hat Christus den Menschen dann später zugerufen und ihnen damit die Wahrheit bewusst gemacht, wie machtlos wir alle als Geschöpfe den Tod fürchten müssen, es sei denn, wir stellen uns in den Schutzraum unseres Gottes, der durch sein irdisches Totalopfer dergestalt den Tod entmachtet hat, dass er uns in der Auferstehung vorausgegangen ist und den Gläubigen das ewige Leben verheißt. Deshalb fügt Christus dem Satz „in der Welt habt ihr Angst“ hinzu: „Aber ich habe, für euch, die Welt überwunden.“

ZENIT: Zu den ersten Besuchern an der Krippe gehören die Heiligen Drei Könige, die in Wahrheit Wissenschaftler gewesen sind. Was sagt uns diese Szene für die aktuelle Diskussion über das Verhältnis von Glaube und Vernunft?

–Christa Meves: Die drei Heiligen Könige waren echte Wissenschaftler, das heißt, sie waren hellwache Menschen, die aus ihren Lebenserfahrungen und dem Nachdenken darüber klug geworden waren. Sie waren sogar Spezialisten, denn der Träger der Myrrhe verkörpert die Heilkunst, der Träger des Goldes den vernünftigen Umgang mit Besitz und der Träger des Weihrauchs symbolisiert die ahnende Achtung vor Gott und die dazu nötige Ritualisierung der Anbetung. Weisheit dieser Art bedeutet geistiges Königtum. Aber erst wenn die so Begnadeten ihre Einsichten zu Gott hinliefern, symbolisiert durch ihren langen Weg zu Christus und durch das Beugen ihrer Knie vor ihm, erst also, wenn Wissenschaftler so weise sind, ihre Erkenntnisse nicht selbstherrlich zu missbrauchen, sondern ihre Grenzen am göttlichen Maßstab zu messen, hat jegliche Wissenschaft eine Chance, konstruktiv zum Gelingen der Welt beizutragen. Das ist dann wahres Königtum in dieser Welt.

ZENIT: Sie haben sich in ihrer Praxis und in vielen Büchern intensiv mit der Familie beschäftigt. Nun ist die Heilige Familie sicher nicht gerade eine typische Durchschnittsfamilie. Können sich heutige Familien dennoch an ihr orientieren?

–Christa Meves: Die Heilige Familie kann selbst für uns moderne Menschen Vorbild sein, denn die Mutter Maria und der Ziehvater Josef verstanden, jeder auf seine Weise, die Geburt des Kindes als ein überwältigendes, in seiner Größe nicht begreifbares Geschenk ihres Gottes. Sie erlebten diese Familienbildung als eine immense Auszeichnung durch den Schöpfer, als eine Aufgabe, die sie mit tiefer Liebe und größtem Verantwortungsbewusstsein zu erfüllen suchten. Sogar die modernen Hirn- und Hormonforscher können heute bestätigen, dass eine solche Einstellung die wichtigste Voraussetzung ist, damit die Heranwachsenden später lieben und arbeiten können. Am Vorbild der Heiligen Familie zeigt sich, dass die Institution Familie die entscheidende Vorgabe Gottes zur Entfaltung von Menschlichkeit ist.

ZENIT: Beherrschender Begriff der ganzen Weihnachtsgeschichte ist die Freude. „Ich verkünde euch eine große Freude“ ruft der „Engel des Herrn“ den Hirten zu. Heute spricht man weniger über „Freude“ und mehr über „Spaß“. Ist das nur ein modernes Wort für dieselbe Sache?

–Christa Meves: Der Begriff Spaß deckt nicht im mindesten das ab, was wir als Weihnachtsfreude erleben, denn die Freude, die dieses Hochfest auslöst, lässt den überzeitlichen Sinn des Menschenlebens aufleuchten: Die Liebe soll in einer Weise verwirklicht werden, dass dadurch alles Tierische, triebhaft Irdische so abgeschwächt wird, dass liebevolles Miteinander vorrangig wird und sich so der Wille Gottes mit der Schaffung seines Geschöpfes Mensch erfüllt.

aus: Zenit vom 22.12.2009 und vom 23.12.2009