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… ritterliches Handeln

17. Oktober 2009

zierde

Ritterliches Handeln im 21. Jahrhundert

Wir haben uns ja – auch auf anderen Internet-Plattformen – mit dem heroischen, vorbildlichen Ritter der Geschichte beschäftigt, Bücher gelesen, Filme und Bilder geschaut, und uns virtuell in die schwere aber glorreiche Zeit der edlen, noblen Ritter und Kreuzzüge zurück versetzt.

Nun leben wir aber im 21. Jahrhundert. Und so schön das Verweilen in der Geschichte und in der Vergangenheit auch ist, die Gegenwart holt uns immer wieder ein. Der Kontrast von (der leider sehr häufig arg verzerrten) Vergangenheit und (der leider sehr häufig arg ZU schön geredeten) Gegenwart könnte nicht größer sein.

Wir Ritter, Brüder und vielleicht auch bald Schwestern vom Orden der Armen Ritterschaft Christi sind natürlich auch von den Geschichten über und von den Rittern des Mittelalters fasziniert gewesen, und sind es heute noch. Wir sind aber auch der Gefahr unterlegen, den Ritter als solches und den Tempelritter im Besonderen zu mystifizieren und den großartigen Romanen bzw. Filmen nur ZU gerne Glauben zu schenken; ist ja auch legitim, solange man sich der Realität nicht verschließt.

Wenn wir schon zum Punkt „Realität“ gekommen sind, dann möchten wir auch den Blick auf unseren Orden der Armen Ritterschaft Christi lenken:

Am vergangenen 13. Oktober 2009, dem Gedenktag der katastrophalen Verleumdung, Verfolgung, Verhaftung und großteils Ermordung der Tempelritter (allen voran der Großmeister Jacques de Molay, anfangs des 14. Jahrhunderts), wurde feierlich – wenn auch sehr still – der Orden der Armen Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem (Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis) als kontemplativer und caritativer Ritterorden gegründet. Den ehrenwerten Mitgliedern wird aus diesem Anlass noch in diesen Tagen die Gründungs-Deklaration, die Regel und die Satzung zugestellt werden.

Das ist aber nicht der Grund unseres Schreibens. Unsere Intention ist es, den Orden auch etwas näher vorzustellen. Den Mitgliedern und Interessenten der verschiedenen Internetplattformen  wird auch von Zeit zu Zeit Information über die Tätigkeiten der Armen Ritterschaft Christi zukommen. Unsere Internet-Präsenz arme-ritterschaft-christi.de steht Euch genauso zur Verfügung wie  unser Presseportal armeritterschaft.wordpress.com.

Aber WAS WOLLEN WIR von der Armen Ritterschaft Christi????

NEIN, wir sind kein Verein, der sich darauf spezialisiert, sich gegenseitig neueste Legenden und Mythen auszutauschen.

NEIN, wir sind keine Gruppierung, die sich mit lustigen Ritterspielen die Zeit vertreibt.

Und NEIN, wir sind keine Leute, die aus Profilsucht sich irgendwelche Fantasienamen zulegen.

Wir sind uns der Tatsache vollkommen bewusst, dass wir im 21. Jahrhundert leben.

Wir sind uns vollkommen bewusst, dass wir in unserer Gesellschaft, direkt vor unserer Haustüre, mit sehr ernst zu nehmenden Problemen zu tun haben.

Wir sind uns bewusst, dass das Fehlen von Werten und Idealen dazu führt, dass das Miteinander härter, kälter und rauher geworden ist.

Christliche Werte wie Gottes- und Nächstenliebe werden bewusst aus dem gesellschaftlichen Leben und Denken verdrängt, damit nicht auffällt, dass dem Leben an sich (von der Geburt bis zum hohen Alter) kein besonderer Wert mehr beigemessen wird. Dass die Folge davon ist, dass immer mehr Menschen hungern oder kein Dach mehr über dem Kopf haben, ist nur zu verständlich. Dass Gewalt unseren Alltag bestimmt, fällt schon keinem mehr auf. Dass Altersheime überfüllt sind, während Personal knapp und unterbezahlt ist, bekommen wir kaum gewahr. Dass Bildung, einst der Stolz unseres Volkes der Dichter und Denker, ein Thema geworden ist, bei dem wir vor Scham im Erdboden versinken sollten, bewegt die Gemüter nicht so sehr. Dass Presse, Funk und Fernsehen aus Mangel an interessanten Themen sich lieber darauf beschränkt, unsere Heilige Kirche und den Papst aufs Übelste zu attackieren, kommt nicht von ungefähr …

