h1

Ritterlichkeit als Menschheitsideal

7. Oktober 2009

Zur Herkunft eines zeitlos und weltweit gültigen Menschheitsideals

Einleitend die Feststellung: Es ist der Geist, der seine Welt sich baut und formt, es sind die Ideen, die Geschichte machen und in die Zukunft wirken, und es sind die Menschen, die sie verfechten und für sie zu sterben bereit sind, weil sie fühlen und verstanden haben, was der erfolgreiche österreichische Heerführer und Feldherr Prinz Eugen von Savoyen-Carignan (18.10.1663-21.4.1736) der Nachwelt als Rat hinterlassen hat: „Du darfst nicht für dich, sondern musst für eine große Idee leben!“

Cruz-Pate

Diese große Idee – als solche wird hier die „Ritterlichkeit“ vorgestellt – fand im Mittelalter zu Beginn der Kreuzzugsepoche in den geistlichen Ritterorden, die aus einer Verbindung von Mönchtum und Rittertum entstanden sind, eine wirkungsvolle Verkörperung. Mit der im Menschen angelegten und daher immer wieder von Geschlecht zu Geschlecht zu erweckenden Idee und dem vorzulebendem Ideal der Ritterlichkeit konnte diese wegen ihrer inhaltlich hohen ethischen Werte in den Ritterorden die Jahrhunderte überdauern und ihre Aktualität auch gerade in unserer verwirrten Zeit und Welt wahren. Schon der Meister und Vorsteher der Bruderschaft der Hospitaler und Gründer des Johanniterordens, Fra Gerard (Bruder Gerhard), gest. 3.9.1120, wusste, warum die Ideale und Aufgaben eines Ritterordens unvergänglich sind: „Unsere Brüderschaft wird unvergänglich sein, weil der Boden, in dem die Pflanze wurzelt, das Elend dieser Welt ist und weil, so Gott will, es immer Menschen geben wird, die daran arbeiten wollen, dieses Leid geringer, dieses Elend erträglicher zu machen!“ Heute sind die traditionellen großen Ritterorden weltweit, zum Teil in eigenen Krankenhäusern, und vermittels zahlreicher Spenden noch immer karitativ tätig und haben alle Hände voll zu tun!

Das Rittertum hat geistig, ideell und zudem praktisch und hilfreich gewirkt. Es hat auf die Entwicklung und Gestaltung der Menschenrechte, des Völkerrechts, des Kriegsrechts und der Entwicklung militärischer Verhaltensformen, kultivierend und zivilisierend konstruktiven Einfluss genommen. Es ist sinnvoll, daran wieder erinnert zu werden.

Das Bemühen, für die Ritterlichkeit auch im 21. Jahrhundert „eine Lanze zu brechen“, wird auch dadurch gefördert, dass der Begriff „Ritterlichkeit“ im Bewusstsein der Menschen unserer Zeit durchaus gegenwärtig ist. Bewusst ist allerdings ebenfalls, dass die „Kreuzzüge“, sowohl die im Mittelalter als auch diejenigen im 20. Jahrhundert, kaum als Zeugnisse der Ritterlichkeit gelten können. Unabhängig davon verbinden viele Menschen unserer Zeit mit dem Begriff des Ritters noch etwas Besonderes, Hervorragendes und Beispielhaftes, etwas, das es so heute nicht mehr gibt, das man gar vermisst, dessen Neubelebung in zeitgemäßer Form uns gut tun würde.

Die umfängliche, vielfältige und oft gut illustrierte Literatur über das Rittertum zeigt: Man besinnt sich, dass das Rittertum Ausdruck der Kultur und Lebensform im hohen und späten Mittelalter war, eine bedeutungsvolle abendländische Erscheinung, deren Vertreter sich am Leitbild des der Ehre verpflichteten, tüchtigen und wohlerzogenen Menschen orientierten, in ihrer ritterlichen Tugendlehre antike und christliche Ethik sowie germanisch-rechtliche Auffassungen vereinigten und als Ordensritter besitzlos dem Dienste an den Armen und Kranken und der Ausbreitung des Reiches Gottes in der Welt lebten. Als Deutsche wissen wir, dass die Ausstrahlung dieser Ordensethik in der Gemeinschaft des Deutschen Ritterordens als tragende Kraft über Brandenburg-Preußen zur Wiedererrichtung des Deutschen Reiches 1871 geführt hat. Das Ethos des Dienens, die Idee des Rechtsstaates, die Toleranz gegenüber Andersdenkenden und die Suche nach Wahrheit und deren Durchsetzung sind Werte und Aufgaben, die zeitlos gültig und gerade heute des Einsatzes aller guten Kräfte wert sind!

crusader

Gerade Geschichte als Vergegenwärtigung des Gewesenen lässt uns auch erkennen, dass alle Formen der Höflichkeit, der Achtung und des Respekts, der Toleranz, der Hilfsbereitschaft, der Anständigkeit, z.B. gegenüber Frauen, aber auch gegenüber der Umwelt, jede Form der Fairness bei Spiel, Sport und Wettkampf, aber auch im Bereich der sogenannten „politischen Kultur“, im heutigen Alltagsleben der Menschen ( viel zu häufig aber auch leider nur als Wunschvorstellung ) weiterhin einen hohen Stellenwert haben, weil sie letztlich insgesamt Facetten der Ritterlichkeit und Spiegelungen ritterlicher Tugenden sind. Den Menschen wird bewusst, dass Ritterlichkeit als Begriff und Forderung durchaus zeitgemäß sein kann und auch ist. Ritterlichkeit ist wahrhaftig kein nur akademisches Thema, sondern berührt den Menschen „von der Wiege bis zur Bahre“: Abgesehen davon, dass Kinder gern mit Ritterfiguren und Burgen spielen, Ritter ihre Helden in Sagen, Abenteuerbüchern, Comic-Serien und Filmen sind, sie als Schüler einiges über das Rittertum erfahren und Burgen besuchen – im Ergebnis ist für den Erwachsenen unserer Tage „ritterliches Benehmen“ weder fremd noch antiquiert. Es muss nur wieder bewusst gemacht werden. Dabei gehört es zu unseren Aufgaben in der Gegenwart, an Ideale zu erinnern und Traditionen zu pflegen und zu wecken, denn Geschichte ist die geistige Form, in der sich Menschen und Völker über ihre Vergangenheit Rechenschaft geben, um ihre Zukunft gewinnen zu können (A.J. Toynbee), sie ist das Gedächtnis der Menschen und Völker und ermöglicht durch die Vergegenwärtigung des Gewesenen (G. v. Rauch) ausgewogenere Entscheidungen für die Zukunft. Man muss sich einfühlsam und verständnisvoll in die vergangenen Zeiten hineinversetzen können, um zu ihnen überhaupt einen angemessenen Zugang zu finden, denn das Amt des Historikers ist nicht das des Richters!
Als die letzten Tage Friedrich Schillers gekommen waren, bat er seine besorgten Freunde: „Gebt mir Märchen und Rittergeschichten, da liegt der Stoff zu allem Schönen und Großen!“

aus der Homepage des

„Souveränen Internationalen Templer-Ordens“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: