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Frömmigkeit

22. Oktober 2009

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Elisabeth von Thurn und Taxis wirbt für Frömmigkeit

London/Kisslegg (ddp-bay). Streng katholisch und zugleich cool – für Elisabeth Prinzessin von Thurn und Taxis kein Widerspruch. Die Tochter der streitbaren Regensburger Fürstin wirbt in ihrem ersten Buch für eine Rückkehr zur traditionellen Volksfrömmigkeit. In «Fromm! Eine Einladung, das Katholische wieder mit allen Sinnen zu erleben» schwärmt die 27-Jährige, die als freie Journalistin in London lebt, vom Beichten und Fasten, von Schutzengeln und Heiligen, lateinischen Messen und Walfahrten nach Lourdes.

Sie wolle zeigen, dass Frömmigkeit nicht bedeute, «mit langen Zöpfen und Gebetbuch in der Hand durch die Welt laufen», erläutert Thurn und Taxis im ddp-Interview. «Fromm bedeutet nur, dass man seinen Glauben ernst nimmt und innerlich weiß, dass es mehr gibt, als das, was hier auf der Welt glitzert und glänzt.»

290607WUE160Eigentlich hatte die 27-Jährige gar kein Buch geplant. «Es war nicht ein Masterplan dahinter», sagt sie. Vielmehr sei sie gefragt worden, ob sie für das «Vatikan-Magazin» einige Kolumnen schreiben wolle. Die Texte kamen bei den Machern der Zeitschrift so gut an, dass sie die Prinzessin baten, weitere zu schreiben, um ein Buch daraus machen zu können. Papst-Bruder Georg Ratzinger steuerte zu dem 190 Seiten starken Werk ein Vorwort bei.

Wer nach komplexen Antworten auf Glaubensfragen sucht, wird mit dem Büchlein wohl nicht glücklich. Es ist vielmehr ein sehr persönliches Glaubensbekenntnis einer glühenden Katholikin. Sie betont die Bedeutung des Hinkniens und des Händefaltens beim Beten und verlangt mehr Weihrauch in der Kirche. Ausführlich erläutert sie ihre Beziehung zu den Heiligen im Himmel: «So wie es einem Kind gefällt, sein Federmäppchen mit einer Vielzahl von Buntstiften zu füllen, finde ich es schön, eine Vielzahl von Freunden und Fürsprechern in der Ewigkeit zu haben.»

Thun und Taxis plädiert ferner für «mehr Mut zum Beichten», das «tatsächlich schrecklich schön» sei: «Wie auch das Frühstücksei ist die Beichte eigentlich ein Genuss, den man ruhig öfters mal konsumieren darf.» Das Rosenkranz-Beten bezeichnet sie als eine «spirituelle Schlaftablette», als «ein Allheilmittel, ein Powergebet« oder »einfach einen guten Zeitvertreib».

Das Buch richte sich an jeden, den es interessiere und «nicht völlig engstirnig» sei, erläutert sie. Vor allem aber habe sie es «für Leute wie mich geschrieben, junge Leute, sagen wir 20 aufwärts, vielleicht sogar ein bisschen jünger». Jugendnah ist denn auch die Sprache der Prinzessin: Weihwasser wird bei ihr zum «Turbo-Schutz», der Rosenkranz zur «Vitaminbombe für die Seele» und anstrengende Wallfahrten zum «ultimativen Wellnesstripp». Die sogenannte wundertätige Medaille hat für die Prinzessin «Kultstatus», die Gottesmutter erklärt sie zu einer ihrer «Lieblingspersonen im Himmel, im amerikanischen Jugendjargon würde man sagen, sie ist ein echter Homie».

In der Kirche mag es die Fürsten-Tochter feierlich. Sie liebt den «warmen Klang von lateinischem Gemurmel», während ihr alles Neumodische rund um den Altar zuwider ist. «Neulich war ich in einer Sonntagsmesse, die mehr einem Jahrmarkt ähnelte als einem Gottesdienst», schreibt sie. Heute ähnelten viele Kirchen eher Bahnhöfen. «Statt des ätherischen Weihrauchduftes hängt das süßliche Aftershave des Priesters in der Luft», beklagt sie.

Thurn und Taxis hat nicht nur ein Faible für die alte lateinische Messe, auch bei Kirchenmusik mag sie es traditionell. «Es widerstrebt auch meinem ästhetischen Sinn, von einem langhaarigen Gitarristen begleitete Erwachsene beim Grölen von ´Laudato si Signore´ zuzusehen», schreibt sie. «Ich möchte wirklich nicht wie eine Oma klingen, ich höre zu Hause oder beim Ausgehen am liebsten elektronische Musik oder Rock, aber in der Kirche finde ich zeitgenössisches Geplänkel unpassend.»

In ihrem Freundeskreis werde sie für ihren Glauben durchaus belächelt, bekennt sie im Interview. «Viele von meinen Freunden haben überhaupt nichts mit dem Glauben zu tun, eigentlich die meisten. Für die ist das auf jeden Fall eigenartig.» So «radikal» wie ihre Mutter, die immer wieder polarisiert, mag sie bei aller Kirchentreue aber nicht sein: «Es ist nicht der Weg, den ich einschlagen möchte. Ich möchte niemandem etwas vorschreiben oder sagen, so ist es richtig oder anders ist es falsch.»

aus: der newsticker (ddp)

Die  Regensburger Fürstenfsmilie von Thurn und Taxis v.l.n.r. Prinzessin Maria Theresia, Fürstinmutter Gloria, Fürst Albert II. und Elisabeth

Die Regensburger Fürstenfamilie von Thurn und Taxis v.l.n.r. Prinzessin Maria Theresia, Fürstinmutter Gloria, Fürst Albert II. und Prinzessin Elisabeth

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