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Monarchieforum in Hechingen

14. November 2009

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Wissenschaftliches Monarchie-Forum in der Hohenzollernstadt

Christentum und Wiedererkennung von Werten der Gesellschaft im Focus

von Marianne Brückl

mb – Neugierig war man ja aufgrund der Plakate des für den 23. bis zum 25. Oktober angekündigten 2. Monarchieforums in der Residenzstadt Hechingen. Aber kaum jemand wusste so recht was mit dem Begriff anzufangen – und nur Wenige trauten sich, den Vorträgen und Diskussionen am Freitag im Hotel „Brielhof“ und am Samstag in der hiesigen Stadthalle beizuwohnen. Erst am Sonntag beim Abschluss-Gottesdienst in der Johannes-Kirche beschnupperten Einheimische die „Monarchisten“ und waren letztendlich positiv überrascht.

MoFo_2offiziere1Zwei Offiziere des Geschichtsvereins in traditioneller Uniform vom 13. Pionier-Bataillon (Foto: mb)

Wer zu dieser Veranstaltung der „Deutschen Monarchistischen Gesellschaft“ am 23. Oktober bundesweit anreiste, wurde nicht enttäuscht. Ein vielfältiges Tagungsprogramm mit Grußbotschaften russischer Monarchisten, Vorträgen bedeutender Referenten wie z.B. des Sperchers der DMG, Henning von Normann, der Geschäftsführerin Ingrid Seigis von CSI (Christian Solidarity International) Deutschland, des Historikers und Dozenten an der Uni Potsdam, Prof. Dr. Julius Schoeps, dem Prager Gastredner Ing. Jindrich Jencek sowie Günter Marklein, Leiter des Bismarck-Museums in Jever zu historischen Hintergründen,  Gesellschaftsformen und Wertestrukturen von Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit, gab den Teilnehmern die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen über heutige Moralbegriffe und Vorbildfunktionen in Europa.

Aber auch die kulturelle Seite kam an diesem Wochenende für die Tagungsteilnehmer nicht zu kurz. Denn  einmal in diesem historischen Städtchen, durfte selbstverständlich auch ein Besuch der Burg Hohenzollern mit Führung im Programm des Monarchieforums nicht fehlen.

MoFo_burgBurg Hohenzollern im Nebel (Foto: mb)

Wer den Fußmarsch nach oben nicht bei Sonnenschein antreten konnte, wurde aber trotz Nebels durch den majestätischen Anblick der Burg mit ihren wunderschönen Außenanlagen entschädigt.

Der Konstantin-Saal der Stadt Hechingen bot ein ansprechendes Ambiente für eine Vortragsveranstaltung, die geprägt war von Beiträgen fachlich kompetenter Historienkenner. Bei seiner Ansprache am Samstag zeigte sich auch der Hechinger Bürgermeister Jürgen Weber sehr offen gegenüber dem Forum und erklärte, wie positiv überrascht er über die freiheitlichen und demokratische Ziele der „Monarchisten“ sei, und dass Unsicherheit der Hechinger zu dieser noch geringen Frequentierung der Veranstaltung geführt hätten.

MoFo_weberBürgermeister Weber setzt positive Signal  (Foto: mb)

Prof. Dr. Schoeps, der im Anschluss die Thematik „Gegen die Verteufelung Preußens und der preußischen Tugenden in unserer Zeit“ aufgriff, widmete sich in seinem Vortrag verstärkt der Fragestellung der Solidarität und Toleranz, die heute aufgrund von mangelndem Pflichtbewusstsein den Menschen gegenüber immer mehr in den Hintergrund gerät. „Wir sprechen heute von Solidarität und Toleranz – und meinen damit den Wert einer sittlichen Handlung, die Fähigkeit also, Gesinnung auf moralischer Grundlage zu entwickeln und dementsprechend zu leben.“ so der Professor. Dass eine Gesellschaft ohne sittliche und ethnische Fundamente überhaupt existieren kann, zieht er in Zweifel. Er regte an, im Interesse aller anzufangen, darüber nachzudenken, wie auf Dauer eine Gesellschaft ohne diese Werte überhaupt fortbestehen könne.

Der abschließende Gottesdienst in der Johannes-Kirche gab den Hechingern dann am Sonntag Gelegenheit, im Rahmen einer inhaltlich sehr ansprechenden Predigt, aufklärende Gespräche mit den Teilnehmern des Monarchie-Forums zu führen.

Wer an diesem Wochenende nicht beim Forum dabei sein konnte, der hat im nächsten Jahr beim 3. Monarchieforum 2010 in Berlin die Möglichkeit, Einblick in die Arbeit der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft zu erhalten.

aus: aufrechte-monarchisten.de

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One comment

  1. Falsch verstandene Monarchie?
    Es ist durchaus verständlich dass in freiheitlichen Gesellschaften wie unseren, in denen man feststellen musste, dass Individualität nicht zwingend Werterhalt sichert, man auf traditionelle Strukturen zurück greift. So gibt es überall in Europa den Trend zu solchen Systemen.

    Doch um was handelt es sich genau bei diesen so oft gerühmten Werten wie Loyalität, Moralität usw?
    Der Begriff Loyalität ist in einem morarchischem System gegeben. Doch im eigentlichem Sinne handelt es sich dabei nicht um Loyalität, sondern um Hierarchie welche Loyalität ja voraussetzt. Das erkannten einst die Aufklärer und hatten damit recht. Denn Loyalität muss etwas freiwilliges sein damit sie überhaupt als moralischer Wert betrachtet werden kann.
    So vermischen sich Verständnisse über Begriffe wie eben Loyalität und Ergebenheit.
    Und das Ergebenheit wie es ja eigentlich Loyalität in einem hierarchisch strukturierten System meint, nicht zwingend ein moralischer Wert sein muss, zeigt die Vergegenwärtigung in diktatorischen Systemen und überhaupt in menschenverachtenden Systemen.

    Es ist eine natürliche Eigenschaft des Menschen das er wertet. Ethik im ganz allgemeinen Sinne meint eigentlich dies. Die Werte (also das was jeweils für gut/schlecht) befunden wird, ist variabel, also im stetigen Wandel begriffen.
    In einem hierarchischem System wie einer richtigen Monarchie (nicht konstitutionell) werden diese Werte vorgegeben.
    Und traditionellerweise und konsequenterweise parallel zur Religion.
    Also auch da : aufgrund dessen DASS einheitliche Werte vorgegeben sind, ist nicht zu beurteilen OB diese Werte nun auch wirklich gut und sinnvoll sind.
    Gleichzeitig :
    Wie erwähnt können Menschen gar nicht anders als werten. Und so drängen sich in einem demokratisch-freiheitlichen System Interessekonflikte auf.
    Und manchmal fragt es sich, ob sich denn unsere freiheitliche Gesellschaften müde geworden sind. Wir erinnern uns : Freiheit bedingt Verantwortung!

    So ist es einerseits bequem mitzubestimmen und die eigenen Interessen zu wahren, die Verantwortung jedoch ein paar Wenigen aufzubürden.
    Diese Tendenz zeichnet sich gegenwärtig ab.
    Und wiederum aus dieser Tendenz heraus, das Bedürfnis einiger, sich wieder Systemen zuzuwenden, welche Bestimmung und Verantwortung in wenigen Personen vereinen.

    Diese Zeilen – keine Kritik, sondern vielmehr Vergegenwärtigung

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