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TU ES PETRUS

6. Oktober 2009

Der Papst

– unsere Treue zum Nachfolger des heiligen Petrus

Als Jesus zum ersten Mal den Fischer Simon sah, sprach er ihn mit den Worten an: “Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels (Petrus)” (Joh 1,42). So berichtet uns der Evangelist Johannes. Von seiner ersten Begegnung an sah Jesus in ihm, der noch so viel lernen musste, den Felsen, auf den er seine Kirche bauen wollte. Petrus war nicht der menschlich Perfekte. Er war nicht der besonders Begabte. Die Führer des Volkes, die Ältesten und Schriftgelehrten beurteilten ihn und Johannes als “ungelehrte und einfache Leute” (Apg 4,13). Aber Petrus war ein Mann, der von Gott erwählt war und der diese Erwählung mit reinem Herzen annahm. Nicht durch Menschen, sondern durch den Herrn selbst empfing Simon einen neuen Namen. Dieser Name drückt eine Sendung, ein Amt aus. Dieses Amt ist eine große Gabe Gottes an die Kirche und an die Menschen und besteht weiter in den Nachfolgern des heiligen Petrus, den Päpsten.

Wer das Petrusamt als eine göttliche Stiftung anerkennt, sieht im Papst mehr als den Führer der größten Glaubensgemeinschaft in der Welt. Sein Wort ist mehr als eine überlegenswerte Meinungsäußerung. Der gläubige Christ erkennt im Bischof von Rom den Stellvertreter Jesu Christi auf Erden. Der Glaube schließt deshalb für die Glieder der katholischen Kirche die Treue zum Papst ein. Im Auftrag Jesu Christi und in der Kraft des Heiligen Geistes leitet er die Kirche als ihr oberster Hirte. Er ist der oberste Priester der ganzen Kirche, der den Menschen in der Feier des eucharistischen Opfers und der anderen Sakramente den Reichtum der Gnade Gottes vermittelt, durch sein Gebet Gott verherrlicht und die Bitten der Menschen vor den Thron Gottes bringt. Er ist der oberste Lehrer der Kirche, der die Wahrheit des Glaubens verkündet, für seine Bewahrung und unversehrte Weitergabe Sorge trägt und dadurch zur Erlösung der Menschen beiträgt. “Die Wahrheit wird euch befreien” (Joh 8,32). Seinen Dienst erfüllt der Papst in Einheit mit den anderen Bischöfen, den Nachfolgern der Apostel. Zugleich ist er ihnen vorgeordnet und spricht in ihrem Namen. Es ist seine Aufgabe, Pontifex Maximus, d.h. höchster Brückenbauer der universalen Kirche zu sein. Er ist “das immerwährende, sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit von Bischöfen und Gläubigen” (II. Vatikanisches Konzil, Lumen gentium 23). Durch ihn, der sich als Diener der Diener Gottes versteht, soll die Einheit der ganzen Kirche in allen Kontinenten gewahrt bleiben.

Wer dem Papst treu bleibt, erfährt, dass von seinem Amt Kraft und Sicherheit, Trost und Mut, Licht und Orientierung ausgehen. Franziskus wusste, dass er nur dann segensreich für die Kirche wirken kann, wenn er den Segen des Papstes hat. Katharina von Siena nannte ihn den “süßen Christus auf Erden”. Ignatius von Loyola hat sich und seinen neuen Orden demütig dem Papst untergeordnet und sich in einer Zeit der Untreue in besonderer Weise auf die Treue zum Papst verpflichtet. Viele Glieder der Kirche haben im Laufe der Jahrhunderte ihre Treue zum Nachfolger des Apostelfürsten auch durch Leiden und Martyrium zum Ausdruck gebracht. Sie wussten, dass der Glaube an die Kirche und an den Nachfolger des Petrus gebunden bleiben muss: “Verharrt im wahren Glauben und gründet euer Leben auf den Fels der Kirche, das heißt auf das Bekenntnis des Apostelfürsten” (Gregor der Große).

Die zweitausendjährige Kirchengeschichte sagt uns, dass die Größe des Petrusamtes trotz der menschlichen Schwäche einzelner Päpste nicht vermindert wurde. Zugleich sehen wir, dass Gott durch den Dienst der Päpste Großes für die Kirche und für die Welt gewirkt hat. Wir dürfen dankbar sein, dass es Petrus, den Felsen, gibt: im Auf und Ab der Geschichte; im Kampf zwischen Lüge und Wahrheit und zwischen Liebe und Hass, der die Zeiten durchzieht; im Kommen und Gehen von Meinungen, Ideologien, politischen Systemen, von Völkern, Reichen und Mächten. Petrus vergegenwärtigt Jesus Christus, den Herrn der Geschichte, der die Zeiten überdauert. Er verleiht der Kirche Beständigkeit und zugleich immer neue Lebenskraft und Dynamik.

Das Petrusamt ist nicht eine menschliche Erfindung, sondern geht auf göttliche Einsetzung zurück. Es “ist nicht auf menschliche Fähigkeiten und Kräfte gegründet, sondern auf das Gebet Christi, der den Vater darum bittet, dass der Glaube des Simon ‘nicht erlischt’ (Lk 22,32). Wenn er sich dann ‘wieder bekehrt’ hat, kann Petrus seinen Dienst unter den Brüdern ausführen” (Papst Johannes Paul II.). Was Petrus in der Schule seines Meisters verstehen und lernen durfte, gilt auch heute noch für den Papst und alle, die mit ihm die Hirtensorge teilen. Deshalb bleibt die Betrachtung der Worte Jesu an Petrus und der Weg, den er gegangen ist, eine inspirierende Quelle für alle Hirten der Kirche.

Jesus Christus hat den Menschen Simon angesprochen mit den Worten: Du bist Petrus, der Fels. Der gläubige Christ wird deshalb den Mann, der in einem Konklave von den Kardinälen zum Papst gewählt wird, mit denselben Worten ansprechen: Du bist Petrus, der Fels. Der Glaube sagt uns: Sein Bekenntnis, seine Lehre und Weisung ist es, worauf Christus seine Kirche baut. “Und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen” (Mt 16,18).

Der Heilige Geist
erleuchte den Heiligen Vater
und alle, die gerufen sind,
in ihrer großen Verantwortung
der Schönheit und Herrlichkeit
der Kirche Gottes zu dienen
und sie vor dem Volke Gottes
aufleuchten zu lassen.
Möge es für viele wieder
ein neues Pfingsten werden.

Mutter Julia

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