Wir sind keine Politiker, wollen auch keine politischen Pamphlete verfassen und uns auch nicht politisch organisieren. Wir wollen einfach nur DA SEIN, in Demut, Zurückhaltung … und Liebe. Es liegt nicht in unserem Interesse, jedem, der es hören will oder auch nicht, unter die Nase zu reiben, dass wir wieder jemandem geholfen haben, dass wir wieder eine kleine Spende geleistet haben, dass wir wieder einem Mitmenschen ein Ohr geliehen oder ein gutes Wort gespendet haben. Denn uns steht der Satz vor Augen: „Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.“ (Matth. 6, 3) – man spricht nicht drüber. Rechenschaft haben wir nur EINEM zu geben, und zwar dem, zu dessen Ehre all unser Tun und Handeln mit größter Freude aufgeopfert werden soll.

Konkret Hilfe leisten, konkret das göttliche Gebot der Nächstenliebe in die Tat umsetzen, kann man auch, ohne Ritter zu werden – kann man uns berechtigterweise entgegen halten. Das ist wahr. Doch haben wir uns zusammen gefunden unter dem Ideal der Ritterlichkeit, aus dem unsere Motivation entspringt. Uns liegt es nicht nur daran, mal eben freiwillig alten Leuten im Altenheim zu besuchen, Kinder in Gruppen zu betreuen, sich um Jugendliche, die sich von ihren Eltern vernachlässigt auf der Straße rumtreiben, zu kümmern, oder auch uns in einer der vielen Tafeln der Gemeinden einzubringen, … es ist uns auch ein Bedürfnis, mit dem (virtuellen) Schwert in der Hand, angetan mit der Rüstung (des christlichen Glaubens) und bewaffnet mit dem Mut und der Tapferkeit unserer ritterlichen Vorbilder für christliche Werte und Ideale in unserer kälter werdenden Welt einzustehen.

Wenn wir vom Orden der Armen Ritterschaft Christi uns den weißen Mantel umhängen und damit das undenkbar schwere Kreuz Christi auf uns nehmen, dann werden wir den vielen Fragen der Menschen nicht entziehen können – wir wollen und dürfen es auch nicht. Denn unsere Verantwortung vor Gott für den Menschen, unsere Verantwortung vor dem Menschen für Gott ist groß. Die Herausforderungen der Zeit sind noch größer. Und man zeige mir mal DEN Ritter, der sich einer Herausforderung entzogen hat …

zierde

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2 Kommentare

  1. Werther Bruder Heinrich,

    mit dieser Internetpräsenz, denke ich, sprichst Du vielen aus der Seele.
    Ich bin sehr fasziniert von den sehr vielen Infos, die auch meine Worte hätten sein können.

    Ebenso bin ich erfreut, dass es in unserer „egoistischen“ Welt dennoch menschen gibt, die Sprachrohr für viele andere Menschen sind, die sich entweder nicht trauen, das auszusprechen oder sich aus Furcht vor eventuellen Konsequenzen der Sache verschliessen.

    einen brüderlichen Gruss
    und weiterhin viel erfolg
    wünscht Dir
    Bruder im Herrn
    Hans-G. Pesch von Roit

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  2. Mein lieber Bruder Hans-Georg,

    was wäre ich denn für ein Ritter, der Furcht und Angst hat, brenzlige Themen anzusprechen und etwas dagegen zu tun? Was wäre ich denn für ein Ritter, der sein Mäntelchen nach dem Wind hängt?
    Unser Mäntelchen ist weiß – und hat ein leuchtend rotes Kreuz, und dieses Kreuz verpflichtet uns!
    Schön, Dich in unseren Reihen zu wissen 🙂

    NNDNN

    Dein Bruder Heinrich

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